DeepSeek hat Entwickler am Donnerstag vor einer deutlichen Verteuerung seiner API-Dienste gewarnt – ein Kurswechsel für ein Unternehmen, das bislang nur 0,14 US‑Dollar pro Million Eingabetokens berechnet.
Wichtigste Punkte:
- DeepSeek kündigt einen kräftigen Anstieg der API-Preise an, ohne konkrete Zahlen oder ein Datum zu nennen.
- Der Konzern liegt bislang weit unter westlichen Wettbewerbern: 0,14 US‑Dollar pro Million Eingabetokens und 0,28 US‑Dollar pro Million Ausgabetokens für V4 Flash.
- Die Warnung folgt auf Rekordnachfrage nach V4-Flash-0731 und Pläne für ein großes Rechenzentrum in der Inneren Mongolei.
DeepSeek informiert über API-Preiserhöhung
Das in Hangzhou ansässige Unternehmen hat die Mitteilung auf seiner Entwicklerplattform veröffentlicht – ohne Zahlen, ohne Prozentangaben und ohne Wirksamkeitsdatum.
Klar ist nur: Das gesamte Preisgefüge werde in naher Zukunft steigen, Details sollen später folgen. Kunden wurden aufgefordert, ihre Nutzung entsprechend zu planen – eine Formulierung, die keinerlei Hinweis auf das Ausmaß der Anhebung gab.
Aktuell verlangt DeepSeek für V4 Flash 0,14 US‑Dollar pro Million Eingabetokens und 0,28 US‑Dollar pro Million Ausgabetokens – Tarife, die den Markt um ein Vielfaches unterbieten. Moonshot AI ruft für das gleiche Volumen auf Kimi K3 3 bzw. 15 US‑Dollar auf, während Anthropic für seinen Dienst Fable 5 10 und 50 US‑Dollar listet.
Die Warnung erfolgte eine Woche nach dem Start von V4-Flash-0731, einem Modell mit 284 Milliarden Parametern, von denen jeweils rund 13 Milliarden gleichzeitig aktiv sind – ein Architekturansatz, der die Kosten eines typischen Aufrufs bei etwa drei Cent hält.
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Entwickler kritisieren Zeitpunkt der Ankündigung
Der KI-Entwickler Michael Guo hat den Zeitpunkt der Ankündigung in einem Social-Media-Beitrag am Donnerstag hinterfragt und argumentiert, DeepSeek lade mit diesem Schritt in der aktuellen Marktlage Probleme ein.
Er verweist darauf, dass US-Labore den Vorsprung, den DeepSeek bei Kosten und Leistungsfähigkeit einst hatte, weitgehend aufgeholt haben. Meta’s Muse Spark und OpenAI’s GPT-5.6 Luna konkurrieren inzwischen direkt um dieselben Entwicklerbudgets.
Nutzungsdaten zeigen, wie schnell die Last nach der allgemeinen Verfügbarkeit des Modells angestiegen ist. In den Rankings von OpenRouter lag V4 Flash in der Woche vom 27. Juli bis 2. August mit 7,22 Billionen Tokens auf Platz eins; die Coding-Plattform OpenCode erfasste am 1. August allein 8 Billionen Tokens an einem Tag.
DeepSeek rückt von Billigpreisen ab
Der Traffic in dieser Größenordnung verschlingt Chips und Strom in Dimensionen, die sich mit Kampfpreisen auf Dauer kaum darstellen lassen. DeepSeek plant deshalb ein großes Rechenzentrum in der Inneren Mongolei – Teil einer Offensive, sich eine Rechenkapazität von einem Gigawatt für den Eigenbedarf zu sichern.
Nvidia-Chef Jensen Huang schätzt, dass ein Ausbau dieser Größenordnung – ausgestattet mit modernsten Beschleunigern – rund 50 Milliarden US‑Dollar kosten würde.
Die nun avisierte Preiserhöhung ist bereits die zweite Anpassung binnen weniger Wochen. Erst Mitte Juli hatte DeepSeek zeitabhängige Tarife mit Spitzen- und Nebenzeiten eingeführt, um die Server in den stärksten Auslastungsphasen zu entlasten.
Zuvor hatte ein dauerhafter Preisnachlass auf V4 im Mai dafür gesorgt, dass inländische Wettbewerber wie ByteDance und Tencent ihre veröffentlichten Tarife ebenfalls nach unten korrigierten.
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