Mastercard ermöglicht es KI-Agenten, im Namen von Karteninhabern einzukaufen. Basis ist eine neue Kooperation mit Alchemy – ein Manager verweist darauf, dass inzwischen rund 132 Millionen Verbraucher KI nutzen.
Wichtigste Punkte:
- Alchemys AgentCard stellt KI-Agenten Einmal-Mastercard-Daten für Onlinekäufe zur Verfügung.
- Karteninhaber können Ausgabenobergrenzen, Händlerbeschränkungen und Freigabepflichten setzen.
- Alchemy hat im Juni ein ähnliches Abkommen mit Visa geschlossen; beide Netzwerke arbeiten an gemeinsamen Agenten-Standards.
Start von Mastercard AgentCard
Alchemy gab die Integration am Donnerstag per Pressemitteilung und X-Post bekannt. Das Produkt AgentCard ist nun an Mastercard Agent Pay angebunden, den Rahmen des Kartennetzwerks für von KI-Agenten ausgelöste Zahlungen. Laut Unternehmen können Agenten die Kartendaten bei jedem Online-Händler einsetzen, der Mastercard akzeptiert.
Über ein einziges Command-Line-Tool können Entwickler einem Agenten in weniger als einer Minute eine E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer, ein Stablecoin-Wallet und einmalig nutzbare Mastercard-Zahlungsdaten zuweisen. Das Produkt unterstützt zudem „Verifiable Intent“, ein Mastercard-Framework, das dokumentiert, was ein Nutzer freigibt – inklusive Händler und Betrag.
Die Zahlungsdaten werden tokenisiert und mit der bestehenden Karte des Nutzers verknüpft, sodass Bonusprogramme und Kreditlinien erhalten bleiben. Karteninhaber können Ausgabenlimits festlegen, Händlerkreise definieren, bei denen ein Agent einkaufen darf, und verlangen, dass vor einem Kauf ein Check-in erfolgt. Das System setzt außerdem auf von Banken ausgegebene „agentic tokens“. Sie bündeln die Zustimmung des Nutzers mit Transaktionsdetails, sodass das Netzwerk prüfen kann, ob ein Agent im vorgegebenen Rahmen bleibt.
„Der Checkout-Button stirbt aus“, schrieb Alchemy.
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Mastercard setzt auf Agenten
Mastercard-Produktchef Jorn Lambert erklärte in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht, die Entwicklung sei „keine Frage des Ob, sondern des Wann und wie schnell“. US-Co-Präsident Chiro Aikat sagte in einem Interview, rund 132 Millionen Konsumenten nutzten bereits KI – und Einkaufen werde zunehmend Teil dieser Nutzung.
Die größte Herausforderung bleibt die Sicherheit. Mastercards Chief AI and Data Officer Greg Ulrich erinnerte in diesem Jahr daran, dass das Unternehmen jahrelang Risikoregeln entwickelt habe, „um Bots von Transaktionen abzuhalten“ – diese Regeln müssten nun angepasst werden. Viele Kunden zögern weiter, Kartendaten einer unsichtbaren Software anzuvertrauen, aus Sorge vor nicht autorisierten Abbuchungen.
Alchemy hatte AgentCard im März gestartet und im Juni an das Agenten-Zahlungssystem von Visa angebunden. Damit funktioniert das Tool inzwischen über beide großen Kartennetze. Am 10. September vereinbarten Mastercard, Visa und Ant International den Aufbau gemeinsamer „Know Your Agent“-Standards: Ein von einem Netzwerk verifizierter Agent soll sich bei den anderen nicht erneut registrieren müssen.
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