Brasiliens Banken treiben den Verkauf von Krypto-Token voran, ohne selbst Kursrisiken in ihren Bilanzen einzugehen. Itaú Unibanco, Nubank und Banco do Brasil listen inzwischen jeweils mehr als ein Dutzend Digitalwerte – wollen aber keine einzige Kryptowährung auf ihren eigenen Büchern halten, wie ein Bericht vom 7. September zeigt.
Wichtigste Punkte
Itaú Unibanco, Nubank und Banco do Brasil bieten jeweils mehr als ein Dutzend Digitalwerte an, ohne Krypto in ihren eigenen Bilanzen zu halten
Brasilien hat 2022 ein Virtuelle-Assets-Gesetz verabschiedet, ein Lizenzregime geschaffen und der Banco Central do Brasil die Aufsicht über den Sektor übertragen
Nubank betreut über 100 Millionen Kunden in Lateinamerika und hat seine Token-Liste in diesem Jahr deutlich ausgeweitet
Itaú vermittelt Geschäfte über lizenzierte Partner – ein Modell, das Gebühren sichert, ohne die eigene Bilanz Volatilität auszusetzen
Wie Banken Krypto verkaufen, ohne es je zu halten
Itaú Unibanco, Nubank und Banco do Brasil bestätigten den Ausbau ihres Angebots in einem Bericht. Sie vertreiben inzwischen jeweils mehr als ein Dutzend Token, darunter Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH), ohne die Coins in ihre eigenen Treasury-Bestände zu übernehmen.
Itaú, gemessen an den Vermögenswerten Brasiliens größter Privatkreditgeber, agiert dabei als Broker: Das Institut leitet Kundenaufträge an lizenzierte Partner weiter, statt selbst Coins zu halten. So streicht Itaú Transaktionsgebühren ein, während Kursausschläge der Kryptomärkte nicht direkt in der Bankbilanz durchschlagen.
Die Verwahrung – also das direkte Halten und sichere Aufbewahren der Vermögenswerte – bleibt die eine Funktion, die alle drei Häuser bewusst auslagern.
Auf den entsprechenden Apps dominieren weiterhin Bitcoin und Ethereum die Kundenportfolios und spiegeln damit ihre globale Marktführerschaft wider.
Vom Rechtsrahmen 2022 zum Krypto-Zugang auf Bankniveau
Auch interessant: Robinhood Chain verdrängt Solana erstmals mit 1,45 Mrd. Dollar täglichem DEX-Volumen
Brasilien hat 2022 ein Gesetz für virtuelle Vermögenswerte verabschiedet, ein Lizenzsystem für Kryptobörsen etabliert und im Folgejahr der Banco Central do Brasil die Aufsicht über den Sektor übertragen. In dieser Übergangsphase hielten sich die Banken zurück – aus Sorge, hochvolatile Assets auf streng regulierten Bilanzen führen zu müssen.
Dass die Institute nun in den Vertrieb an Privatkunden einsteigen, signalisiert: Die größten Kreditgeber des Landes betrachten den neuen Regulierungsrahmen als hinreichend verlässlich, um darauf ein Distributionsgeschäft aufzubauen – auch wenn sie die Basiswerte selbst weiter meiden.
Warum der Druck durch Kryptobörsen zunimmt
Nubank, die digitale Bank mit mehr als 100 Millionen Kunden in ganz Lateinamerika, hat ihre Token-Liste im laufenden Jahr erweitert – vor dem Hintergrund, dass lokale Kryptobörsen aggressiv um Retail-Volumen werben.
Banco do Brasil, das staatlich kontrollierte Institut, ist aufgesprungen, während sich unter dem neuen Aufsichtsregime die Zahl lizenzierter Plattformen für digitale Assets spürbar erhöht hat.
Wenn Compliance auf Privatanleger-Nachfrage trifft
Das reine Vermittlungsmodell der Banken eröffnet Spielräume für Börsen und Fintechs, die bereit sind, Coins vollständig in Eigenverwahrung zu nehmen. Zugleich ist zu erwarten, dass Aufseher banknahe Krypto-Produkte besonders genau beobachten, je stärker die Umsätze wachsen.
Ob eines der drei Institute am Ende doch Kryptowährungen auf die eigene Bilanz nimmt, bleibt die zentrale offene Frage, die der Bericht ausdrücklich nicht beantwortet.
Als Nächstes lesen: Hunter Biden bringt am 9. September den Meme-Coin LAPTOP als direkte Spitze gegen Trump auf den Markt





