Der Forschungschef von Fundstrat, Tom Lee, sagte am Montag, der Aktienmarkt habe bereits den Großteil der negativen Effekte des laufenden Kriegs verarbeitet und schätzte, dass etwa 90 bis 95 % des Ausverkaufs wahrscheinlich abgeschlossen sind.
In einem Gespräch mit CNBC said Lee, historische Muster deuteten darauf hin, dass die Märkte sich früh in Konfliktzyklen anpassten, selbst wenn die geopolitische Unsicherheit noch nicht gelöst sei. Er merkte an, dass Aktien in früheren Kriegen typischerweise in der ersten Phase des Konflikts ihren Boden finden – oft lange vor dessen Ende.
Lee fügte hinzu, dass sich trotz anhaltender Volatilität das aktuelle Chancen-Risiko-Verhältnis für Aktien verbessert habe, da die Märkte eine längere Phase der Unsicherheit einpreisen.
Historische Muster deuten auf frühe Markttiefs hin
Lee sagte, die Analyse früherer großer Kriegsereignisse zeige, dass die Märkte ihre Tiefpunkte meist früh im Verhältnis zur Gesamtdauer des Konflikts erreichen.
Er verwies auf Beispiele wie den Zweiten Weltkrieg, in dem Aktien innerhalb weniger Monate ihren Boden fanden, obwohl der Krieg mehrere Jahre dauerte. Auf Basis dieses Musters sagte er, die jüngste Schwäche an den Märkten spiegele wahrscheinlich bereits einen großen Teil der Anpassung an das geopolitische Risiko wider.
Das deutet darauf hin, dass das weitere Abwärtspotenzial begrenzt sein könnte, sofern sich die Rahmenbedingungen nicht deutlich stärker verschlechtern als derzeit erwartet.
Märkte bleiben sensibel für Kriegsentwicklungen
Lee sagte, der Verlauf des Kriegs bleibe kurzfristig der wichtigste Treiber der Märkte und wiege derzeit stärker als die Geldpolitik der Zentralbanken.
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Er beschrieb den Markt als „vorgespannt wie eine Feder“, was bedeutet, dass eine klare Lösung oder Deeskalation einen kräftigen Aufwärtsschub bei Aktien auslösen könnte.
Zugleich merkte er an, dass Anleger weiterhin vorsichtig bleiben und viele auf konkrete Entwicklungen warten, bevor sie ihr Risiko neu ausrichten.
Inflation und geldpolitische Risiken weiter im Fokus
Lee räumte ein, dass es weiterhin Sorgen um die Inflation gebe, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und anhaltender geopolitischer Spannungen.
Allerdings sagte er, der derzeitige Preisdruck wirke eher wie ein vorübergehender Schock als wie der Beginn eines dauerhaft erhöhten Inflationszyklus. Er ergänzte, dass die Aufrechterhaltung der Glaubwürdigkeit der Geldpolitik entscheidend bleibe, um Inflationserwartungen zu verankern.
Lee verwies außerdem auf robuste Beschäftigungsdaten und steigende kriegsbedingte Staatsausgaben als Faktoren, die die wirtschaftliche Widerstandskraft stützen, und deutete an, dass Rezessionsrisiken möglicherweise weniger gravierend seien als befürchtet.
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