CEOs von OpenAI, Anthropic, Google und Microsoft fordern den US‑Kongress auf, Screening für synthetische DNA vorzuschreiben

CEOs von OpenAI, Anthropic, Google und Microsoft fordern den US‑Kongress auf, Screening für synthetische DNA vorzuschreiben

Die Chefs von OpenAI, Anthropic, Google DeepMind und Microsoft AI haben am 5. Juni 2026 einen gemeinsamen offenen Brief an den US‑Kongress unterzeichnet, in dem sie verpflichtende Screening‑Vorgaben für Anbieter synthetischer DNA fordern.

Laut einem report warnt das Schreiben, dass Fortschritte in der KI die technischen Hürden senken, die bisher zur Waffenfähigkeit biologischen Materials nötig waren. Die Unterzeichner argumentieren, dass synthetische DNA und RNA derzeit online bestellt werden können und KI nun die erforderliche Fachkenntnis für deren Missbrauch reduziert.

Was in dem Brief steht

Der Brief fordert den Kongress auf, eine verpflichtende Bio­sicherheits­prüfung für alle Anbieter synthetischer DNA in den USA vorzuschreiben. Bestehende freiwillige Rahmenwerke decken einige Anbieter ab, lassen aber Lücken. Die Unterzeichner erklären, dass KI‑Modelle, die Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen liefern können, die Hürde für Täter weiter senken.

Sie argumentieren, dass die Kombination aus leicht zugänglichen Werkzeugen der Synthetischen Biologie und leistungsstarken KI‑Anleitungen eine neue Risikoklasse schafft. Der Brief nennt keinen konkreten Gesetzentwurf und enthält keinen Formulierungsvorschlag. Er stellt das Anliegen als dringende Frage der nationalen Sicherheit dar. Die unterzeichnenden Unternehmen entwickeln gemeinsam die größten öffentlich verfügbaren KI‑Modelle der Welt.

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Der breitere Sicherheitskontext

Der Brief erscheint in derselben Woche, in der Anthropic ein separates Sicherheitspapier veröffentlichte, das einen koordinierten globalen Pausenmechanismus für die KI‑Entwicklung vorschlägt. Anthropic legte darin offen, dass Claude mehr als 80 % des Codes geschrieben hat, der in die eigenen Produktionssysteme übernommen wurde. Diese Zahl hat sich weit verbreitet und gilt als Hinweis darauf, wie schnell sich KI‑Fähigkeiten verstärken.

OpenAI erklärte gegenüber CNBC zudem, man werde die Executive Order von Präsident Donald Trump befolgen, die freiwillige Vorabprüfungen neuer Modelle vorsieht. Trumps Anordnung verlangt von Entwicklern von Frontier‑KI, Modelle vor ihrer Veröffentlichung für eine 30‑tägige staatliche Sicherheitsprüfung einzureichen.

OpenAIs „Head of Countries“, George Osborne, bestätigte die Einhaltung auf der SXSW London. Sowohl der Biowaffen‑Brief als auch die Ankündigung zur Einhaltung fallen in dasselbe 24‑Stunden‑Fenster. Diese Überschneidung macht den 5. Juni 2026 zu einem ungewöhnlich aktiven Tag für KI‑Sicherheitspolitik.

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Hintergrund

Geschäftsführer von KI‑Labs veröffentlichen nur selten gemeinsame Stellungnahmen. Der letzte bemerkenswerte unternehmensübergreifende KI‑Sicherheitsbrief war das offene Schreiben des Future of Life Institute von 2023, in dem ein Trainingsstopp für große Modelle gefordert wurde. Dieser Brief erhielt Hunderte von Unterschriften, führte jedoch zu keiner Gesetzgebung. Das aktuelle Schreiben ist enger gefasst und zielt auf eine konkrete gesetzliche Lücke statt auf ein allgemeines Moratorium.

Das Wall Street Journal reported Anfang der Woche, dass Unternehmenssicherheitschefs sich von der freiwilligen Ausgestaltung von Trumps Executive Order kaum beunruhigt zeigten. Diese Gleichgültigkeit könnte die Entscheidung der Labs befeuert haben, eine zugespitztere Forderung speziell zur Biosicherheit zu formulieren.

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Wie es weitergeht

Der Brief ist ein Lobbydokument, kein Gesetzestext. Der Kongress müsste einen Gesetzentwurf einbringen und verabschieden, damit ein verpflichtendes Screening‑Regime in Kraft treten kann. Die derzeitigen KI‑Fokusgruppen in Senat und Repräsentantenhaus haben bislang nicht öffentlich reagiert.

Anthropics parallele Forderung nach einer umfassenderen KI‑Pause könnte die Kommunikation verkomplizieren. Kritiker haben den Pausenvorschlag bereits als wettbewerbsfeindlich bezeichnet. Der Biowaffen‑Brief ist unter diesem Gesichtspunkt schwerer abzutun. Er adressiert eine spezifische Bedrohung mit einer konkret formulierten politischen Forderung. Ob dieser Unterschied dem Anliegen auf dem Capitol Hill mehr Gewicht verleiht, bleibt abzuwarten.

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