Wichtigste Punkte
DogeOS hat am 30. September ein öffentliches Testnet gestartet und bietet Entwicklern erstmals eine EVM-kompatible Umgebung für Dogecoin – ein Mainnet-Termin ist noch offen
Das Zero-Knowledge-Rollup schreibt auf die Dogecoin-Chain und sichert Bridge-Übergänge derzeit über einen Validator-Mehrheitskonsens, eine Trusted Execution Environment und einen permissioned Sequencer
Der von DogeOS im Juli 2025 für Dogecoin Core vorgeschlagene Opcode OP_CHECKZKP ist weiter nur Gegenstand der Diskussion – Maintainer-Support fehlt, in der Diskussion gibt es Gegenwind
Dogecoin-Foundation-Direktor Timothy Stebbing stellt sich hinter das Projekt und betont, dass die Einfachheit der Basisschicht gewahrt bleiben müsse
DogeOS hat am 30. September ein öffentliches Testnet freigeschaltet und eröffnet Entwicklern damit erstmals die Möglichkeit, EVM-kompatible Anwendungen für Dogecoin zu bauen – eine Blockchain, die seit 12 Jahren ohne eigene App-Ökonomie auskommt.
Das Protokoll ist als Zero-Knowledge-Rollup konstruiert, das auf Dogecoin (DOGE) abrechnet. Die dafür nötige Dogecoin-Core-Änderung, mit der die Basisschicht diese Beweise nativ verifizieren könnte, ist allerdings noch nicht umgesetzt.
Was jetzt tatsächlich live ist
Das Testnet ist eine Entwicklungs- und Testumgebung, kein Produktlaunch. Developer, die bereits mit den Werkzeugen von Ethereum (ETH) arbeiten, können ohne neues Technologie-Stack direkt loslegen.
Einen Termin für das Mainnet nennt DogeOS nicht. CEO Jordan Jefferson erklärte gegenüber The Block, das Team konzentriere sich auf das Testnet und werde „den Mainnet-Fahrplan teilen, sobald wir die nächsten Entwicklungsmilestones erreichen“.
DogeOS stammt aus dem Umfeld des MyDoge-Wallet-Teams und hat in einer Finanzierungsrunde unter Führung von Polychain Capital 6,9 Millionen Dollar eingesammelt. „Heute beginnt Dogecoins Wandel vom reinen Asset hin zu einem Ökosystem“, sagte Jefferson.
Wie das Rollup heute abgesichert ist
DogeOS positioniert sich als Zero-Knowledge-Rollup mit Abrechnung auf Dogecoin – genau auf dieser Verankerung in der L1 ruht das Narrativ. Dogecoin-Foundation-Direktor Timothy Stebbing formuliert seine Bedingung für die Unterstützung klar.
„Die Reinheit des L1-Ledgers muss unangetastet bleiben, während wir eine Ebene darüber neue Nutzungsmöglichkeiten schaffen – genau das verkörpert DogeOS für mich“, sagte er. „Die Utility eines Smart-Contract-Systems, verankert in der Einfachheit des Dogecoin-Netzwerks.“
Aktuell kann Dogecoin diese ZK-Beweise nicht direkt prüfen. Der dafür notwendige Eingriff liegt seit über einem Jahr auf dem Tisch. Am 22. Juli 2025 eröffnete Jefferson im Dogecoin-Core-Repository eine Diskussion zu OP_CHECKZKP, einem Opcode, der die bislang als OP_NOP10 reservierte Nummer 185 neu belegen soll, um eine native Onchain-Verifizierung von Zero-Knowledge-Proofs zu ermöglichen.
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Damit könnte Dogecoin „zk-Rollups und andere Layer-2-Protokolle aktivieren, die den Durchsatz massiv steigern, ohne die Onchain-Last zu erhöhen“, heißt es im Vorschlag. Das Issue ist offen, kein Maintainer hat Zustimmung signalisiert, und im Diskussionsstrang gibt es Vorbehalte hinsichtlich Komplexität, Sicherheit und der Frage, ob der Eingriff mit Dogecoins Anspruch auf radikale Einfachheit vereinbar ist.
Ironischerweise würde das von DogeOS geforderte Upgrade genau jene Basisschicht verändern, deren Unantastbarkeit Stebbing zur Bedingung macht.
Bis dahin muss sich das Rollup off-chain absichern. Gegenüber The Block beschreibt Jefferson das aktuelle Setup als permissioned Sequencer, der parallel zu einem Validator-Set und einer Trusted Execution Environment läuft.
Ganz andere Reaktion als 2022
Im August 2022 erklärte Jens Wiëchers, Behauptungen, Dogecoin habe mit „Dogechain“ ein eigenes Testnetz gestartet, seien „falsch“ – niemand aus dem Umfeld der Foundation sei „in irgendeiner Form mit diesem Token verbunden“. Co-Gründer Billy Markus lehnte dem Vernehmen nach 14 Millionen Dollar für die Promotion ab.
Vier Jahre später verleiht ein Direktor der Stiftung einem Projekt derselben Kategorie seinen Namen.
Wer bereits baut
In der Ankündigung listet DogeOS elf Teams, die an Trading- und Lending-Protokollen, einem besicherten Stablecoin, Perpetuals und nicht liquidierbaren Optionen arbeiten. Gleichzeitig wird betont, dass „Verfügbarkeit und Funktionsumfang vom Zeitplan der einzelnen Teams abhängen“.
DOGE notierte Ende September bei rund 0,094 Dollar und damit etwa 60 % unter dem Vorjahresniveau. Dogecoin zählt zwar Millionen Halter, verfügt aber bislang kaum über eigene Anwendungen – genau diese Lücke will DogeOS schließen.
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