Elon Musks Bezahldienst X Money ist seit Montag für US-Nutzer mit Premium- und Premium+-Abo verfügbar – mit 6 % Verzinsung auf Guthaben, einer Metall-Visa-Karte und vollständig ohne Krypto-Funktionalität.
Die wichtigsten Punkte:
- X Money ist seit dem 27. Juli für US-Premium- und Premium+-Abonnenten breit ausgerollt, die bisherige Beta-Phase auf Einladung ist beendet.
- Einlagen liegen bei der Cross River Bank und sind bis 250.000 Dollar versichert; ein Cash-Sweep-Programm erhöht den Schutz auf bis zu 10 Millionen Dollar.
- Das Produkt startet ohne Kryptowährungsfunktionen, und Senatorin Elizabeth Warren wartet weiter auf Antworten zur Finanzierung der 6-%-Rendite.
X Money startet mit 6 % Zinsen und Visa-Debitkarte
Der breite Rollout begann am Montag für US-Nutzer ab 18 Jahren und beendet damit eine Beta-Phase auf Einladung, die bis Ende Juni lief.
Das Konto bündelt ein Dollar-Guthaben, sofortige Peer-to-Peer-Überweisungen ohne genannte Limits sowie eine Debitkarte, die direkt in der X-App integriert ist. Unterstützung für Apple Wallet wurde parallel zum Start eingeführt, wie das Unternehmen bestätigte.
Premium+-Abonnenten erhalten bis zu 6 % Jahreszins auf ihr Guthaben. Normale Premium-Nutzer erreichen diesen Satz erst, wenn sie bestimmte Bedingungen für Gehaltseingänge erfüllen. Karteninhaber bekommen 3 % Cashback auf zulässige Umsätze, zahlen keine Auslandseinsatzgebühren, können weltweit kostenlos an Geldautomaten abheben und auf Wunsch eine Metallkarte mit ihrem X-Handle bestellen.
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Cross River Bank verwaltet Einlagen – Warren erhöht den Druck auf Musk
X verfügt über keine eigene Banklizenz.
X Payments LLC agiert stattdessen auf Basis von Geldtransfer-Lizenzen in 41 Bundesstaaten sowie in Washington, D.C. – New York und Massachusetts bleiben außen vor, bis die dortigen Aufseher ihre Zustimmung erteilen. Kundeneinlagen werden bei der Cross River Bank gehalten, einem Institut aus New Jersey, das seit rund einem Jahrzehnt die Bilanzen zahlreicher Fintechs stützt, und sind über die FDIC bis 250.000 Dollar pro Konto abgesichert. Ein Cash-Sweep-Programm verteilt höhere Premium+-Guthaben auf Partnerbanken und hebt den Schutz auf bis zu 10 Millionen Dollar an – allerdings nur für den Fall eines Bankausfalls, nicht für Probleme bei X selbst.
Senatorin Elizabeth Warren wandte sich bereits am 14. April schriftlich an Musk. Sie will wissen, wie X eine Verzinsung von 6 % finanzieren kann, wenn die Zielspanne für den US-Leitzins bei 3,5 bis 3,75 % liegt.
In dem Schreiben verweist sie zudem auf eine FDIC-Anordnung aus dem Jahr 2023 gegen Cross River wegen Verstößen im Bereich faire Kreditvergabe. Eine öffentliche Antwort steht bislang aus.
Bitcoin und Dogecoin fehlen in Musks „Everything App“
Der Start erfolgt ohne Bitcoin (BTC), ohne Dogecoin (DOGE) und ohne Stablecoin – trotz jahrelanger Spekulationen, Musk könnte seiner App doch noch ein eigenes Token-Modell verleihen. Warren hatte separat gefragt, ob X plane, einen Zahlungs-Stablecoin unter einer Bestimmung des GENIUS Act für private Unternehmen zu emittieren – auch hier ist das Unternehmen eine Antwort schuldig geblieben. Dhruv Batura, der das Produkt verantwortet, beschrieb die begrenzte Einführung im Juni als bewusst angelegten Testlauf, um Kinderkrankheiten vor einem breiteren Rollout zu identifizieren.
Musk benannte Twitter 2023 in X um und versprach eine Plattform, über die Nutzer ihr gesamtes Finanzleben an einem Ort abwickeln können.
Nach der Umbenennung kam das Projekt nur schrittweise voran – über eine Visa-Partnerschaft Anfang 2025, eine geschlossene interne Beta-Phase und den ersten öffentlichen Start für eine kleine Gruppe von Premium+-Abonnenten Ende Juni.
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