Danske Bank, Dänemarks größter Kreditgeber, bietet nun ihren Kunden Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) Exchange Traded Products über ihre Online- und Mobile-Banking-Plattformen an – und beendet damit einen achtjährigen, selbst auferlegten Bann auf Kryptodienstleistungen.
Die Bank betonte gleichzeitig, dass sie Kryptowährungen nicht als Anlageklasse empfiehlt und keine Beratungsleistungen für diese Produkte erbringen wird.
Zum Start stehen drei ETPs zur Verfügung: zwei, die Bitcoin abbilden, und einer auf Ethereum, alle herausgegeben von BlackRock und WisdomTree. Die Produkte fallen unter den Anlegerschutzrahmen der EU-Richtlinie MiFID II.
Was sich geändert hat
Die Danske Bank weigerte sich 2018, irgendeine Form des Handels mit Kryptowährungen zu unterstützen, und warnte Kunden, die Anlageklasse vollständig zu meiden. Dieses interne Verbot wurde 2021 erneuert.
Die Kehrtwende beruht laut Bank auf zwei Faktoren: steigender Kundennachfrage und regulatorischer Klarheit. Kerstin Lysholm, Leiterin Investment Products and Offering, verwies auf die EU-Verordnung Markets in Crypto-Assets als Entwicklung, die „das Vertrauen in Kryptowährungen insgesamt erhöht hat“.
Die ETPs stehen ausschließlich Selbstentscheidern auf der Plattform der Danske Bank zur Verfügung – also Kunden, die ohne Beratung investieren. Vor dem Kauf müssen Kunden einen Geeignetheitstest bestehen, der bestätigt, dass sie die Risiken kryptowertgebundener Produkte verstehen.
Was die Bank nicht sagt
Die Sprache rund um den Start ist für eine Produkteinführung ungewöhnlich vorsichtig. Die eigene Pressemitteilung der Danske Bank endet mit der Bitte an die Kunden, den Zugang zu ETPs nicht als Empfehlung zu verstehen. Kryptowährungen werden als „opportunistische Anlagen statt Teil einer langfristigen Portfoliostrategie“ eingeordnet.
„Der Zugang zu ausgewählten Krypto-ETPs auf der Handelsplattform der Danske Bank sollte nicht als Empfehlung der Anlageklasse durch die Danske Bank verstanden werden“, sagte Lysholm.
Die Bank hält außerdem 132.746 Aktien von Strategy, dem größten börsennotierten Bitcoin-Halter, im Wert von rund 17,6 Millionen US-Dollar – ein Detail, das die vorsichtige Darstellung zusätzlich einordnet.
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Warum das wichtig ist
Dänemark ist kein großer Kryptomarkt. Triple-A-Daten aus dem Jahr 2024 zählten rund 70.600 Krypto-Besitzer im Land, etwa 1,2 % der Bevölkerung. Chainalysis führte Dänemark in seinem Bericht 2025 auf Platz 84 von 151 Ländern bei der Krypto-Adoption.
Dennoch fügt sich der Schritt der Danske Bank in ein Muster ein. Europäische Banken haben seit dem vollen Inkrafttreten von MiCA den regulierten Zugang zu Krypto ausgeweitet, und die Nachfrage bestehender Bankkunden war häufig ein zentraler Treiber. Die ETP-Struktur ermöglicht es Instituten, Anlageexposure anzubieten, ohne sich direkt mit Verwahrung, Wallets oder Token-Handling befassen zu müssen.
Ob der defensive Ton der Danske Bank – das Produkt anzubieten, es aber gleichzeitig aktiv zu entmutigen – echte Risikoaversion oder vor allem haftungsrechtliches Risikomanagement widerspiegelt, ist die interessantere Frage.
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