Asana hat die Kosten für seinen KI-Browser-Agenten in internen Tests um den Faktor 76 gedrückt – durch eine überarbeitete Datennutzung und den Wechsel auf OpenAIs GPT-6.1 Sol, wie beide Unternehmen mitteilten.
Wichtigste Punkte:
- Der optimierte Asana-Agent kostete mit GPT-6.1 Sol im Schnitt 0,47 US-Dollar pro Lauf, statt mindestens 36,21 US-Dollar mit einem Konkurrenzmodell.
- Allein die Anpassung des Workflows senkte die Kosten vor jedem Modellwechsel um den Faktor 29.
- Die Zahlen stammen aus einem eng gefassten Test und wurden nicht unabhängig geprüft.
Asanas StackAI-Test
OpenAI veröffentlichte die Ergebnisse am 9. Oktober in einer Fallstudie – einen Tag, nachdem Asanas Entwickler die zugrunde liegende Auswertung mit 144 Läufen offengelegt hatten.
Getestet wurde ein Browser-Agent innerhalb von StackAI, einer von Asana übernommenen Automatisierungsplattform, die Websites ansteuert, Formulare ausfüllt und Informationen ohne Programmieraufwand sammelt. In jedem Lauf musste der Agent Daten zu 32 Büchern zusammentragen.
In der ursprünglichen Produktivkonfiguration auf einem konkurrierenden Modell kostete ein Lauf mindestens 36,21 US-Dollar und dauerte mindestens 22,5 Minuten – einige Läufe scheiterten zudem an einem festgelegten Schrittelimit. Die optimierte Variante auf GPT-6.1 Sol lag im Schnitt bei 0,47 US-Dollar und rund vier Minuten pro Lauf; alle Durchgänge lieferten die korrekten Ergebnisse.
OpenAIs GPT-6 Astra, eingesetzt im Codex-Coding-Tool, entdeckte, dass der Agent seinen wachsenden Verlauf aus Seitentexten und Screenshots bei fast jedem Aufruf erneut komplett und damit teuer übermittelte. Astra testete daraufhin Lösungen: Der Verlauf wurde per Cache wiederverwendet, Screenshots durften sich zunächst bis zu 20 stapeln, bevor wieder auf einen reduziert wurde, und das Verlaufslimit wurde vervierfacht. Unter GPT-6.1 Sol stammten anschließend 89 % der Eingaben aus dem Cache.
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Frank Hidalgo über Kosten
Frank Hidalgo, CTO von StackAI, erklärte, die zugrunde liegende Analyse hätte ihn von Hand ein bis zwei Monate gekostet, mit dem neuen Ansatz aber etwa eine Woche. Die Modellkosten hätten bislang eingeschränkt, welche KI-Varianten Asana Kunden in diesem Bereich anbieten könne. Ein schlanker konfigurierter Agent ermögliche nun ein schnelleres Modell bei gleichzeitig niedrigeren Betriebskosten.
Eine Auswertung des KI-Routing-Anbieters OrcaRouter kommt zu dem Schluss, dass der Großteil der Einsparungen nicht vom Modellwechsel, sondern von der überarbeiteten Prozessgestaltung stammt.
Dieselben Workflow-Änderungen verringerten die Kosten beim Konkurrenzmodell bereits um den Faktor 29. GPT-6.1 Sol brachte bei identischer Listenpreis-Basis eine zusätzliche Reduktion um den Faktor 2,6 – ein Unterschied, den die Analyse auf die bessere Cache-Nutzung des Modells zurückführt.
Die Zahlen wurden bislang von keiner externen Stelle geprüft.
Für Asana ist es nicht das erste öffentlich gewordene Codex-Projekt. Am 7. August berichteten Asanas Entwickler, dass Codex-Agenten die Frontend-Tests des Unternehmens in rund zwei Wochen von einer veralteten Bibliothek migriert hätten – ein Vorhaben, für das intern ursprünglich rund fünf Jahre veranschlagt worden waren. Die Rechnung belief sich auf etwa 12.000 US-Dollar.
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