Gold und Silber haben am Montag gemeinsam rund 1,05 Billionen Dollar an Marktwert eingebüßt. Auslöser waren verstärkte Wetten auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank, steigende US-Staatsanleiherenditen und ein festerer Dollar, die den Verkaufsdruck auf die zinslosen Edelmetalle deutlich erhöhten.
Wichtigste Punkte:
- Gold fiel um 2,9 % und rutschte unter die Marke von 4.200 Dollar – den tiefsten Stand seit Anfang August. Silber gab 4,97 % auf etwa 61,11 Dollar nach.
- Das CME-FedWatch-Tool signalisierte rund 70 % Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Oktober, während die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries 5,20 % erreichte und der Dollar-Index auf 101,39 stieg.
- Aus technischer Sicht deuten Chartmuster auf Kursziele von 3.943 Dollar für Gold und 54,51 Dollar für Silber hin, sollten die bärischen Formationen intakt bleiben; deutlich stärkere Tagesschlusskurse würden dieses Szenario abschwächen.
Massive Abverkäufe bei Gold und Silber
Der Marktwert von Gold lag vor dem Einbruch bei rund 30,04 Billionen Dollar. Der Rückgang um 2,9 % löschte etwa 871 Milliarden Dollar aus. Silber kam von einem Ausgangsniveau von etwa 3,65 Billionen Dollar und verlor rund 180 Milliarden Dollar. In Summe summiert sich der Wertverlust damit auf ungefähr 1,05 Billionen Dollar.
Gold notierte nach einem Tagesminus von 2,91 % bei rund 4.160 Dollar und fiel im Verlauf unter 4.200 Dollar – den tiefsten Stand seit Anfang August. Silber geriet noch stärker unter Druck und sackte um 4,97 % auf etwa 61,11 Dollar ab.
Der Verkaufsdruck speiste sich aus mehreren Märkten zugleich: Höhere Wahrscheinlichkeiten für weitere Zinsschritte der Fed mindern die Attraktivität renditeloser Anlagen wie Edelmetalle, während steigende Renditen von US-Staatsanleihen eine renditeträchtige Alternative bieten. Zugleich heizte Brent-Öl nahe 107 Dollar nach stockenden Gesprächen zwischen den USA und dem Iran die Inflationssorgen an. Der stärkere Dollar verteuerte Gold und Silber zusätzlich für Anleger außerhalb des Dollarraums.
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Signale von Beth Hammack
Die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Cleveland, Beth Hammack, deutete in der vergangenen Woche an, dass die Geldpolitik restriktiv bleiben müsse. Das bestärkte Erwartungen, dass die Finanzierungskosten längere Zeit hoch bleiben könnten. Höhere Zinsen belasten in der Regel Vermögenswerte ohne laufende Verzinsung.
Im Tageschart von Gold wurde nach dem Bruch der Nackenlinie um 4.320 Dollar Mitte September eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation bestätigt. Das daraus abgeleitete Kursziel liegt bei rund 3.943 Dollar, in der Nähe des 0,5-Fibonacci-Retracements. Ein Tagesschlusskurs über 4.400 Dollar würde das bärische Szenario deutlich abschwächen.
Silber rutschte unter 62,87 Dollar – ein Unterstützungsniveau, das bereits im Juni, August und Mitte September gehalten hatte. Das nächste bärische Ziel liegt nun bei etwa 54,51 Dollar. Ein nachhaltiger Anstieg zurück über 62,87 Dollar, gefolgt von einem Ausbruch durch die Zone von 66 bis 69 Dollar, würde die negative Perspektive invalidieren.
Im Fokus der Märkte stehen nun die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten: Am Mittwoch werden die ADP-Beschäftigungszahlen veröffentlicht, am Donnerstag folgen der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, am Freitag schließlich der offizielle Arbeitsmarktbericht mit den Non-Farm Payrolls. Der Freitag gilt als entscheidender Stimmungstest.
Ein robuster Arbeitsmarktbericht dürfte die Erwartungen weiterer Zinsschritte untermauern, während schwächere Daten den Druck auf Gold und Silber vorübergehend lindern könnten.
Der jüngste Kursrutsch folgt auf mehrere Wochen zunehmender technischer Schwäche bei beiden Edelmetallen. Gold pendelte zwei Wochen lang im Bereich zwischen 4.300 und 4.400 Dollar und testete damit die im September gebrochene Nackenlinie von unten. Silber wurde seit Ende August gleich dreimal im Widerstandsband zwischen 66 und 69 Dollar abgewiesen.
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