OpenAI drängt die kalifornische Politik, das Gesetz SB 53 um deutlich strengere Vorgaben zur Überwachung von Frontier-Modellen und zur Cybersicherheit zu erweitern – ein bemerkenswerter Schwenk gegenüber der früheren Ablehnung des Unternehmens, bevor das Gesetz 2025 verabschiedet wurde.
Zentrale Punkte:
- OpenAI verlangt eine laufende Überwachung von Frontier-Modellen während Training und Evaluierung auf sicherheitsrelevantes Hochrisikoverhalten.
- Zusätzlich spricht sich das Unternehmen für verschärfte Cybersecurity-Anforderungen über den gesamten Entwicklungszyklus von Modellen aus.
- Kaliforniens SB 53 sieht bereits heute Sicherheitsberichte, Meldepflichten für Vorfälle und Whistleblower-Schutz vor.
OpenAI und SB 53
Das Global-Affairs-Team von OpenAI erklärte hier, Kalifornien solle den „Transparency in Frontier Artificial Intelligence Act“ so nachschärfen, dass Frontier-Modelle verpflichtend auf Verhalten überwacht werden, mit dem sie etwa Sicherheitsbarrieren Dritter umgehen oder vertrauliche Informationen kompromittieren könnten.
Darüber hinaus fordert OpenAI stärkere Cybersecurity-Vorgaben in allen Phasen der Modellentwicklung – insbesondere Schutzmechanismen, die verhindern sollen, dass Frontier-Modelle interne Sicherheitskontrollen aushebeln. Ziel sei es, riskantes Verhalten früher zu erkennen, schneller zu reagieren und gewonnene Erkenntnisse zu teilen, um die Sicherheitsstandards in der gesamten Branche zu erhöhen.
Die Kehrtwende ist deutlich: OpenAI hatte vor der Unterzeichnung des Gesetzes durch Gouverneur Gavin Newsom am 29. September 2025 aktiv gegen SB 53 lobbyiert, bezeichnet das Regelwerk nun aber als „wichtige Grundlage“ für die Sicherheit von Frontier-KI.
Der bestehende Rahmen ist bereits weit gefasst. SB 53 verpflichtet große Entwickler von Frontier-Modellen dazu, eigene Sicherheitskonzepte zu veröffentlichen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle zu melden; zugleich schützt das Gesetz Whistleblower, die erhebliche Gesundheits- oder Sicherheitsrisiken offenlegen. Zudem erhält der kalifornische Generalstaatsanwalt die Befugnis, zivilrechtliche Strafen bei Verstößen zu verhängen. SB 53 verankerte außerdem die öffentliche Recheninitiative „CalCompute“.
Auch interessant: Pi Network formt bullisches Dreieck, doch Risiko eines Bruchs unter 0,085 US‑Dollar wächst
Kaliforniens KI-Politik
OpenAI verknüpft seine Unterstützung für strengere Regeln auf Ebene einzelner Bundesstaaten mit einer Strategie, die das Unternehmen „Reverse Federalism“ nennt: Demnach setzen Staaten kompatible Schutzmechanismen, die später als Blaupause für einen nationalen Rahmen dienen könnten.
Chris Lehane, Global-Affairs-Chef von OpenAI, schrieb im Juli, Kalifornien, New York und Illinois arbeiteten bereits an einer gemeinsamen Untergrenze für die Regulierung der leistungsfähigsten KI-Systeme. Nach Ansicht von OpenAI könnten aufeinander abgestimmte Landesgesetze dem Bund ermöglichen, nationale Standards zu entwickeln, ohne Sicherheitsauflagen auf einem fixen technischen Stand festzuschreiben. Damit würden die Bundesstaaten faktisch zum Taktgeber in der KI-Regulierung.
SB 53 ist bewusst so angelegt, dass es mit der Branche mitwachsen kann. Das Gesetz verpflichtet das California Department of Technology, jährlich Aktualisierungsvorschläge vorzulegen – basierend auf technologischem Fortschritt, internationalen Standards und Beiträgen von Stakeholdern. So erhalten Abgeordnete einen formalen Mechanismus, um die Schutzvorgaben für Frontier-Modelle fortlaufend an neue Risikolagen anzupassen.
Als Nächstes lesen: Term Finance verliert 8,5 Mio. US‑Dollar bei Ethereum-Governance-Angriff





