Google hat am Mittwoch Gemini 3.8 Flash vorgestellt – ein Modell, das auf einem unabhängigen Intelligenzindex 59 Punkte erreicht und deutlich günstiger bepreist ist als viele konkurrierende Spitzensysteme. Parallel startet eine streng regulierte Cybersecurity-Variante.
Wichtigste Punkte:
- Gemini 3.8 Flash erzielt 59 Punkte im Artificial Analysis Intelligence Index, drei Zähler mehr als die Version, die vor drei Wochen ausgeliefert wurde.
- Die Tokenpreise bleiben bis zum 31. Dezember bei 0,75 und 3,75 US‑Dollar pro Million stabil, obwohl die Kosten pro Aufgabe rund 40 % über dem Vorgänger liegen.
- Ein separater Cybersecurity-Build ist ausschließlich für geprüfte Regierungen, Betreiber kritischer Infrastrukturen und Software-Maintainer im neuen Fairwind-Programm zugänglich.
Benchmark-Ergebnisse von Gemini 3.8 Flash
Das Unternehmen hat beide Varianten am 2. September vorgestellt – es ist bereits die dritte Flash-Version binnen sechs Wochen. Beide Modelle basieren auf einem Kernsystem, das massiv auf Cybersecurity-Aufgaben trainiert wurde.
Eine Version ist auf Coding und Agentenfunktionen ausgerichtet, die andere durchsucht große Codebasen nach Sicherheitslücken – unter deutlich strengeren Zugangsauflagen.
Im Modus mit erhöhter „Reasoning“-Tiefe erreicht Gemini 3.8 Flash 59 Punkte im Artificial Analysis Intelligence Index, drei mehr als 3.7 Flash und damit auf Augenhöhe mit GPT‑5.6 Sol und Grok 4.6. Beim HLE-Verified-Benchmark – einem Test mehrstufigen Denkens in Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und professionellen Domänen – kommt das Modell auf 54,9 %. Google verweist insbesondere auf deutliche Fortschritte bei komplexen Software-Engineering-Aufgaben mit langem Planungshorizont.
Die Einführungspreise liegen bis zum 31. Dezember bei 0,75 US‑Dollar pro einer Million Input-Tokens und 3,75 US‑Dollar pro einer Million Output-Tokens. Zum Jahreswechsel verdoppeln sich beide Sätze.
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Warum Gemini pro Aufgabe teurer ist
Niedrigere Tokenpreise bedeuten nicht automatisch geringere Gesamtkosten. Pro Benchmark-Aufgabe summiert sich Gemini 3.8 Flash auf 0,58 US‑Dollar – rund 40 % mehr als die Vorgängerversion. Der Haupttreiber: Die durchschnittliche Antwortlänge ist um etwa 30 % auf 48.000 Tokens gestiegen, und Agentenläufe benötigen mehr Iterationen.
Damit bleibt Google im Kostenvergleich dennoch wettbewerbsfähig: Das Flaggschiff des Rivalen Anthropic liegt nach diesen Berechnungen bei fast dem Sechsfachen pro Aufgabe, womit Gemini 3.8 Flash klar an der Kostenspitze positioniert ist.
Tulsee Doshi, Senior Product Director, und Raluca Ada Popa, Sicherheitsverantwortliche für Gemini bei Google DeepMind, führen die höheren Pro-Aufgaben-Kosten darauf zurück, dass das Modell „härter arbeitet“ – also mehr Reasoning-Schritte einbaut und Tools wiederholt aufruft. Teams, die das bisherige Kostenprofil bevorzugen, können bei 3.7 Flash bleiben. Abonnenten der Pro- und Ultra-Stufen erhalten Zugang zu 3.8 Flash in der Gemini-App, im AI Mode und in Google Sheets.
Fairwind-Programm schirmt Cyber-Modell ab
Die Sicherheitsvariante ist hinter dem neuen Fairwind-Programm platziert, das nur für geprüfte staatliche Stellen, Betreiber kritischer Infrastrukturen sowie Maintainer zentraler Softwareprojekte offensteht.
In einem internen Test über 20 Programmiersprachen identifizierte das Modell Schwachstellen mit einer Erfolgsquote von über 70 %. Laut Google konnte das Chrome-Security-Team mit Hilfe des Cyber-Builds 2,6-mal mehr korrekte Patches erzeugen als mit deutlich größeren kommerziellen Konkurrenzmodellen. Ein Cloud-Forschungsteam lokalisierte eine kritische Verwundbarkeit in unter zwei Stunden – ein Vorgang, der üblicherweise Monate in Anspruch nimmt.
Der schnelle Veröffentlichungsrhythmus folgt auf eine schwierige Phase für Googles KI-Sparte: Ein für Juni avisierter Start von Gemini 3.5 Pro war geplatzt.
Demis Hassabis ist Anfang August als CEO von DeepMind zurückgetreten und in die Rolle des Chairman gewechselt, während Koray Kavukcuoglu mit dem Rang eines Senior Vice President die operative Führung übernommen hat.
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