Alibaba hat am Montag ein KI-Modell mit 2,4 Billionen Parametern vorgestellt und damit den Kurs seiner Hongkonger Aktie um 7 % nach oben getrieben, während DeepSeek Anthropics Claude Fable 5 bei den Kosten um mehr als den Faktor 100 unterbietet.
Wichtigste Fakten:
- Alibabas Qwen3.8-Max umfasst insgesamt 2,4 Billionen Parameter und aktiviert pro Anfrage rund 95 Milliarden; offene Gewichte sollen nächste Woche folgen.
- Die Hongkonger Alibaba-Aktien schlossen 7 % im Plus, die in New York gehandelten ADRs lagen vorbörslich rund 4 % höher.
- DeepSeeks V4-Flash kostet je Benchmark-Test etwa 3 US-Cent – verglichen mit 3,15 US-Dollar für Claude Fable 5.
Qwen3.8-Max-Start treibt Alibaba-Aktie an
Der Konzern aus Hangzhou hat am Montag Qwen3.8-Max vorgestellt und spricht vom bislang leistungsfähigsten Modell seiner Qwen-Reihe. Das System verfügt über 2,4 Billionen Parameter – also die aus Trainingsdaten gelernten Stellschrauben – und nutzt pro Anfrage rund 95 Milliarden davon. Die Hongkonger Titel schlossen 7 % höher, die amerikanischen Hinterlegungsscheine legten im vorbörslichen Handel in New York etwa 4 % zu.
Qwen3.8-Max verarbeitet Text, Bilder und Videos und kann bis zu 1 Million Tokens auf einmal aufnehmen. Alibaba baut auf der bestehenden Qwen3.5-Architektur auf und setzt ein Mixture-of-Experts-Design ein, bei dem jeweils nur Teile des Netzwerks aktiviert werden.
Nach Unternehmensangaben hat das System allein für die Entwicklung eines Kommandozeilen-Tools 16 Tage Rechenzeit aufgewendet.
Auf Arena.AI belegt Qwen3.8-Max unter den Textmodellen den Spitzenplatz unter den chinesischen Systemen, liegt aber weiterhin hinter Claude Fable 5 und drei Opus-Varianten von Anthropic. In der Rangliste für Modelle, die Bilder und andere visuelle Daten verarbeiten, erreichte Qwen3.8-Max weltweit den zweiten Platz. Die offenen Gewichte sollen kommende Woche folgen – ein Novum für ein Qwen-Modell der Max-Klasse. Alibaba will sie auf Hugging Face und ModelScope veröffentlichen.
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DeepSeek V4-Flash unterbietet Claude Fable 5
DeepSeek hat am Freitag V4-Flash vorgestellt und verlangt 0,14 US-Dollar pro Million Eingabetokens sowie 0,28 US-Dollar pro Million Ausgabetokens. Artificial Analysis schätzt die durchschnittlichen Kosten auf rund 3 US-Cent pro Test – gegenüber 86 Cent bei Moonshot AIs Kimi K3, 1,86 US-Dollar bei OpenAIs GPT-5.6 Sol und 3,15 US-Dollar bei Claude Fable 5.
„Chinesische KI-Unternehmen haben einen wichtigen Markt gefunden“, sagt Lian Jye Su, Chefanalyst beim Research-Haus Omdia. Viele Geschäftsprozesse bräuchten demnach vor allem Modelle, die bezahlbar und leicht zugänglich sind.
Chinesischer KI-Preiskampf verändert die Ökonomik der Modelle
Offene Gewichte erlauben es Entwicklern, die Parametereinstellungen eines Modells herunterzuladen und anzupassen – einen Schritt, den Anthropic, OpenAI und Google bislang meiden. V4-Flash erzielte 50 von 100 Punkten im Artificial Analysis Intelligence Index und zieht damit mit Googles Gemini 3.6 Flash gleich.
Kimi K3 kommt auf 57 Punkte, während die Flaggschiffmodelle von Anthropic und OpenAI noch rund neun Punkte darüber liegen. V4-Flash erwies sich zudem als wortreich und erzeugte im Test etwa doppelt so viele Tokens wie der Median.
DeepSeek war Anfang 2025 weltweit in den Schlagzeilen, als seine R1- und V3-Modelle Tech-Aktien unter Druck setzten und Zweifel an der Höhe der US-KI-Investitionen weckten. Das Unternehmen machte eine zwischenzeitliche Preissenkung von 75 % später dauerhaft, und Wettbewerber wie Moonshot, MiniMax, Z.AI, ByteDance und Alibaba ziehen mit weiteren Preisnachlässen nach.
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