Anchorage Digital erwägt eine neue Kapitalerhöhung, während der Krypto-Verwahrer einen möglichen Börsengang sondiert – ein Signal für wachsendes Vertrauen unter regulierten Digital-Asset-Unternehmen trotz jüngster Marktvolatilität.
Das in New York ansässige Unternehmen, dessen Tochtergesellschaft die erste bundesweit lizenzierte Digital-Asset-Bank in den USA betreibt, erwägt die Aufnahme von 200 bis 400 Millionen US-Dollar vor einem möglichen IPO bereits im kommenden Jahr, wie Bloomberg reported.
Zeitpunkt und Bewertung werden noch diskutiert, sagten die Quellen. Anchorage lehnte eine Stellungnahme zu den Plänen für die Kapitalbeschaffung oder einen möglichen Börsengang ab.
Stablecoin-Regulierung verändert Wachstumspläne
Die Expansion von Anchorage erfolgt, während Stablecoins tiefer in das regulierte Finanzsystem vordringen.
Im Rahmen des im Juli unterzeichneten GENIUS Act gehört Anchorage Digital Bank NA zu einer begrenzten Gruppe von Instituten, die in den Vereinigten Staaten berechtigt sind, dollarbesicherte Stablecoins auszugeben.
Diese regulatorische Positionierung hat das Unternehmen näher ins Zentrum der institutionellen Kryptoaktivität gerückt, insbesondere da Banken, Vermögensverwalter und Zahlungsdienstleister nach konformer digitaler Dollar-Infrastruktur suchen.
Im September kündigte Anchorage eine Partnerschaft mit Tether Holdings an, um die Einführung des USAT-Token für die US-Märkte zu unterstützen.
Die Zusammenarbeit unterstrich einen breiteren Wandel im Kryptobereich, da bundesrechtlich regulierte Einheiten zunehmend mit großen, krypto-nativen Liquiditätsanbietern zusammenarbeiten.
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Vorstandschef Nathan McCauley hat erklärt, das Unternehmen plane eine deutliche Erweiterung seines Stablecoin-Teams und verwies auf die steigende Nachfrage nach digitalen Dollars infolge der neuen Gesetzgebung und eines erneuten institutionellen Interesses Anfang dieses Jahres.
Institutionelle Unterstützung und Marktkontext
Anchorage nahm zuletzt Ende 2021 Kapital auf und sicherte sich 350 Millionen US-Dollar in einer Finanzierungsrunde unter Führung von KKR, an der sich unter anderem Goldman Sachs, GIC und Apollo Global Management beteiligten. Damit wurde das Unternehmen mit mehr als 3 Milliarden US-Dollar bewertet.
Die neuen Bemühungen um Kapitalaufnahme erfolgen, obwohl die Kryptopreise sich später im Oktober zurückzogen.
Dennoch ziehen infrastrukturorientierte Unternehmen im Bereich Verwahrung, Zahlungen und Stablecoins weiterhin Investoren an. Das stärkt die wachsende Ansicht, dass regulierte Krypto-Plattformen eher als langfristige Finanzinfrastruktur denn als rein zyklische Investments positioniert sein könnten.
Sollte Anchorage mit einem IPO fortfahren, wäre dies einer der bisher bedeutendsten Tests des öffentlichen Marktes für bundesrechtlich reguliertes Digital-Asset-Banking.
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