Binance-Mitgründer Changpeng „CZ“ Zhao hält es für möglich, dass Bitcoin (BTC) im kommenden Bullenzyklus beim Marktwert zu Gold aufschließt – obwohl das Edelmetall aktuell rund das Zehnfache an Marktkapitalisierung auf die Waage bringt. Auslöser wäre ein schrittweiser Wandel in den globalen Reservepräferenzen.
Zentrale Aussagen:
- Bitcoin legte in der Woche vor Zhaos Gold-Vergleich um mehr als 25 % zu.
- Zhao betonte, dass auf Gold aufgebaute Reservesysteme einen Übergang zu Bitcoin langsam und graduell machen.
- Er erwartet, dass Stablecoins und KI-gestützter Handel die Krypto-Nutzung zunächst treiben, bevor KI-basierte Zahlungen kommen.
Die Lücke zwischen Bitcoin und Gold
Zhao äußerte seine Prognose am 27. August auf der Bitcoin Asia 2026 in Hongkong. Dort skizzierte er weniger ein reines Kursrennen als vielmehr einen möglichen Wechsel in der Funktion von Reserveanlagen. Gold verfüge mit eingespielten Bewertungs-, Handels- und Reservesystemen über strukturelle Vorteile, die Bitcoin nicht kurzfristig wettmachen könne. Die Lücke bleibe vorerst groß.
„Große Volkswirtschaften haben vollständige Bewertungs-, Reserve- und Handelssysteme rund um Gold aufgebaut, daher wird ein Übergang zu Bitcoin nicht über Nacht passieren“, sagte Zhao. Langfristig könnten staatliche Reserveallokationen jedoch stärker in Richtung digitaler Vermögenswerte kippen. Bitcoin könnte dabei mehr als 50 % der strategischen Krypto-Reserven stellen, flankiert von Ethereum (ETH) und BNB (BNB).
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CZs Blick auf künftige Reserven
Zhaos Argumentation ist deshalb relevant, weil sie Bitcoin eine größere Rolle in staatlichen Währungsreserven und institutionellen Portfolios zutraut – über reine Spekulationsphasen hinaus. Gold verfügt weiterhin über einen deutlich tieferen globalen Markt und eine gewachsene Reserveinfrastruktur. Damit Bitcoin die etwa zehnfache Marktkapitalisierungslücke schließen kann, wäre eine breit angelegte Umschichtung von Kapital erforderlich.
Einen wichtigen Hebel für die weitere Krypto-Adoption sieht Zhao in künstlicher Intelligenz. Stablecoins dürften aus seiner Sicht die ersten digitalen Vermögenswerte sein, die von KI-Systemen im großen Stil genutzt werden.
„Ich denke, es wird wahrscheinlich mit Stablecoins beginnen“, sagte Zhao. „Sobald man Stablecoins akzeptieren kann, ist es sehr einfach, Bitcoin hinzuzufügen.“
Zunächst erwartet er jedoch KI-gestützten Handel, bevor sich KI-basierte Zahlungslösungen durchsetzen. Handel lebe von schneller Informationsverarbeitung, Nachrichtenreaktion und Chartanalyse – ideale Einsatzfelder für Algorithmen.
„Egal wie Sie handeln, KI kann die Effizienz vermutlich verzehnfachen“, so Zhao. Zugleich verwies er darauf, dass Verbraucher viele Standardzahlungen bereits bequem mit klassischen Kartensystemen abwickeln können.
Bitcoin stand bei Zhaos Kommentaren vor dem Hintergrund einer kräftigen Erholung: Die Kryptowährung hatte in der Vorwoche um mehr als 25 % zugelegt, während Gold über die Marke von 4.600 US‑Dollar stieg. Am 27. August notierte Bitcoin laut The Block bei rund 79.700 US‑Dollar und lag damit auf 24‑Stunden- Sicht etwa 1,5 % im Plus – getragen von einer breiteren Erholung am Kryptomarkt.
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