OpenAI hat am Freitag die Entwicklerpreise für sein Flaggschiffmodell GPT-5.6 Sol um mehr als 20 Prozent reduziert und den Satz für Ausgabetoken für drei Monate auf 20 US-Dollar je Million gesenkt.
Zentrale Punkte:
- GPT-5.6 Sol kostet nun 4 US-Dollar je Million Eingabetoken und 20 US-Dollar je Million Ausgabetoken, nach zuvor 5 bzw. 30 US-Dollar.
- Die reduzierten Tarife gelten für die API sowie Guthaben für ChatGPT Work und Codex; Pro-, Plus- und Business-Abos bleiben unverändert.
- Die Aktionspreise laufen mindestens bis zum 21. November – zu einem Zeitpunkt, an dem die durchschnittlichen Inferenzkosten für Unternehmen auf ein Tief seit 2026 fallen.
GPT-5.6-Sol-Preissenkung bei der API
Das Unternehmen hat die Änderung am 21. August im Detail erläutert und die neuen Sätze für Standardfälle mit kurzem Kontext auf der Programmierschnittstelle eingeführt, auf der OpenAI seine Preistabelle veröffentlicht.
Der Preis für zwischengespeicherte Eingaben fiel von 0,50 auf 0,40 US-Dollar je Million Token. Damit bleibt der zehnfache Rabatt für Entwickler bestehen, die denselben Kontext über wiederholte API-Aufrufe hinweg nutzen.
Guthaben für ChatGPT Work – das agentenbasierte Produkt – sowie für Codex, das Coding-Tool, profitieren ebenfalls von den niedrigeren Preisen. Pro-, Plus- und Business-Abonnenten zahlen dagegen weiterhin die bisherigen Tarife. Sol ist nach wie vor das teuerste Modell im OpenAI-Portfolio; der Aktionspreis gilt mindestens bis zum 21. November – in einem Umfeld zunehmenden Wettbewerbs durch Anthropic und Anbieter aus China.
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Jefferies meldet sinkende Inferenzkosten
Das Investmenthaus Jefferies hat die durchschnittlichen Inferenzpreise zwischen dem 6. und 8. August auf 1,16 bis 1,18 US-Dollar je Million Token gemessen – den bislang niedrigsten Wert dieses Jahres auf einem Index, der sowohl kommerzielle Anbieter als auch Open-Weight-Plattformen abbildet. Analysten um Thomas Chong führen den Rückgang auf striktere Kostendisziplin bei Tech-Konzernen in den USA und China sowie die rasche Verbreitung günstiger Open-Weight-Modelle wie DeepSeek zurück. Am 31. Mai hatten die Stückkosten noch bei 2,04 US-Dollar gelegen, Ende Juli bei 1,45 US-Dollar.
Der neue Eingabetarif von 4 US-Dollar bei Sol unterbietet nun Anthropics Claude Opus 5, der mit 5 US-Dollar je Million Eingabetoken und 25 US-Dollar je Million Ausgabetoken zu Buche schlägt. Damit ist das rabattierte OpenAI-Modell auf beiden Seiten der Bilanz günstiger. Der höher positionierte Claude Fable 5 liegt sogar bei 10 bzw. 50 US-Dollar je Million Token.
Kunden achten zunehmend auf den Preis, weil sich die Leistungsunterschiede zwischen den Spitzenmodellen weiter verringern – ein Muster, das der frühere Go-to-Market-Chef von OpenAI, Zack Kass, als „diminishing model returns“ bezeichnet. Dies schwächt die Fähigkeit einzelner Labore, für ihre Modelle nachhaltige Preisaufschläge durchzusetzen.
OpenAI-Preissenkungen seit Juli
Bereits am 30. Juli hatte OpenAI die Preise für den restlichen GPT-5.6-Produktstrang reduziert – rund drei Wochen, nachdem die Modelle Terra und Luna allgemein verfügbar wurden. Terra verbilligte sich um 20 Prozent auf 2 US-Dollar je Million Eingabetoken. Luna wurde um 80 Prozent auf 0,20 US-Dollar gesenkt, der kräftigste Abschlag innerhalb der Produktfamilie.
Zur Begründung verwies das Unternehmen damals auf optimierte GPU-Kernel im laufenden Betrieb und effizientere „speculative decoding“-Verfahren – Verbesserungen, die erzielt worden seien, indem GPT-5.6 seine eigene Laufzeitumgebung optimiert habe. Sol war von dieser Juli-Runde nicht betroffen. Vorstandschef Sam Altman argumentiert seit Längerem, dass vor allem hohes Nutzungsvolumen – und nicht hohe Margen pro Anfrage – die Trainingskosten für jeweils neue Generationen von Frontier-Modellen finanzieren werde.
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