Das chinesische KI-Labor DeepSeek will eine Seed-Finanzierungsrunde für Winverse AI anführen, ein Robotik-KI-Start-up eines ehemaligen Tencent-Wissenschaftlers – zu einer Bewertung von rund 400 Millionen US‑Dollar.
Wichtigste Fakten:
- DeepSeek plant, eine Seed-Runde in zweistelliger Millionenhöhe bei Winverse AI zu führen.
- Gründer Hu Han leitete zuvor Robotik- und Vision-Language-KI-Teams bei Tencent.
- Die Transaktion ist noch nicht abgeschlossen; die Bewertung um 400 Millionen Dollar kann sich noch ändern.
DeepSeek steigt bei Winverse ein
Die Seed-Runde in zweistelliger Millionenhöhe würde Winverse nach dem Einstieg mit rund 400 Millionen US‑Dollar bewerten, berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen unter Berufung auf interne Informationen. Auch Long-Z, die Investment-Sparte von Meituan, soll sich beteiligt haben. Der Deal ist jedoch noch nicht final; sowohl die Bewertung als auch die Investorenliste können sich noch verschieben.
Winverse existiert erst seit wenigen Monaten.
Hu Han hat das Unternehmen in diesem Jahr gegründet, nachdem er bei Tencent als Wissenschaftler die Vision-Language- und Robotik-KI-Teams verantwortet hatte. Er promovierte an der Tsinghua-Universität und forschte zuvor bei Microsoft Research Asia und Baidu. Sein Abschied von Tencent fiel in eine Phase, in der der WeChat-Betreiber seine KI-Forschung neu ordnete, um zu Konkurrenten wie DeepSeek und Moonshot AI aufzuschließen.
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Vorstoß in die Robotik
Die Beteiligung zählt zu den bislang größten Wetten von DeepSeek auf ein junges Unternehmen, seit Hedgefonds-Manager Liang Wenfeng das Labor 2023 gegründet hat. Gleichzeitig treibt sie DeepSeek stärker in Richtung realer Anwendungen – etwa humanoide Roboter, die in Fabriken arbeiten.
China verfügt bereits über eine starke Fertigungsbasis für humanoide Roboterhardware. Die Ausstattung dieser Maschinen mit KI, die gesprochene Sprache versteht und komplexe Aufgaben in der physischen Welt zuverlässig ausführt, gilt jedoch als eigener, deutlich weniger ausgereifter Bereich.
US-Start-ups wie Skild AI und Physical Intelligence, unterstützt von Nvidia und Alphabet, werden Berichten zufolge bereits mit 14 Milliarden beziehungsweise 5,6 Milliarden US‑Dollar bewertet.
DeepSeek steht kurz davor, mindestens 80 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 12 Milliarden US‑Dollar, einzusammeln – mehr als das ursprüngliche Ziel von rund 50 Milliarden Yuan – und bereitet einen Börsengang für Anfang 2027 vor. Ein Großteil des Kapitals ist für das Training großer Modelle und den Ausbau von Rechenzentren vorgesehen; ein Teil könnte jedoch gezielt in Start-up-Deals fließen, die auf gemeinsame Entwicklung angelegt sind.
Winverse wäre nicht DeepSeeks erste Wette auf Robotik. Bereits im August zahlte das Labor 140,8 Millionen Yuan, rund 20,8 Millionen US‑Dollar, für einen Anteil von 2,31 % an Unitree Robotics, noch bevor der Hersteller humanoider Roboter in Shanghai an die Börse ging. DeepSeek akzeptierte dabei eine Lock-up-Periode von 36 Monaten – das Dreifache der Frist, die die meisten anderen strategischen Investoren eingingen. Analysten werten das Engagement daher eher als strategische Partnerschaft denn als reinen Rendite-Trade.
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