Behauptungen in sozialen Medien, dass US‑israelische Angriffe auf den Iran 5 % der globalen Bitcoin‑(BTC)‑Hashrate auslöschen und einen massiven Ausverkauf auslösen könnten, sind von Branchenanalysten und Mining‑Managern als deutlich übertrieben zurückgewiesen worden.
Iran steht Anfang 2026 Schätzungen zufolge für 2–5 % der globalen Hashrate – nach einem Höchststand von rund 7,5 % im Jahr 2021 – wobei einige Experten den aktuellen Wert unter 1 % verorten.
Das Netzwerk selbst hat kaum reagiert: Die Hashrate von Bitcoin ist gestiegen – von rund 986 EH/s am 28. Februar auf einen Höchststand von 1,13 ZH/s am 1. März, bevor sie sich knapp unter 1 ZH/s einpendelte.
Was passiert ist
Beiträge auf X behaupteten, dass bei einem Sturz der iranischen Regierung rund 427.000 Mining‑Rigs abgeschaltet würden und Milliarden an Bitcoin auf die Märkte strömten.
Wolfie Zhao, Forschungsleiter bei TheMinerMag, nannte diese Befürchtungen überzogen und sagte gegenüber Decrypt, eventuelle Stromausfälle wären lokal begrenzt und in ihrem Ausmaß nicht mit Chinas Mining‑Verbot von 2021 vergleichbar.
Ethan Vera, COO von Luxor Technology, ging noch weiter und erklärte, eine iranische Störung hätte „keine wesentlichen Auswirkungen auf die Blockzeiten und null Auswirkungen auf die Sicherheit des Bitcoin‑Netzwerks“.
Die strukturellen Gegebenheiten stützen diese Sichtweise. Der Schwierigkeitsanpassungs‑Mechanismus von Bitcoin kompensiert automatisch verlorene Hashrate innerhalb von zwei Wochen. Selbst ein vollständiger Stillstand der iranischen Operationen würde daher nur eine vorübergehende technische Delle verursachen, bevor sich das Netzwerk neu ausbalanciert.
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Warum das wichtig ist
Die bedeutsamere Dimension des Konflikts könnte Irans breitere Kryptoökonomie sein – nicht seine Mining‑Leistung. Chainalysis schätzte, dass Irans gesamte Kryptoaktivität im Jahr 2025 7,78 Mrd. $ erreichte, wobei Adressen mit Bezug zu den Islamischen Revolutionsgarden im vierten Quartal 2025 allein für mehr als 50 % der gesamten Zuflüsse – über 3 Mrd. $ – verantwortlich waren.
Elliptic stellte fest, dass die ausgehenden Transaktionsvolumina iranischer Börsen innerhalb weniger Minuten nach dem ersten US‑israelischen Angriff um 700 % in die Höhe schossen – im Einklang mit historischen Mustern von Kapitalflucht bei innenpolitischen Schocks.
Das iranische Krypto‑Ökosystem fungiert unter internationalen Sanktionen als dolleralternative Finanzschiene. Konfliktbedingte Störungen dieses Systems unterscheiden sich deshalb materiell von möglichen Auswirkungen auf das Mining.
Durch Krieg verursachte Volatilität, so Analysten, ist eine Frage der Preiserwartungen – nicht der Angebotsstruktur des Netzwerks.
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