Payward, die Muttergesellschaft der Krypto-Börse Kraken, hat am Freitag für das vergangene Quartal einen bereinigten Gewinn von 23 Mio. US‑Dollar gemeldet – ein Rückgang um 71 % gegenüber dem Vorjahr, obwohl der Umsatz um 17 % zulegte.
Wichtigste Fakten:
- Paywards bereinigter Vorsteuergewinn sank im zweiten Quartal auf 23 Mio. US‑Dollar, nach 79,7 Mio. US‑Dollar im Vorjahreszeitraum.
- Der bereinigte Umsatz stieg um 17 % auf 508 Mio. US‑Dollar, während der Rivalen Coinbase im gleichen Zeitraum einen Umsatzrückgang von 19 % verbuchte.
- Das Unternehmen setzt seine Einkaufstour trotz Marktschwäche fort und hat seinen auf Eis liegenden Börsengang bislang nicht neu terminiert.
Gewinn bricht ein, Umsatz legt zu
Die Zahlen wurden in einem Aktionärsbrief offengelegt, über den Bloomberg berichtete, sowie in einer zeitgleich veröffentlichten Quartalsmitteilung zum zweiten Quartal. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag für die drei Monate bis zum 30. Juni bei 23 Mio. US‑Dollar, nach 79,7 Mio. US‑Dollar im Vorjahr. Der bereinigte Umsatz erreichte 508 Mio. US‑Dollar.
Beim Handelsvolumen zeigte sich ein anderes Bild: Das gesamte Transaktionsvolumen auf der Plattform sank auf 310 Mrd. US‑Dollar, da der Kassahandel branchenweit abkühlte. Gleichzeitig stieg die Zahl der finanzierten Konten um 42 % auf den Rekordwert von 6,6 Mio., während verwaltete Kundenvermögen bei rund 40 Mrd. US‑Dollar lagen.
Der größte Wettbewerber schlug den umgekehrten Weg ein. Coinbase meldete für dasselbe Quartal einen Umsatz von 1,22 Mrd. US‑Dollar, ein Rückgang um 19 % gegenüber dem Vorjahr, bei einem Nettoverlust von 359,5 Mio. US‑Dollar. Ein Großteil des Fehlbetrags ging auf gesunkene Marktwerte der Krypto-Bestände in der eigenen Bilanz zurück, weniger auf ein schwächeres operatives Geschäft.
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Co-CEO Arjun Sethi verteidigt Zukäufe von Payward
Co-CEO Arjun Sethi stellt das Quartal als Investition in Größenvorteile dar. Er sagte, drei Kräfte veränderten derzeit die globalen Märkte, darunter eine „Konvergenz der Anlageklassen“ und die Automatisierung der Marktteilhabe. Die Ergebnisse verknüpfte er mit der Strategie, eine integrierte Plattform statt vieler Einzellösungen aufzubauen.
Sethi bremst die Ausgaben nicht. Payward zahlte 2025 rund 1,5 Mrd. US‑Dollar für den Terminbroker NinjaTrader und schloss am 1. Mai eine bis zu 550 Mio. US‑Dollar schwere Übernahme der Derivateplattform Bitnomial ab. Am 1. Juli folgte der Kauf des Stablecoin-Zahlungsanbieters Reap für bis zu 600 Mio. US‑Dollar, nach früheren Deals für das Tokenisierungsunternehmen Backed und den Token-Manager Magna.
Diese Übernahmen haben den Umsatzmix deutlich verschoben: Ertragsquellen auf Basis verwalteter Vermögen und sonstige Erträge machen inzwischen 60 % des Gesamtumsatzes aus, nach 55 % im Vorjahr – ein weiterer Schritt weg von rein transaktionsabhängigen Gebühren. Externe Investoren können diese Angaben jedoch nicht verifizieren, da Payward nicht börsennotiert ist und die bereinigten Kennzahlen keiner externen Prüfung unterliegen – anders als bei Coinbase, das seine Zahlen quartalsweise bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen muss.
Kraken-Börsengang bleibt ausgesetzt
Die Börsenpläne liegen weiter auf Eis. Payward reichte am 19. November 2025 einen vertraulichen Entwurf des S-1-Registrierungsdokuments bei der US-Börsenaufsicht ein, stoppte den Prozess im März wegen der schwächeren Märkte und strich im Mai rund 150 Stellen – etwa 5 % der Belegschaft. Ein neuer Zeitplan wurde nicht genannt. Damit warten Investoren, die im vergangenen November noch eine Bewertung von 20 Mrd. US‑Dollar mittrugen, weiter auf testierte Zahlen, zu deren Veröffentlichung Payward erst ein Börsengang zwingen würde.
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