Der Tron-Gründer Justin Sun reichte am Montag eine Klage gegen First Digital Trust (FDT) ein, wegen Insolvenzbedenken im Zusammenhang mit seinem TUSD Stablecoin. Dies führte dazu, dass ein weiteres FDT-Produkt, FDUSD, vorübergehend seine Dollarbindung verlor und auf $0,87 fiel, obwohl es nicht direkt in die rechtlichen Schritte involviert war.
Wissenswertes:
- FDUSD wurde auf $0,87 abgelehnt nach der Klage von Justin Sun gegen First Digital Trust
- Market Maker Wintermute zog nach den Vorwürfen über $30 Millionen von FDUSD ab
- Binance-Mitbegründer Yi He schlug vor, dass ihr Unternehmen eine unabhängige Prüfung der FDUSD-Reserven durchführt
Die unerwartete Preisbewegung löste eine Reihe von Reaktionen wichtiger Branchenakteure aus, darunter Binance-Mitbegründerin Yi He, die vorschlug, dass ihr Unternehmen die FDUSD-Reserven prüfen sollte, um das Marktvertrauen wiederherzustellen. In der Zwischenzeit zog der Kryptowährungs-Markt Market Maker Wintermute mehr als $30 Millionen von FDUSD ab, was das Asset weiter destabilisierte.
„First Digital Trust (FDT) ist faktisch insolvent und nicht in der Lage, Kundenfondsauszahlungen durchzuführen,“ erklärte Sun in seiner Erklärung, die der Klage beilag. „Ich empfehle den Nutzern dringend, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Vermögenswerte zu sichern. Ich fordere die Regulierungsbehörden und Strafverfolgungsbehörden auf, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um diese Probleme zu beheben und weitere größere Verluste zu verhindern. Der Ruf Hongkongs als globales Finanzzentrum steht auf dem Spiel.“
Suns Vorwürfe richteten sich speziell gegen TUSD, dennoch blieb dieser Stablecoin während der Kontroverse relativ stabil. FDUSD hingegen erlebte trotz keiner direkten Verbindung zu den Klageansprüchen erhebliche Preisschwankungen.
First Digital Trust wies die Anschuldigungen energisch zurück. „Die jüngsten Anschuldigungen von Justin Sun gegen First Digital Trust sind völlig falsch.
Dieser Streit betrifft TUSD und nicht FDUSD,“ erklärte das Unternehmen. „First Digital ist vollständig solvent. Dies ist eine typische Justin Sun-Schmutzkampagne, um einen Konkurrenten in seinem Geschäft anzugreifen. FDT wird rechtliche Schritte einleiten, um seine Rechte und seinen Ruf zu schützen.“
Marktimplikationen und Branchenreaktionen
Das Depegging von FDUSD wirft Bedenken hinsichtlich potenzieller umfassenderer Marktimplikationen auf. Als einer der größten Stablecoins mit bedeutender Unterstützung von Binance könnte seine Instabilität auf Kryptowährungsmärkte überschwappen, die auf Stablecoins für Liquidität und Handelspaare angewiesen sind.
Wintermutes erheblicher Rückzug von über $30 Millionen in FDUSD von Binance-Konten verstärkte die Marktunsicherheit. Die Entscheidung des Market Makers, seine Exponierung gegenüber dem Stablecoin nach Suns Anschuldigungen zu reduzieren, trug zum vorübergehenden Verlust der Dollarbindung bei.
Yi He sprach die Situation an und betonte, dass FDUSD nicht direkt mit Suns Stablecoin-Klage verbunden ist. Sie behauptete, sie habe keine Insiderkenntnisse über beide Parteien, schlug jedoch vor, dass Binance seine eigene unabhängige Prüfung der FDUSD-Reserven durchführen sollte, um das Vertrauen der Nutzer wiederherzustellen.
Das Kontroversen um FDUSD sind besonders bemerkenswert, da sie fast ein Jahr nach der Einigung von First Digital mit der SEC über Vorwürfe aufkommen, dass 99% der TUSD-Reserven in riskanten Fonds gehalten wurden. Diese frühere regulatorische Maßnahme verleiht Suns aktuellen Behauptungen einige Glaubwürdigkeit, obwohl sie speziell TUSD statt FDUSD betreffen.
Geschichte und Entwicklung von FDUSD
First Digital USD (FDUSD) wurde 2023 als reguliertes Stablecoin-Angebot von First Digital Trust, einer in Hongkong ansässigen Finanzinstitution, eingeführt. Der Stablecoin gewann schnell an Bedeutung im Kryptowährungsökosystem, insbesondere nach dem Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit Binance, der weltweit größten Kryptowährungsbörse. Im Gegensatz zu TUSD wurde FDUSD von Anfang an mit einem stärkeren Fokus auf regulatorische Compliance und transparentes Reserve-Management entwickelt, welches ihn als Alternative zu anderen großen Stablecoins auf dem Markt positioniert.
Abschlussgedanken
Die rechtliche Auseinandersetzung zwischen Justin Sun und First Digital Trust wird wahrscheinlich mehr Klarheit bieten, da beide Parteien ihre Ansprüche durch formelle Kanäle verfolgen. Sun bleibt bei seinen Anschuldigungen, dass First Digital bereits insolvent ist, während das Unternehmen angekündigt hat, rechtliche Schritte gegen das zu unternehmen, was es als „Schmutzkampagne“ bezeichnet.
Die Lösung dieses Streits könnte erhebliche Auswirkungen auf den breiteren Stablecoin-Markt haben und potenziell regulatorische Ansätze und das Vertrauen der Investoren in diese kritischen Kryptowährungswerte beeinflussen.