Andy Burnham hat am Montag als bereits siebter britischer Premierminister innerhalb von zehn Jahren sein Amt angetreten – und die Kryptobranche verfolgt genau, ob der frühere Bürgermeister von Manchester den bislang eher vorsichtigen Kurs der Labour-Partei bei digitalen Assets aufweicht.
Wichtigste Punkte:
- Andy Burnham löste Keir Starmer am 20. Juli als britischen Premierminister ab, nachdem er ohne Gegenkandidaten Labour-Chef wurde.
- Branchenvertreter erwarten einen freundlicheren Ton gegenüber digitalen Assets, während der auf 2027 zielende FCA‑Regelrahmen weiter voranschreitet.
- Burnham hat bereits erklärt, er wolle Manchester zu einer Web3‑Hochburg machen.
Burnham übernimmt die Regierungsgeschäfte
Der 56‑Jährige löste Keir Starmer am Montag offiziell im Amt ab, nachdem er von König Charles III. mit der Regierungsbildung beauftragt wurde – der vorläufige Höhepunkt eines rasanten Aufstiegs, der mit seinem Nachwahlsieg im Wahlkreis Makerfield am 18. Juni begonnen hatte. Starmer hatte nach schweren Verlusten bei Kommunalwahlen im Juni seinen Rücktritt angekündigt. Burnham kandidierte daraufhin ohne Gegenkandidaten für den Labour-Vorsitz und wurde am 17. Juli bestätigt.
Kryptounternehmen reagierten mit vorsichtigem Optimismus. Branchenkenner sehen ihn als offener für digitale Vermögenswerte als große Teile der Labour‑Spitze, auch wenn er bislang kein ausgearbeitetes Konzept für den Sektor vorgelegt hat.
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Ausblick auf die Kryptoregulierung
Nick Jones, Geschäftsführer der britischen Digital-Asset‑Plattform Zumo, sagte, Burnham habe den wirtschaftlichen Nutzen des Sektors stets betont und werde voraussichtlich an einem wachstumsorientierten Kurs festhalten. Tom Rhodes, Chief Legal Officer des Stablecoin‑Emittenten Agant, formulierte es deutlicher: Die Aufseher seien unabhängig, und die „Regulierung von Kryptoassets ist weitgehend ausverhandelt“. Benoit Marzouk, Chef des Pfund‑Stablecoin‑Anbieters tGBP, rechnet eher mit pragmatischer, nüchterner Politik als mit großen symbolischen Schritten.
Der Regulierungsrahmen entwickelt sich ohnehin weiter: Ein im Februar verabschiedetes Gesetz holt Börsen, Stablecoin‑Emittenten und Verwahrer in den regulierten Bereich, als Vorbereitung auf ein Genehmigungsregime der Financial Conduct Authority, das am 25. Oktober 2027 starten soll. Die Regierung Starmer verhängte zudem im März einen Stopp für Kryptospenden an politische Kampagnen; Analysten halten es für wenig wahrscheinlich, dass Burnham diese Entscheidung vollständig zurückdreht.
Burnhams Web3‑Bilanz
Burnhams Offenheit gegenüber der Branche reicht zurück zu einer Veranstaltung 2024 in Manchester, organisiert von der Manchester Blockchain Alliance und der von Coinbase unterstützten Initiative Stand With Crypto. Dort erklärte er Unternehmerinnen und Unternehmern, die Stadt könne zu einer „Web3‑Powerhouse“ werden. Zugleich räumte er bei derselben Veranstaltung ein, dass sein technisches Verständnis von Krypto noch überschaubar sei.
Im eigenen Tracking‑Tool der Lobbygruppe wird er bis heute als Politiker ohne formale Position zum Sektor geführt.
Prognosemärkte hatten seinen Aufstieg lange vor Montag eingepreist.
Auf Polymarket notierten Trader Burnhams Wahrscheinlichkeit, Premierminister zu werden, bereits Ende Juni bei rund 97 %, mit etwa 12,5 Millionen Dollar Einsatz auf den entsprechenden Kontrakt; das Volumen stieg bis zur schlussendlichen Entscheidung zu seinen Gunsten auf rund 16,65 Millionen Dollar.
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