Kalshi sperrt George Santos lebenslang und verhängt Strafe von 71.356 Dollar wegen Wetten zur State-of-the-Union-Rede

Stock and copper markets could get Kalshi’s crypto-style perpetual futures under a new CFTC filing. (Image: Shutterstock)
Stock and copper markets could get Kalshi’s crypto-style perpetual futures under a new CFTC filing. (Image: Shutterstock)

Die Prognoseplattform Kalshi hat den früheren US-Abgeordneten George Santos dauerhaft vom Handel ausgeschlossen und mit einer Strafe von 71.356 US‑Dollar belegt. Hintergrund sind Wetten auf seine eigene Teilnahme an der State-of-the-Union-Rede.

Zentrale Punkte:

  • Kalshi verhängte erstmals in seiner Geschichte ein lebenslanges Handelsverbot – gegen Santos – und setzte eine Strafe von 71.356 Dollar fest.
  • Laut Börse hielt Santos große Positionen, während er öffentlich Ankündigungen machte, die die Kontraktpreise bewegten.
  • Bereits im Juli hatte er sich in einem separaten Bundesvergleich auf rund 35.000 Dollar und ein dreijähriges Handelsverbot eingelassen.

Kalshi verhängt erstes lebenslanges Handelsverbot

Kalshi veröffentlichte die Disziplinarverfügung am Montag, das unbefristete Verbot gilt jedoch bereits seit dem 28. August. Die Compliance-Abteilung kam zu dem Schluss, dass Santos Kontrakte gehandelt hat, deren Ausgang davon abhing, ob er im Februar der Rede von Präsident Donald Trump beiwohnen würde – ein Markt, dessen Ergebnis er selbst beeinflussen konnte. Ein Sprecher bestätigte, dass das Verbot auch mit seiner mangelnden Kooperation begründet wurde.

In der Mitteilung heißt es, Santos habe umfangreiche Positionen aufgebaut und anschließend eine Serie öffentlicher Aussagen zu seinen Plänen gemacht, die die Kontraktpreise jeweils in Richtung seiner aktuellen Position trieben. Einige dieser Aussagen seien unwahr oder irreführend gewesen, so das Protokoll, das auf der Unternehmensseite veröffentlicht wurde. Demnach erzielte Santos aus den Geschäften einen Gewinn von 17.839,57 Dollar – nur ein Bruchteil der nun fälligen Strafe.

Am Ende blieb er der Rede fern – dem Szenario, auf das er zuletzt gesetzt hatte.

Auch interessant: Solana testet Marke von 110 Dollar, während Großinvestoren frische Nachfrage aufbauen

CFTC-Strafen verschärfen Sanktionen gegen Santos

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ordnete im Juli an, dass Santos 17.569,98 Dollar an Handelsgewinnen herausgeben und zusätzlich ein zivilrechtliches Bußgeld von 17.500 Dollar zahlen muss. Damit schloss die Behörde ein separates Bundesverfahren auf Basis derselben Wetten ab. Das Paket von rund 35.000 Dollar ist mit einem dreijährigen Handelsverbot verbunden. Santos bestritt die Feststellungen der Behörde ebenso wenig, wie er sie anerkannte.

Die Bundesaufsicht weitete ihr Vorgehen am Freitag aus: Die CFTC belegte Gabriel Perez, einen ehemaligen Teleprompter-Bediener im Weißen Haus, mit einer Strafe. Perez hatte auf Formulierungen gewettet, die Trump in Reden verwenden würde, deren Text er vorab kannte. Er erzielte mit diesen „Mention“-Kontrakten mehr als 100.000 Dollar Gewinn und soll nun über 172.000 Dollar zahlen, nachdem die Aufseher die Summe wegen seiner Kooperation reduzierten.

Polymarket unter Beobachtung vor den Zwischenwahlen

Der Wettbewerber Polymarket betont, für die US‑Zwischenwahlen gerüstet zu sein – der nächste große Praxistest, ob Prognoseplattformen Fehlverhalten selbst wirksam unterbinden können, ohne auf ein Einschreiten der Regulatoren warten zu müssen.

Shana Bautista, globale Leiterin für Ermittlungen und Intelligence bei Polymarket, erklärte, dass die Überwachungssysteme bereits heute ungewöhnliche Handelsmuster automatisch markieren.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben über 100 Fälle an Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet – darunter Wetten eines Soldaten, der vertrauliche Informationen genutzt haben soll, um auf die mögliche Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu setzen.

Das Repräsentantenhaus hatte Santos 2023 nach einer Ethikuntersuchung zu Betrugs- und Wahlkampffinanzierungsverstößen ausgeschlossen. Später verurteilte ihn ein Richter zu 87 Monaten Haft. Trump wandelte das Urteil nach 84 abgesessenen Tagen in eine Begnadigung um; die umstrittenen State-of-the-Union-Geschäfte erfolgten wenige Monate nach seiner Entlassung.

Weiterlesen: Goldfonds erreichen Sechsmonatshoch mit wöchentlichen Zuflüssen von 4,21 Milliarden Dollar

Alexey Bondarev profile photo

Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.