Nvidia verhandelt darüber, beim Börsengang von Anthropic als Ankerinvestor mit bis zu 10 Milliarden US‑Dollar einzusteigen – zu einer Bewertung, die Insider mit bis zu 2,3 Billionen US‑Dollar beziffern.
Die Gespräche laufen noch und könnten sich vor Unterzeichnung einer endgültigen Vereinbarung jederzeit ändern. Das IPO-Volumen könnte sich auf bis zu 100 Milliarden US‑Dollar summieren und den Deal damit in die Spitzengruppe der größten Börsengänge aller Zeiten katapultieren.
Damit eine Bewertung von 2,3 Billionen US‑Dollar rechnerisch plausibel erscheint, müsste Anthropic einen belastbaren Pfad zu Umsätzen in einer Größenordnung aufzeigen, wie ihn bislang noch kein führendes KI-Forschungslabor in einem Börsenprospekt vorgelegt hat.
Die Beziehung zu Nvidia ist nicht neu. Im November 2025 hatte der Chipkonzern angekündigt, im Rahmen einer umfassenderen Partnerschaft bis zu 10 Milliarden US‑Dollar in Anthropic zu investieren. Anthropic verpflichtete sich im Gegenzug, umfangreiche Rechenkapazitäten von Nvidia abzunehmen – eine Vereinbarung, über die unter anderem Bloomberg berichtete.
Eine Ankerbeteiligung im Eigenkapital würde diese kommerzielle Kooperation um ein wesentliches Kapitalmarkt-Element erweitern: Nvidia erhielte direkt zum Listing einen Anteil an einem seiner wichtigsten KI-Großkunden. Der Unterschied ist erheblich – ein Liefervertrag sorgt für ausgewiesene Umsätze. Eine Eigenkapitalbeteiligung ist dagegen eine Wette auf künftige Erlöse, die bislang in keinem Abschluss auftauchen.
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Was eine Ankerbeteiligung von Nvidia bedeuten würde
Ankerinvestoren wie Nvidia zeichnen in der Regel bereits vor dem Börsengang und senden damit ein Vertrauenssignal an den Markt, das die Nachfrage beim Listing stabilisieren soll. Eine Zusage über 10 Milliarden US‑Dollar von einem Chiphersteller, dessen Hardware das Training von Anthropics Modellen ermöglicht, würde die Schicksale beider Unternehmen noch enger verknüpfen, als es die bestehende Lieferbeziehung bereits tut.
Dass Nvidia in Gesprächen ist, diese Rolle zu übernehmen, wäre faktisch die Überführung einer bestehenden Kundenbeziehung auf die Ebene des öffentlichen Kapitalmarkts. Genau die Bewertung, die sich aus dieser strategischen Nähe ergibt, müssen Investoren dann einpreisen.
Anthropics Weg zu einem Rekord-Listing
Anthropic hat bislang weder einen konkreten Börsentermin bestätigt noch die anvisierte Bewertung offiziell kommentiert. Die kolportierten 2,3 Billionen US‑Dollar schwanken je nach Bericht leicht, einige Marktbeobachter sehen das Ziel näher bei 2 Billionen US‑Dollar. Fest steht: Die Finanzierungsziele des Unternehmens haben sich seit den letzten privaten Finanzierungsrunden Anfang 2025 deutlich nach oben verschoben – Ausdruck einer starken Anlegernachfrage nach Engagements in führenden KI-Laboren, die mit OpenAI konkurrieren.
Dass Nvidia in Gesprächen ist, diese Kapitalaufnahme als Ankerinvestor zu flankieren, unterstreicht die strategische Ausrichtung beider Häuser. Doch Ankerzusagen sind kein Ersatz für Umsatz – genau diese Lücke muss ein künftiger Prospekt schließen, wenn er institutionelle Investoren überzeugen soll.
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