Google brachte Gemini 3.5 Flash auf der I/O heraus und erzielte 55 Punkte im Intelligence Index von Artificial Analysis – in Schlagdistanz zu Rivalen von Anthropic und OpenAI.
Gemini-Flash-Preise
Das Modell ging in der Gemini API, Google AI Studio, Antigravity, Vertex AI und dem KI-Modus in der Suche allgemein an den Start. Es kostet 1,50 $ pro einer Million Eingabetokens und 9,00 $ pro einer Million Ausgabetokens – etwa ein Drittel dessen, was GPT-5.5 mit 5,00 $ bzw. 30,00 $ berechnet. Anthropic verlangt 5 $ und 25 $ pro einer Million Eingabe- bzw. Ausgabetokens für Claude Opus 4.7, womit Googles neue Stufe ebenfalls bei rund einem Drittel dieses Niveaus liegt.
Der unabhängige Benchmark-Anbieter Artificial Analysis platzierte das Modell mit 55 Punkten auf seinem zusammengesetzten Intelligenz-Score, neun Punkte über dem älteren Gemini 3 Flash.
Damit liegt es zwei Punkte hinter Claude Opus 4.7 und fünf Punkte hinter GPT-5.5.
Der Release wird als Standardmodell in der Gemini-App und im globalen KI-Modus ausgeliefert.
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Pro-Stufe am Horizont
Google erklärte, dass eine Pro-Version intern bereits genutzt wird und im nächsten Monat erscheinen soll. Wenn Flash bereits 55 Punkte erreicht, dürfte eine Pro-Version in das Frontier-Segment vorstoßen, das derzeit von Claude Opus 4.7 und GPT-5.5 besetzt ist.
DeepMind-Technikchef Koray Kavukcuoglu sagte gegenüber Reportern, das Flash-Modell „übertrifft unser neuestes Frontier-Modell 3.1 Pro in fast allen Benchmarks“. Google berichtete Ergebnisse von 76,2 % auf Terminal-Bench 2.1, 83,6 % auf MCP Atlas und 1.656 Elo auf GDPval-AA – allesamt über dem Flaggschiff vom Februar.
Wettbewerbsdruck
Die Einführung erfolgt in einer Phase, in der Nutzer gegen teuer bepreiste Flaggschiffe aufbegehren. Anthropic brachte Claude Opus 4.7 am 16. April heraus, und innerhalb von 48 Stunden dokumentierten Entwickler einen Tokenverbrauch, der 1,5- bis 3-mal höher lag als bei Opus 4.6, begleitet von Berichten über selbstsicher falsche Ausgaben. OpenAI verdoppelte mit dem GPT-5.5-Release die Preise für sein Flaggschiff-API und zog ähnliche Kritik von API-Kunden auf sich.
Die Entwicklerwerkzeuge von Google hatten bis Ende 2025 und Anfang 2026 gegenüber Claude Code und OpenAIs Codex stetig an Boden verloren, wobei Gemini 3.1 Pro trotz starker Paper-Scores in der Community nur verhalten aufgenommen wurde. Nutzer berichteten von inkonsistentem Verhalten in Drittanbieter-Harnesses und bemängelten in qualitativen Tests einen eher klinischen Konversationston.
Die Bezeichnung „Flash“ stand bisher für eine günstigere, kleinere Modellstufe. Da 3.5 Flash nun das frühere Pro-Flaggschiff in Coding- und Agenten-Suites übertrifft, scheint diese Unterscheidung in Googles Line-up zu verschwimmen.
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