Forschende von Alloc Init haben ein Konzept vorgelegt, mit dem sich bei Bitcoin (BTC) Absender, Empfänger und Transaktionshöhe verschleiern lassen sollen – angelehnt an die Kryptografie von Zcash (ZEC), aber ohne Soft Fork der Bitcoin-Regeln.
Kernaussagen:
- Shielded Bitcoin von Alloc Init soll mit verschlüsselten Notes und Zero-Knowledge-Proofs Transaktionsdetails auf Bitcoin verbergen.
- Nicht Miner, sondern sogenannte Indexer prüfen die Beweise, sodass die Bitcoin-Konsensregeln unverändert bleiben.
- Kritiker bemängeln zu Beginn eine geringe Anonymitätsmenge und fehlende Widerstandsfähigkeit gegen Quantenangriffe.
Das Design von Shielded Bitcoin
Clara Shikhelman, Mikhail Komarov und Aleksei Moskvin haben am Donnerstag das Paper veröffentlicht, das den Titel „Shielded Bitcoin“ trägt. Das System setzt auf verschlüsselte Notes, öffentliche Nullifier und Zero-Knowledge-Proofs, um Beträge, Absender, Empfänger sowie Verknüpfungen zu zuvor ausgegebenen Coins zu verbergen. Anders als Zcash würde das System jedoch keine eigene Blockchain und keinen eigenen Konsensmechanismus betreiben.
Miner hätten bei der Regelüberwachung keine aktive Rolle: Die Transaktionen würden als reine Daten auf der Bitcoin-Blockchain liegen, während separate Softwareinstanzen – sogenannte Indexer – die Beweise prüfen, Double Spends verwerfen und den Systemzustand rekonstruieren. Ein Nutzer, der 1 BTC einzahlt, erhielte eine private Note mit demselben Wert; das Versenden von 0,2 BTC würde diese Note in zwei neue, verschlüsselte Notes aufteilen.
Noch fehlt ein ausgereifter Peg-Mechanismus, um Coins hinein- und hinauszubewegen; die Autoren erheben keinen Anspruch darauf, dass diese Schritte privat sind. Dieses Bauteil soll mit PIPEs v2, einem Verfahren zur Witness-Verschlüsselung, entwickelt werden; ein weiteres Paper wurde in Aussicht gestellt. Ein technisches Review bewertete die Privatsphäre-Eigenschaften auf einem Niveau mit den Shielded Pools von Zcash.
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Reaktionen von Zavodil und Ben-Sasson
Entwickler Vadim Zavodil hat den Plan kritisiert. Zcash habe den größten Teil dieses Privacy-Stacks bereits aufgebaut, argumentierte er, während ein neuer Pool zunächst nicht über die über Jahre gewachsene Anonymitätsmenge von Zcash verfüge. „Ein brandneues Metaprotokoll startet bei null, also versteckt sich Ihre erste private Transaktion in einer Menge von eins“, schrieb er.
Die Forschenden räumten in einem begleitenden Beitrag einen ähnlichen Punkt ein: Große Einzahlungen erzeugten nicht automatisch eine große Anonymitätsmenge. Beobachter könnten Transaktionen weiterhin zuordnen, wenn nur wenige Akteure den Großteil der Notes erzeugen oder Wallets sich durch charakteristische Muster verraten. Pierre-Luc Dallaire-Demers, Gründer des Post-Quanten-Kryptografie-Unternehmens Pauli Group, brachte zudem ein weiteres Risiko ins Spiel: Die Konstruktion sei interessant, aber „überhaupt nicht quantenresistent“.
Eli Ben-Sasson, CEO von StarkWare, äußerte sich deutlich positiver. Das ursprüngliche Ziel des Zerocash-Papers von 2014, an dem er mitgeschrieben hat, sei es gewesen, Privatsphäre nach Bitcoin zu bringen, betonte er. Zwar habe er den neuen Vorschlag noch nicht im Detail gelesen, doch er wolle sehen, dass Privatsphäre und Skalierbarkeit mittels Zero-Knowledge-Proofs auf die Bitcoin-Basis-Schicht gelangen.
Zcash selbst, das aus dieser Forschung hervorgegangen ist, steht vor einem größeren Umbau. Das NU7-Upgrade soll die Ziel-Blockzeit von 75 Sekunden auf 25 Sekunden senken und das Ausgeben aus dem alten Sprout-Shielded-Pool stoppen. Die Testnet-Aktivierung ist für den 6. Oktober geplant; am 20. Oktober wollen die Entwickler entscheiden, ob der Mainnet-Start am 5. November kommt.
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