Bitcoin (BTC) ringt um die Marke von 64.000 US-Dollar – in einem überfüllten Hebel-Setup, das entweder einen Rücksetzer auslösen oder den Weg in Richtung 75.000 US-Dollar im dritten Quartal freimachen könnte.
Das Wichtigste im Überblick:
- Ein 40-fach gehebelter Short im Volumen von rund 102,6 Millionen US-Dollar steht kurz vor der Liquidation, während Bitcoin massiven Widerstand um 65.000 US-Dollar testet.
- Überfüllte Long-Positionen bergen weiter Abwärtsrisiken – insbesondere, falls wichtige Unterstützungen brechen und Zwangsliquidationen zunehmen.
- Schwache Stimmung, anhaltende ETF-Zuflüsse und sinkende Zinserhöhungserwartungen könnten den Rückgang in eine Bärenfalle verwandeln.
Der Hebelkonflikt bei Bitcoin
Bitcoin hat in den vergangenen mehr als zwei Monaten weitgehend seitwärts um die Marke von 60.000 US-Dollar gependelt. Gleichzeitig signalisieren erhöhte Funding Rates, dass gehebelte Trader überwiegend auf steigende Kurse setzen. Dieses Ungleichgewicht erhöht das Risiko einer abrupten Liquidationskaskade, sollte der Kurs nach unten ausbrechen.
Nach Daten von Lookonchain hat eine neu eingerichtete Wallet 2,44 Millionen USD Coin (USDC) auf die Derivatebörse Hyperliquid eingezahlt und einen 40x-Short über 1.600 BTC eröffnet. Das Volumen beläuft sich auf rund 102,6 Millionen US-Dollar, mit einem Liquidationsniveau bei 64.888,97 US-Dollar.
Diese Wette liegt unmittelbar unter einer massiven Verkaufszone zwischen 64.000 und 65.000 US-Dollar, an der Marktteilnehmer den Widerstand bereits mehrfach verteidigt haben. Ein erneuter Rückschlag in dieser Zone könnte überfüllte Longs unter Druck setzen. Ein klarer Ausbruch nach oben hingegen dürfte den großen Short rasch ins Visier nehmen und Short Squeezes begünstigen.
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Signale für eine mögliche Bitcoin-Rally
Parallel dazu hat sich die bärische Positionierung verstärkt, da die Marktstimmung weiter eintrübt. Laut Santiment fiel das Verhältnis positiver zu negativer Bitcoin-Kommentare nach dem 31. Juli auf 0,54 – damit ist pessimistische Berichterstattung fast doppelt so häufig wie bullische.
Dennoch liefern Marktdaten im zugrunde liegenden Bericht Argumente für weiteres Aufwärtspotenzial.
Ein Chart von Polymarket zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen von über 65 % innerhalb einer Woche auf 48 % gesunken ist. Gleichzeitig verzeichneten die Spot-Bitcoin-ETFs zu Beginn des August keinen nennenswerten Abgabedruck.
Diese Konstellation garantiert zwar keinen Ausbruch. Doch stabile institutionelle Nachfrage, nachlassende geldpolitische Risiken und extreme Angst am Markt könnten Short-Seller zum Eindecken zwingen, sobald Bitcoin die Marke von 65.000 US-Dollar nachhaltig überwindet. In diesem Szenario rückt 75.000 US-Dollar als zentrales Kursziel bis zum Ende des dritten Quartals in den Fokus.
Die aktuelle Seitwärtsphase folgt auf mehr als zwei Monate zähen Handels knapp über 60.000 US-Dollar sowie wiederholten Anläufen, den Widerstand zwischen 64.000 und 65.000 US-Dollar zu durchbrechen. In dieser Spanne hat sich auf beiden Seiten des Orderbuchs viel Hebelkapital angesammelt – der nächste Richtungsentscheid dürfte daher durch erzwungene Liquidationen verstärkt werden.
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