Ethereum (ETH)‑Entwickler prüfen derzeit 66 Vorschläge für das für 2027 geplante Hegotá‑Upgrade. Im Mittelpunkt stehen vor allem mehr Privatsphäre auf Protokollebene und ein robusterer Schutz vor Zensur.
Wichtigste Punkte:
- Die Entwickler filtern 66 Hegotá‑Vorschläge; FOCIL ist bereits fest für das Upgrade 2027 eingeplant.
- Frame Transactions wird weiter diskutiert; Keyed Nonces und Recent Roots zählen zu den Vorschlägen für native Privatsphäre.
- Zunächst steht Glamsterdam im 4. Quartal 2026 an, Hegotá definiert danach die nächste Phase der Ethereum‑Protokollroadmap.
Umfang von Ethereum Hegotá
Wie Medien am Sonntag berichtet haben, arbeiten die Entwickler an einer breiten Auswahl von 66 Vorschlägen, um Hegotá – das nächste große Netzwerk‑Upgrade nach Glamsterdam – inhaltlich abzustecken. Die Auswahl ist noch in Bewegung. In der Meta‑EIP zu Hegotá sind derzeit fork‑choice‑erzwungene Inclusion Lists (FOCIL) als gesetzt vermerkt, während Frame Transactions (EIP‑8141) weiter zur Diskussion steht.
FOCIL sieht vor, dass ein spezielles Validator‑Komitee Inclusion Lists erstellt, an die sich Block‑Builder halten müssen. Dadurch soll der Handlungsspielraum dominanter Builder, gültige Transaktionen auszusortieren, begrenzt werden – ein direkter Hebel zur Stärkung der Zensurresistenz.
In der Überprüfung sind zudem mehrere Datenschutz‑Vorschläge, darunter Keyed Nonces (EIP‑8250) und Recent Roots für Frame Transactions (EIP‑8272). Beide sollen neue Muster bei Transaktionen und Validierung ermöglichen. Die Entwickler wollen den Scoping‑Prozess in der nächsten Core‑Developer‑Konferenz am 17. August um 14:00 Uhr UTC fortsetzen. Vorschläge, die es nicht in Hegotá schaffen, können in späteren Upgrades erneut eingebracht werden.
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Fall für mehr Privatsphäre
Ethereum Foundation‑Mitwirkende Toni Wahrstätter plädiert dafür, Frame Transactions, Keyed Nonces und Recent Roots als Paket aufzunehmen, weil sie „native Privatsphäre“ für Anwendungen erschließen könnten – ohne dass Nutzer auf Intermediäre angewiesen sind. Die drei Vorschläge adressieren unterschiedliche technische Engpässe im Protokoll.
Frame Transactions würden ein neues Transaktionsformat einführen, bei dem sowohl die Validierung als auch die Gas‑Bezahlung programmierbar sind. Keyed Nonces wiederum würden getrennte Nonce‑Domänen erlauben, die speziell auf privacy‑orientierte Ausgabenmuster zugeschnitten werden können.
Recent Roots schließlich ermöglicht es Frame‑Transaktionen, auf geprüfte, jüngste State Roots zu verweisen. Auf diese Weise können Privacy‑Anwendungen kryptografische Beweise verifizieren, ohne auf veränderliche externe Speicherlösungen angewiesen zu sein. Zusammengenommen könnten diese Änderungen einen Teil der Privacy‑Infrastruktur näher an das Ethereum‑Basisprotokoll heranrücken.
Hegotá ist für 2027 vorgesehen, doch der endgültige Funktionsumfang ist offen. In den kommenden Monaten müssen die Entwickler Implementierungskomplexität, Sicherheitsabstriche und den Mehrwert jedes Features gegeneinander abwägen. Zuvor sieht die Ethereum‑Roadmap das Glamsterdam‑Upgrade im vierten Quartal 2026 vor, mit einem Schwerpunkt auf der Trennung von Proposern und Buildern (Proposer‑Builder Separation) sowie blockbasierten Access Lists. Hegotá markiert damit die nächste Etappe der umfassenden Protokollüberholung des Netzwerks.
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