Der chinesische Entwickler Zhipu AI sagt, sein Open-Weight-Modell GLM-5.2 entspreche nun Anthropics Mythos bei der Suche nach Softwaresicherheitslücken.
Zentrale Punkte:
- GLM-5.2, entwickelt vom Pekinger Unternehmen Zhipu AI, konkurriert laut Forschenden nun mit Mythos beim Aufspüren von Softwareschwachstellen.
- Das Open-Weight-Modell liegt bei allgemeinerem Reasoning weiterhin hinter Anthropic und OpenAI zurück.
- Sein Aufstieg setzt Washington unter Druck, während die Behörden Exportauflagen für führende US-KI-Systeme verschärfen.
GLM-5.2 entspricht Mythos bei Bugs
Das Wall Street Journal berichtete, dass Forschende herausgefunden haben, dass GLM-5.2 in einigen Szenarien mit Mythos gleichzieht, wenn es darum geht, Code nach Schwachstellen zu scannen, auch wenn es bei den meisten anderen Aufgaben hinter amerikanischen Spitzenmodellen zurückbleibt.
Zhipu AI, auch bekannt als Z.ai, veröffentlichte das Modell am 13. Juni unter einer großzügigen Open-Source-Lizenz. Jede Person kann das System herunterladen und auf normaler Hardware ausführen, und es rangiert bereits unter den zehn meistgenutzten Modellen auf einem großen Routing-Dienst.
Unabhängige Benchmarks verleihen der Behauptung zusätzliches Gewicht.
In Tests der Sicherheitsfirma Semgrep übertraf GLM-5.2 Anthropics Claude Opus 4.8 bei mehreren Schwachstellenprüfungen, und Forschende sagen, dass zusätzliches Prompting beide Systeme auf Mythos-Niveau beim Erkennen ausnutzbarer Bugs gehoben habe.
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Warum Chinas KI-Aufschwung Washington beunruhigt
Chinesische Konkurrenten nutzen ihren Vorteil. Die Sicherheitsfirma 360 Security Technology brachte ein Bug-Hunting-Tool namens Tulongfeng auf den Markt, und ihr Chef Zhou Hongyi argumentierte, dass diese Schlagkraft nicht ausschließlich in amerikanischen Händen bleiben dürfe.
Microsoft und andere Plattformen prüfen nun, ob sie chinesische Modelle hosten sollen – ein Schritt, der die Art und Weise, wie Unternehmen KI einkaufen, grundlegend verändern könnte.
Diese Verschiebung kommt für Washington zu einem heiklen Zeitpunkt, da die Behörden diese Systeme als wertvolle sicherheitspolitische Güter im KI-Wettlauf betrachten. Anthropic hat erst vor Kurzem nach einem vorübergehenden Stopp wieder eingeschränkte US-Genehmigungen für Mythos erhalten, während die Trump-Regierung Druck ausübte, auf Anthropic und OpenAI, den ausländischen Zugang zu beschränken und Releases wie GPT-5.6 zu staffeln.
Kritiker nennen diese Strategie selbstzerstörerisch. Die Nutzung chinesischer Systeme ist stark gestiegen, da Unternehmen niedrigere Kosten suchen, und der Sicherheitsforscher Niels Provos warnte, dass das Einsperren amerikanischer Modelle die Nutzerinnen und Nutzer nur stärker zu Open-Weight-Konkurrenten dränge.
Saif Khan, der an früheren US-Exportregeln mitgearbeitet hat, sagte, dass eine Beschränkung der Verkäufe, während China seine eigenen Werkzeuge aufbaut, Peking belohne und die US-Cyberabwehr schwäche.
Mythos setzte die Cyber-Benchmark
Die öffentliche Debatte darüber, wie schnell sich diese Lücke schließen würde, war bereits offen entbrannt. Techfigur Elon Musk sagte kürzlich voraus, dass chinesische Labore Anthropics Flaggschiff bei Benchmarks bis Anfang 2027 einholen würden, und Zhipu-Gründer Tang Jie konterte, dass wirklicher Fortschritt nicht so lange dauern werde.
Mythos erarbeitete sich seinen furchteinflößenden Ruf innerhalb weniger Wochen. Im Rahmen von Anthropics Project Glasswing deckte das Modell eine 27 Jahre alte Schwachstelle in OpenBSD auf, half Mozilla, 271 Bugs in einem frühen Firefox-Build zu finden, und machte Tausende weitere Schwachstellen in weit verbreitetem Open-Source-Code sichtbar. Diese Ergebnisse machten das System zum Maßstab, den nun jeder Rivale offen zu erreichen versucht.
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