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Die stille Fiskalkrise, die derzeit fast 5 % der gesamten US‑Wirtschaft aufzehrt

Die stille Fiskalkrise, die derzeit fast 5 % der gesamten US‑Wirtschaft aufzehrt

Die Vereinigten Staaten stehen vor einer eskalierenden fiskalischen Herausforderung, da die Zinszahlungen auf Staatsschulden im dritten Quartal 2025 auf den Rekordwert von 1,47 Billionen US‑Dollar gestiegen sind. Das treibt die Zinslasten von Bund, Ländern und Kommunen auf ein Niveau, das seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde, und verdeutlicht die wachsende Kostenbelastung durch die Finanzierung der Defizite der Nation.

Die aus dem Bureau of Economic Analysis aggregierten Daten, die in einem Schaubild mit stark ansteigenden Zinskosten in den vergangenen Jahren dargestellt werden, zeigen, wie der Schuldendienst zu einer der am schnellsten wachsenden Bundesverpflichtungen geworden ist. Er hat sich in den vergangenen vier Jahren nahezu verdoppelt und beansprucht nun einen größeren Anteil der Wirtschaftsleistung.

Zinszahlungen steigen als Anteil am BIP

Die Zinsausgaben von Bund, Ländern und Kommunen machen inzwischen rund 4,7 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA aus und liegen damit nahe dem höchsten Anteil seit 27 Jahren.

Am Anteil am BIP gemessen liegen die US‑Zinskosten damit über denen vieler OECD‑Länder, in denen die durchschnittliche Schuldenlast durch Zinsen geringer ist.

Ökonomen weisen darauf hin, dass die steigenden Zinszahlungen sowohl auf den langfristigen Schuldenaufbau als auch auf höhere Finanzierungskosten nach den Zinserhöhungen der Federal Reserve zu Beginn des Jahrzehnts zurückzuführen sind.

Nach Prognosen des Congressional Budget Office werden die Nettozinsen in den nächsten zehn Jahren schneller wachsen als andere große Ausgabenkategorien, was den Druck auf die Bundesfinanzen im Vergleich zu Sozial- und Ermessensausgaben erhöht.

Eine strukturelle fiskalische Belastung

Das Ausmaß der Zinslast hat weitreichende Auswirkungen auf die Regierungspolitik.

Im Jahr 2025 sollen die Zinszahlungen im ersten vollständigen Haushaltsjahr erstmals die Marke von 1 Billion US‑Dollar überschreiten – ein Niveau, das einige Analysten als das „neue Normal“ der US‑Staatsfinanzen bezeichnen.

Dies stellt einen starken Anstieg gegenüber rund 345 Milliarden US‑Dollar zu Beginn der COVID‑19‑Pandemie im Jahr 2020 dar.

Da Schatzpapiere fällig werden und zu höheren Renditen refinanziert werden, was die erhöhten langfristigen Zinsen widerspiegelt, dürfte die Zinslast strukturell hoch bleiben.

Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass steigende Schuldenstände einen Aufwärtsdruck auf langfristige Zinsen ausüben können, da die Märkte Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Tragfähigkeit einpreisen.

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Haushaltsabstriche und fiskalische Flexibilität

Der wachsende Anteil des Haushalts, der für Zinszahlungen aufgewendet wird, schränkt die fiskalische Flexibilität in anderen Bereichen wie Infrastruktur, Bildung und Gesundheitswesen ein.

Laut Analysten stehen Entscheidungsträgern angesichts steigender Zinskosten im Verhältnis zu den Einnahmen schwierige Entscheidungen über Ausgabenprioritäten und Steuern bevor, da weniger Mittel für Ermessensprogramme zur Verfügung stehen, ohne die Defizite weiter auszuweiten.

Zinszahlungen sind zudem zu einem bedeutenden Anteil der Bundessteuereinnahmen geworden und verringern den Spielraum für Fehler in wirtschaftlichen Abschwüngen oder bei Notfallausgaben.

Prognosen deuten darauf hin, dass der Schuldendienst ohne Änderungen der Fiskalstrategie andere Prioritäten verdrängen und langfristigen Druck auf die öffentlichen Finanzen ausüben könnte.

Historischer Kontext und politische Implikationen

Die USA haben in der Vergangenheit bereits hohe Schuldenlasten bewältigt, etwa nach dem Zweiten Weltkrieg, und die Schuldenquoten durch starkes Wirtschaftswachstum und haushaltspolitische Anpassungen gesenkt.

Die aktuellen Entwicklungen unterscheiden sich jedoch dadurch, dass der Schuldendienst in einer Phase relativ moderaten BIP‑Wachstums und anhaltender Defizite steigt – eine Kombination, die von Investoren und politischen Entscheidungsträgern genau beobachtet werden dürfte.

Während die Debatte über Lösungen – darunter Wachstumsstrategien, Ausgabenreformen und mögliche fiskalische Konsolidierung – anhält, macht das Ausmaß der Zinskosten im Jahr 2025 deutlich, dass der Schuldendienst von einer routinemäßigen Verpflichtung zu einer zentralen wirtschaftlichen Herausforderung geworden ist. Dies hat Folgen für die breitere US‑haushaltspolitische Perspektive.

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