Google wird ab dem 22. Juli konkurrierende Android-App-Stores innerhalb des Play Stores zulassen – eine gerichtlich angeordnete Änderung, die den Zugang von Krypto-Apps zu US-Nutzern grundlegend verschieben könnte.
Wichtigste Punkte
- Google und Epic haben ihren Vergleich verworfen, sodass ein Kartellrechtsurteil aus 2024 nun ab 22. Juli konkurrierende App-Stores in Google Play erzwingt.
- Downloads laufen weiter über Google Play, inklusive Servicegebühr – Krypto-Apps gewinnen Regalfläche, entkommen den Play-Regeln aber nicht vollständig.
- Rivalisierende Stores müssen ihren Sitz in den USA haben, Malware strikt begrenzen und 5.000 Dollar Jahresgebühr zahlen, um in den gemeinsamen App-Katalog zu kommen.
Google beugt sich dem Gericht
Google und Epic Games haben diese Woche gemeinsam ihren geplanten Vergleich zurückgezogen und damit eine Kartellrechtsanordnung aus 2024 wieder in Kraft gesetzt, gegen die Google rund 18 Monate lang gekämpft hatte. Eine Jury stellte sich Ende 2023 auf die Seite von Epic, ein Berufungsgericht bestätigte das Rechtsmittel im vergangenen Jahr, und Google hat dem Gericht nun mitgeteilt, dass der Konzern zur Umsetzung bereit ist. Die Änderung greift bereits kommenden Mittwoch.
Die Unterlassungsverfügung von Richter James Donato sieht vor, dass US-App-Einträge standardmäßig auch in eingeschriebene konkurrierende Stores ausgespielt werden – Entwickler, die ausschließlich Google Play nutzen wollen, können ihre Apps davon ausnehmen. Jeder alternative Store muss in den USA ansässig sein, Malware bei Installationsversuchen unter 1 % halten und Google 5.000 Dollar pro Jahr zahlen, um Zugang zum gemeinsamen Katalog zu erhalten.
Google hat den Zeitplan über ein neues Programm zum Katalogzugang bestätigt, das vorerst nur für die USA geöffnet wird; andere Märkte bleiben unberührt. Technisch laufen sämtliche Downloads weiterhin über Google Play, inklusive Servicegebühr. Damit bleibt der Schritt deutlich hinter dem offenen Sideloading zurück, das Epic ursprünglich gefordert hatte. Ein Vergleich vom März hatte diese Gebühr bereits auf 20 % für Neuinstallationen und 10 % für Abos gesenkt – von zuvor 30 %.
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Was Krypto-Apps gewinnen
Für Krypto-Entwickler ist der Schritt relevant, weil Google seinen Griff um Wallets, Börsen und Token-Anwendungen auf der eigenen Plattform seit Jahren stetig verschärft.
Eine Ende 2025 in Kraft getretene Richtlinie verlangte von Wallet- und Exchange-Apps in den USA und Europa, über Geldtransfer- bzw. MiCA-Lizenzen zu verfügen, bevor sie in Play gelistet werden dürfen.
Kritiker monierten, dass Google damit deutlich über gesetzliche Anforderungen hinausgehe – insbesondere, weil US-Leitlinien Self-Custody-Wallets ausdrücklich nicht als Geldübermittler einstufen.
Konkurrierende Stores könnten Krypto-Apps nun unter weniger strengen Bedingungen kuratieren und Wallets, Börsen sowie Trading-Tools Sichtbarkeit verschaffen, die Google Play zuvor stark beschnitten hatte. Dennoch bleibt die Flucht nur teilweise: Jede Installation läuft weiter technisch über Googles Infrastruktur – inklusive der daran geknüpften Gebühr.
An den grundsätzlichen Regeln ändert die Anordnung nichts. Sie gilt nur bis zum 1. November 2027 und untersagt Google in diesem Zeitraum, Gerätehersteller dafür zu bezahlen, den eigenen Store bevorzugt zu behandeln.
Googles Krypto-Bilanz
Die Spannungen sind nicht neu. Google hat schon früher Krypto-News-Apps ohne nähere Begründung entfernt, davor On-Device-Mining-Tools verbannt und irreführende Token-Apps aus dem Verkehr gezogen. Die jüngste Lizenzoffensive zeigte, wie eine einzige Regel den Zugang für Bitcoin-Wallets (BTC) und vergleichbare Anwendungen de facto blockieren kann – ein wesentlicher Grund, weshalb Entwickler diesen Kurswechsel nun aufmerksam verfolgen.
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