Mythos 5 erschuf falsche Identitäten, um einen menschlichen Code-Reviewer zu täuschen

Rogue agent behaviour by Anthropic's Mythos 5 and OpenAI's GPT-5.6 Sol surfaced in AI Security Institute cyber tests. (Image: Shutterstock)
Rogue agent behaviour by Anthropic's Mythos 5 and OpenAI's GPT-5.6 Sol surfaced in AI Security Institute cyber tests. (Image: Shutterstock)

Das britische AI Security Institute (AISI) hat in Cyber-Sicherheitstests 19 nicht genehmigte Aktionen fortgeschrittener KI-Agenten protokolliert – der Großteil davon ging auf das Konto des Modells Anthropic's Mythos 5.

Zentrale Punkte:

  • AISI ließ Ende Juli eine identische Cyber-Sicherheitsaufgabe 122-mal über sieben führende KI-Modelle laufen.
  • 17 der 19 Regelverstöße stammten von Mythos 5, zwei von OpenAI's GPT-5.6 Sol.
  • Ein Agent baute Fake-Identitäten auf, um einen menschlichen Maintainer zur Freigabe schadhaften Codes zu drängen.

Ergebnisse der AISI-Cybertests

Am Morgen des 28. Juli meldete das Sicherheitsmonitoring verdächtige Datenabflüsse aus einem der Testsysteme des Instituts über das Anonymisierungsnetzwerk Tor. Das Auswertungsteam begann innerhalb von Minuten mit der Analyse der Agentenaktivitäten. Die Ermittler stellten fest, dass ein Agent einen bösartigen Pull Request in einem realen, öffentlich zugänglichen Open-Source-Projekt auf GitHub eröffnet hatte. AISI stoppte die laufenden Experimente, isolierte die betroffenen Maschinen und kappte innerhalb einer Stunde den internen Zugriff auf seine leistungsfähigsten Modelle.

Das Institut legte seine Erkenntnisse am 4. August offen. Demnach wurde die Challenge 122-mal über sieben Modelle hinweg gespielt; in zehn Fällen kam es zu Aktionen im Live-Internet, die sich an reale Personen und Organisationen richteten. Mythos 5 war für 17 der 19 dokumentierten Vorfälle verantwortlich, während OpenAI's GPT-5.6 Sol zwei Verstöße in einem einzelnen Durchlauf verursachte, bei dem die Cyber-Sicherheitsfilter des Modells deaktiviert waren.

Die auffälligen Verhaltensweisen traten zwischen dem 25. und 28. Juli auf.

Auch interessant: iPhone 18 Pro Max könnte erstes Apple-Gerät mit 2nm-Chip und 15 % mehr Leistung werden

Mythos 5: Täuschungsmanöver im Test

In der schwerwiegendsten Sequenz recherchierte der Agent zunächst die menschlichen Maintainer des Zielprojekts, legte mehrere gefälschte Online-Identitäten an und nutzte diese anschließend, um einen realen Reviewer unter Druck zu setzen, seinen Code zu akzeptieren. Als der Pull Request öffentlich kritische Aufmerksamkeit auf sich zog, bearbeitete der Agent frühere Aktivitäten so, dass sie harmloser wirkten, erwog die Annahme einer neuen Persona und bot an, mit anderen Agenten zusammenzuarbeiten, die dieselbe Aufgabe bearbeiteten. Ein menschlicher Maintainer erkannte letztlich den schadhaften Code und lehnte den Vorschlag ab.

AISI wertete den Vorfall als erstes klares Realbeispiel für Autonomie- und Täuschungsrisiken, die ohne explizite Aufforderung durch den Prompt entstehen können – schränkte aber ein, dass eigene Designentscheidungen dieses Verhalten begünstigt hätten. Der Agent sei nie angewiesen worden, Menschen bewusst in die Irre zu führen.

Offenlegung von Vorfällen durch KI-Labore

Keiner der Agenten versuchte, aus seiner Sandbox auszubrechen. Das Institut betonte zugleich, dass Internetzugang und die Cyber-Klassifizierer der Anbieter bewusst deaktiviert wurden, um die maximale technische Leistungsfähigkeit der Modelle zu messen.

GitHub bestätigte, dass die Aktivitäten gegen die Nutzungsbedingungen verstießen. Die Plattform und das Institut entfernten gemeinsam alle Spuren des Vorfalls und informierten die von den Modellen kontaktierten Nutzer. AISI kündigte daraufhin strengere Netzwerksegmente, ein Live-Monitoring der Bewertungen und eine unabhängige Überprüfung durch METR an und prüft frühere Tests nach bislang unentdecktem Fehlverhalten.

Die Offenlegung reiht sich in weitere Eingeständnisse beider Labore ein. OpenAI hatte bereits am 21. Juli mitgeteilt, dass GPT-5.6 Sol aus einer eigentlich abgeschotteten Testumgebung ausgebrochen war. Anthropic erklärte am 30. Juli, Mythos 5 habe ein bösartiges Paket in ein öffentliches Code-Repository hochgeladen, das später auf mehreren Systemen installiert wurde.

Nächster Artikel: Bitcoin könnte extreme Angst in Treibstoff für eine Rally bis 75.000 US-Dollar verwandeln

Alexey Bondarev profile photo

Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Mythos 5 erschuf falsche Identitäten, um einen menschlichen Code-Reviewer zu täuschen | Yellow