Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 31. Juli zwölf weitere Institute in ihr MiCA-Register aufgenommen und die Zahl der zugelassenen Krypto-Dienstleister im EU-Binnenmarkt damit auf 321 erhöht.
Wichtigste Punkte:
- Vierte ESMA-Aktualisierung nach Ablauf der Übergangsfrist: 321 zugelassene Krypto-Asset-Dienstleister im Europäischen Wirtschaftsraum.
- Drei deutsche Genossenschaftsbanken, zwei spanische und vier französische Unternehmen stellen den Großteil der Neuzugänge.
- Drei weitere Namen landeten im Register der nicht-konformen Anbieter, das nun 167 Einträge umfasst – fast alle von der italienischen Aufsicht gemeldet.
MiCA-Register wächst mit deutschen, spanischen und französischen Instituten
Die Aktualisierung ist die vierte seit dem Ende der Übergangsphase der Markets in Crypto-Assets-Regulierung (MiCA) am 1. Juli. Laut der Liste kamen drei deutsche Genossenschaftsbanken hinzu: Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost, VR Bank Schleswig-Holstein Mitte und VR-Bank Landau-Mengkofen.
Aus Spanien wurden Basque Pay und Fintech Payments neu erfasst, Frankreich steuerte vier weitere Anbieter bei: Finary, Woorton, Blockchain Process Security und Shares Financial Assets.
Parallel dazu setzte die ESMA nach Maßnahmen der italienischen Wertpapieraufsicht CONSOB drei Unternehmen auf das separate Register nicht-konformer Anbieter. Diese Liste umfasst nun 167 Namen. Sonstige Parameter blieben unverändert.
Bislang ist im gesamten Währungsraum kein Emittent sogenannter wertreferenzierter Krypto-Token zugelassen worden, auch das Register für E-Geld-Token verzeichnete keinen Zuwachs. Nur die im zentralen MiCA-Register geführten Unternehmen dürfen EU-weit rechtmäßig Verwahr-, Handels-, Börsen- oder Portfolio-Dienstleistungen für Krypto-Assets anbieten. Alle übrigen mussten ihre Geschäfte einstellen oder geordnet zurückfahren.
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Daten der ESMA: Banken treiben das Wachstum des Registers
Unabhängige Datenbanken haben die Zahl von 321 Einträgen Anfang August bestätigt, auch wenn sich die Zählweise je nach Umgang mit zurückgezogenen oder abgelaufenen Lizenzen um ein bis zwei Positionen unterscheiden kann.
Compliance-Analysten, die die Datei vom 31. Juli ausgewertet haben, kommen für Deutschland auf 68 aktive Einträge. Acht der neun deutschen Neuzugänge im Juli stammen demnach aus dem Lager regionaler oder genossenschaftlicher Banken – nicht von Kryptobörsen.
Diese Struktur ist regulatorisch bedeutsam: Banken, Wertpapierfirmen und E-Geld-Institute können ihre nationale Aufsicht vergleichsweise formlos benachrichtigen und anschließend MiCA-konforme Krypto-Dienstleistungen erbringen – ein deutlich schlankerer Prozess als das vollständige Zulassungsverfahren, das spezialisierte Krypto-Unternehmen durchlaufen müssen.
Das Wachstum des Registers bildet damit ebenso stark die Expansion traditioneller Kreditinstitute in das Geschäft mit digitalen Vermögenswerten ab wie den Formalisierungsschub bei etablierten Kryptobörsen.
AMLA warnt vor Belastungsprobe – MiCA-Durchsetzung bleibt ungleichmäßig
Bruna Szego, Vorsitzende der EU-Geldwäschebehörde AMLA, hat die Politik im Juli gewarnt, dass der Kundenzustrom von nicht lizenzierten Plattformen hin zu regulierten Anbietern die Onboarding- und Sorgfaltspflichten der lizenzierten Häuser erheblich strapazieren werde.
Auch die Durchsetzung verläuft extrem asymmetrisch: 165 der 167 nicht-konformen Einträge gehen auf Meldungen der italienischen Behörden zurück; lediglich aus den Niederlanden und der Slowakei gibt es je einen Einzelfall.
Seit dem Auslaufen der Übergangsfrist wächst das Register in ungleichmäßigen Schüben. Am 3. Juli fügte die ESMA zunächst 37 neue Anbieter hinzu und kam so auf 280 Einträge. Bis Mitte Juli kamen weitere 14 hinzu (294 insgesamt), gefolgt von nochmals 15 Neueinträgen in der anschließenden Aktualisierung.
Jede Runde fiel kleiner aus als die vorherige – ein Trend, der den anfänglichen Lizenzierungsboom deutlich abkühlte und die Zahl der autorisierten MiCA-Anbieter deutlich unter das frühere Niveau der national registrierten Firmen drückte.
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