Moonshot AI hat am 27. Juli die vollständigen Gewichte seines Modells Kimi K3 offengelegt und damit erstmals ein System mit 2,8 Billionen Parametern frei zugänglich gemacht.
Wichtigste Punkte:
- Moonshot veröffentlicht die vollständigen Gewichte von Kimi K3 – dem bislang größten Open-Weight-KI-Modell.
- Das System verfügt über 2,8 Billionen Gesamtparameter, aktiviert aber pro Token nur 16 seiner 896 Expert*innen.
- Investor*innen bewerten Moonshot in einer laufenden Finanzierungsrunde mit 31,5 Milliarden US‑Dollar; vor einem Börsengang in Hongkong peilt das Unternehmen 50 Milliarden US‑Dollar an.
Kimi K3-Gewichte beenden zehntägige Wartezeit
Moonshot hat Kimi K3 am 16. Juli zunächst über seine API und die Consumer-App gestartet und das Modell auf der World Artificial Intelligence Conference in Shanghai vorgestellt – die Gewichte wurden jedoch für zehn Tage zurückgehalten.
Das Unternehmen hatte in seinem technischen Blogbeitrag zugesagt, die vollständigen Gewichte bis zum 27. Juli zu veröffentlichen, und nutzte die Zwischenzeit, um sich mit Inferenzpartnern und Open-Source-Maintainern abzustimmen. Wer über die nötige Hardware verfügt, kann nun rund 594 Gigabyte quantisierte Modelldaten herunterladen.
Das Modell umfasst 2,8 Billionen Parameter, nutzt aber pro Token nur 16 seiner 896 Expertinnen – etwa 1,8 Prozent des Gesamtpools – und bietet ein Kontextfenster von 1 Million Tokens. In Benchmark-Tests der Arena wurde K3 im Bereich Frontend-Code mit 1.679 Punkten auf Platz eins eingestuft – noch vor Anthropics Claude Fable 5 in Blindtests mit Entwicklerinnen. Moonshot empfiehlt, das Modell auf Clustern mit mindestens 64 Beschleunigern zu betreiben.
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Nathan Lambert: K3 ist das stärkste offene Modell
Die Reaktionen aus der Forschung ließen nicht lange auf sich warten.
Nathan Lambert, Autor des Newsletters Interconnects, bezeichnete K3 in einem Beitrag als das bislang stärkste offene Modell, das je veröffentlicht wurde. Seiner Einschätzung nach hat sich der Vorsprung geschlossener gegenüber offenen Systemen von vormals diskutierten sechs bis neun Monaten auf eher drei bis fünf Monate verkürzt. Offene Gewichte setzen zudem die Margen der Labore unter Druck, die bislang davon profitierten, dass niemand sonst ihre Modelle herunterladen und lokal betreiben konnte.
Kyle Chan, Fellow am Brookings Institution, argumentierte in einem Beitrag, dass offene Gewichte es Moonshot erlauben, Rechenkapazitäten mitzunutzen, in die andere Unternehmen bereits investiert haben und die nun für K3 eingesetzt werden können.
Dean Ball, zuständig für strategische Zukunftsfragen bei OpenAI, vertritt die gegenteilige Position. Er warnte, eine Welt, in der leistungsfähige Modelle frei herunterladbar sind, weise in Richtung dessen, was er als vollständigen „KI-Kommunismus“ bezeichnet.
Moonshot-Bewertung steuert auf 50 Milliarden US‑Dollar zu
Investor*innen haben Moonshot in einer aktuellen Finanzierungsrunde mit 31,5 Milliarden US‑Dollar bewertet. In einer letzten Runde vor einem geplanten Börsengang in Hongkong strebt das Unternehmen eine Bewertung von bis zu 50 Milliarden US‑Dollar an. Die jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) erreichten im Juni 300 Millionen US‑Dollar, nach 200 Millionen im April; die täglichen Einnahmen haben sich seit dem Start von K3 mindestens versechsfacht.
Parallel dazu hat Washington signalisiert, dass ausländische Open-Source-Modelle künftig stärker auf mögliche Verletzungen geistiger Eigentumsrechte geprüft werden sollen.
Yang Zhilin gründete Moonshot im Jahr 2023. Noch im Mai lag die Bewertung des Unternehmens bei etwas über 20 Milliarden US‑Dollar – eine Marke, die inzwischen deutlich überschritten wurde. Nach dem Start von K3 musste Moonshot binnen weniger Tage neue Abonnements vorübergehend stoppen, weil die Nachfrage die verfügbaren Rechenkapazitäten klar überstieg.
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