OpenAI hat bekanntgegeben, dass die neue GPT‑5.6‑Familie zum bevorzugten Modell in Microsoft 365 Copilot aufsteigt – nur wenige Tage, nachdem Berichte aufgekommen waren, Microsoft verlagere einzelne Aufgaben auf interne Systeme.
Wichtigste Punkte:
- GPT‑5.6 läuft künftig in Word, Excel, PowerPoint, Copilot Chat und Cowork für Microsoft‑365‑Kunden.
- Die Ankündigung folgt zwei Tage nach einem Bericht, wonach Microsoft bestimmte Prompts auf eigene MAI‑Modelle umgestellt hat.
- Microsoft greift zusätzlich direkt über die OpenAI‑API auf GPT‑5.6 zu.
Rollout von GPT‑5.6 in Copilot
OpenAI hat die Umstellung parallel zum breiteren Start von GPT‑5.6 kommuniziert – einer neuen Flaggschiff-Reihe mit drei Varianten: Sol, Terra und Luna. Microsoft‑365‑Nutzer sollen das Modell quer durch Word, Excel, PowerPoint, Copilot Chat und Cowork im Einsatz sehen. Die gesamte Serie ist zudem in ChatGPT, Codex und über die OpenAI‑API verfügbar.
In Word soll GPT‑5.6 die Zahl der nötigen Promptrunden beim Entwerfen, Überarbeiten und Feinjustieren von Dokumenten deutlich senken, bis diese publikationsreif sind. In Excel verspricht OpenAI tiefere Analysen bei geringerem Token-Verbrauch; in PowerPoint wiederum sollen sich grobe Ideen mit weniger manuellem Fein-Tuning in präsentationsreife Foliensätze verwandeln lassen.
Microsoft nutzt das Modell zusätzlich direkt über die API – neben der nativen Integration in die Produktivitäts-Suite. Sol, die Flaggschiff-Variante, kostet 5 US‑Dollar je eine Million Input‑Tokens; Konzernchef Sam Altman betont, Sol sei bei Coding-Aufgaben 54 % tokeneffizienter. OpenAI reklamiert zudem, Sol übertreffe Anthropics Konkurrenzmodell Fable 5 auf einem vielbeachteten Coding-Benchmark um 2,8 Punkte.
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Gerüchte um OpenAI‑Microsoft‑Bruch
Das Timing ist bemerkenswert. Zwei Tage zuvor war berichtet worden, Microsoft beantworte einen Teil der Word‑ und Excel‑Prompts bereits mit eigenen MAI‑Modellen – als Teil eines breiteren Branchentrends, die hohen KI‑Kosten zu drücken.
Microsoft wollte sich auf Nachfrage nicht weiter äußern. Was der bevorzugte Status von GPT‑5.6 in der Praxis genau bedeutet, bleibt vorerst vage – außer, dass OpenAI‑Software weiterhin den operativen Kern der Microsoft‑Produktivitäts-Apps bildet. Zugleich schließt die neue Formulierung nicht aus, dass Microsoft seine hauseigenen Systeme stärker gewichtet. Der Konzern hatte auf der Build‑Konferenz im vergangenen Monat sieben zusätzliche MAI‑Modelle vorgestellt.
Nitin Agrawal, verantwortlich für Copilot und Agents bei Microsoft, sagte, Kunden „werden in der gesamten Suite noch ausgereiftere Ergebnisse erzielen können“.
Die Aussage spiegelt die Linie von OpenAI wider, wonach die Partnerschaft von Beginn an darauf ausgelegt gewesen sei, fortgeschrittene KI breiten Nutzergruppen in Unternehmen und im Privatbereich zugänglich zu machen.
Die Beziehung lockert sich seit mehr als einem Jahr. Microsoft, das seit 2019 rund 13 Milliarden US‑Dollar in OpenAI investiert hat, verlor im Januar 2025 den Status als exklusiver Cloud-Anbieter und gab im April den exklusiven Zugriff auf das geistige Eigentum von OpenAI auf.
OpenAI wird voraussichtlich noch in diesem Jahr an die Börse gehen – ein Listing, das das Unternehmen in einen direkten Wettbewerb mit Anthropic bringt, das seinerseits bereits vertraulich eingereicht hat.
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