OpenAI hat den Preis für sein Modell GPT-5.6 Luna um 80 % und für Terra um 20 % gesenkt. Auslöser ist der zunehmende Widerstand von Unternehmenskunden gegen hohe KI-Kosten.
Die wichtigsten Punkte:
- Luna kostet nun 20 US-Cent pro einer Million Eingabetokens und 1,20 US-Dollar pro einer Million Ausgabetokens, zuvor waren es 1 und 6 US-Dollar.
- Terra sinkt auf 2 und 12 US-Dollar pro einer Million Tokens, während die Preise für das Flaggschiffmodell Sol unverändert bleiben.
- OpenAI führt die Senkung auf Effizienzgewinne zurück, darunter Kernel-Neuschreibungen von Sol, die die Betriebskosten um 20 % gedrückt haben.
Deutlich günstigere Preise für GPT-5.6 Luna und Terra
In einem Beitrag auf der eigenen Website legte OpenAI die neuen Tarife offen und verwies auf Effizienzfortschritte bei den Modellen, den Inferenzsystemen und der Bereitstellungssoftware.
Luna, das schnellste und günstigste Modell der Reihe, liegt nun bei 20 US-Cent pro einer Million Eingabetokens und 1,20 US-Dollar pro einer Million Ausgabetokens. Terra, die Mittelklasse-Variante, fällt auf 2 US-Dollar pro einer Million Eingabetokens und 12 US-Dollar pro einer Million Ausgabetokens – zuvor waren es 2,50 und 15 US-Dollar.
Die Preise für Sol, das leistungsfähigste Modell der Serie, bleiben unverändert. OpenAI ersetzt zugleich die bisherige „Priority Processing“-Stufe bei Sol durch einen Fast-Modus, der laut einem Bericht bis zu 2,5-mal schneller läuft als der Standardbetrieb – bei doppeltem Preis des Standard-Tarifs.
Die Abogebühren für ChatGPT und Codex bleiben stabil. Terra und Luna verbrauchen lediglich weniger Credits aus den jeweiligen Kontingenten. Die niedrigeren API-Preise wurden noch am selben Tag auf AWS ausgerollt.
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Notion und Dust melden deutlich günstigere Runs
OpenAI positioniert Luna für hohe Volumina wie großflächige Dokumentenanalysen, das Sortieren von Kundeninteraktionen sowie Routine-Coding und -Tests in Agenten-Loops mit Tool-Aufrufen. Nach eigenen Benchmarks erreicht Luna das Leistungsniveau von Systemen, die vor einem Jahr noch zur Spitzenklasse zählten – bei rund 6 Cent pro Dollar an bisherigen Kosten je Aufgabe und nahezu der neunfachen Geschwindigkeit.
Mehrere Kunden, die im Rahmen der Ankündigung zitiert wurden, berichten von ähnlicher Mathematik in ihren eigenen Workloads. Hoda Noorian, Produktverantwortliche für Notion AI, sagt, Terra erreiche bei klar abgegrenzten Aufgaben die Qualität von GPT‑5.5 – bei der Hälfte der Kosten und in 60 % der Zeit. Stanislas Polu, Mitgründer von Dust, erklärt, Luna erledige die gleichen agentenbasierten Workflows 40 % schneller und 40 % günstiger als das bisherige Standardmodell seines Unternehmens.
Anthropic und Google geraten beim Token-Preis unter Druck
Analysten reagieren verhaltener auf den Schritt und warnen, dass niedrigere Tokenpreise zwar die Nutzung ankurbeln, zugleich aber die Margen von OpenAI und Anthropic belasten könnten. Beide Unternehmen haben im Juni vertrauliche Börsenprospekte eingereicht.
Google und Microsoft drücken bereits seit Monaten ihre günstigeren Modellklassen in den Markt, während offene, in China entwickelte Modelle die Leistungslücke mit einem Bruchteil der Kosten zunehmend schließen.
Die Klagen über hohe Kosten sind nicht neu. Sam Altman sagte bei einem OpenAI-Kundenevent im Juni, das Ausgabenthema sei binnen weniger Monate von einem Non-Topic zu einem massiven Problem geworden. Kunden würden verstärkt verlangen, die Systeme effizienter zu machen. Uber hatte sein KI-Budget für 2026 bereits nach vier Monaten ausgeschöpft und führte daraufhin Nutzungsklassen für bestimmte Tools ein, die bei 1.500 US-Dollar pro Monat starten.
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