MetaMask, mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen, wird zu einem eigenständigen Endkundengeschäft, während sich Consensys in zwei Unternehmen aufspaltet – und zentrale Fragen zu Börsengang und Token weiter unbeantwortet bleiben.
Wichtigste Punkte:
- Consensys Software Inc. wird unter der Marke MetaMask weitergeführt, während ein neues Consensys die Protokolle und die institutionelle Infrastruktur übernimmt.
- Joe Lubin übernimmt die Führung von MetaMask, Mike Kriak wird CEO des neuen Consensys und David Cunningham dessen Präsident.
- Weder ein IPO-Termin noch ein MetaMask-Token sind bestätigt.
Die MetaMask-Aufspaltung
In einer Mitteilung vom 9. September kündigte Consensys Software Inc. an, sich in MetaMask umzubenennen und sich auf Endkundenprodukte zu konzentrieren. Die Protokoll- und Infrastrukturgeschäfte für institutionelle Kunden werden in eine neu gegründete Gesellschaft ausgegliedert, die den Namen Consensys behält. Der Abschluss der Trennung wird laut Berichten bis Ende 2026 erwartet.
Zum neuen Consensys gehören Linea und weitere Infrastrukturlösungen rund um Ethereum (ETH). Kriak übernimmt dort die Rolle des CEO, Cunningham wird Präsident, Lubin fungiert als Executive Chairman. Für MetaMask-Nutzer ändert sich operativ nichts: App, Private Keys und Guthaben bleiben unverändert.
Lubin begründete den Schritt damit, dass das Consumer-Geschäft schneller an Wert gewinne als der restliche Konzern. MetaMask positioniert sich nun offensiv als „Open Money“-Plattform, über die Nutzer Vermögenswerte halten, ausgeben, sparen und handeln können. Die Wallet verzeichnet mehr als 100 Millionen Downloads in rund 190 Ländern.
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Offene Fragen zum Consensys-IPO
Nach der Umstrukturierung bleiben zwei Kernfragen ungelöst: Wird MetaMask den Gang an die Börse wagen – und kommt irgendwann ein eigener Token? Als eigenständige Einheit könnte MetaMask gegenüber dem Kapitalmarkt ein deutlich klareres, verbraucherorientiertes Profil bieten als das bisherige Gemisch aus Wallet- und Infrastrukturgeschäft.
Lubin nannte keinen neuen Zeitplan für ein Listing. Das Magazin Fortune zitierte einen Unternehmenssprecher mit den Worten: „Wir kommentieren keine Marktspekulationen oder mögliche künftige Aktivitäten an den Kapitalmärkten.“
Zugleich verwies Lubin darauf, dass angesichts des aktuellen regulatorischen Umfelds weniger Unternehmen neue Coins emittieren wollen. Damit bleibt der seit Langem diskutierte MetaMask-Token weiter hypothetisch.
Vor der Aufspaltung hatte Lubin wiederholt einen MetaMask-Token angedeutet, während Consensys einen Börsengang für 2026 vorbereitete. Dieser Zeitplan geriet im Mai ins Rutschen, als sich die Kryptomärkte abkühlten. Nach Angaben von BeInCrypto verschoben auch Kraken und Grayscale ihre IPO-Pläne, da das Anlegerinteresse zunehmend zu Aktien mit Künstlicher-Intelligenz-Fokus abwanderte.
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