OpenAI und Anthropic wollen SpaceX-große Börsengänge, doch die Wall Street könnte sich verschlucken

OpenAI und Anthropic wollen SpaceX-große Börsengänge, doch die Wall Street könnte sich verschlucken

OpenAI und Anthropic drängen zu Börsengängen, die der Wall Street rund 200 Milliarden US-Dollar neues Angebot bringen könnten – im Wettlauf mit SpaceX’ rekordverdächtigem Börsengang.

Zentrale Punkte:

  • SpaceXs IPO im Juni brachte 75 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 1,75 Billionen – das größte Börsendebüt in der US-Geschichte.
  • Anthropic hat vertraulich einen Börsengang beantragt, der etwa 30 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 965 Milliarden anpeilt; OpenAI dürfte mit über 1 Billion folgen.
  • Analysten sagen, dass das kombinierte neue Angebot von 200 Milliarden US-Dollar KI-Aktien unter Druck setzen könnte, ohne jedoch einen breiten Marktcrash auszulösen.

OpenAI, Anthropic jagen SpaceX

SpaceX schloss im Juni den größten Börsengang in der Geschichte der USA ab und nahm 75 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 1,75 Billionen ein – rund 70 Milliarden mehr als Saudi Aramcos Debüt 2019.

Die Nachfrage soll sich auf über 250 Milliarden US-Dollar summiert haben, mehr als das Dreifache des angebotenen Volumens.

Anthropic, der Entwickler von Claude, hat seitdem vertraulich Unterlagen eingereicht und zielt auf etwa 30 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 965 Milliarden, nach einer Finanzierungsrunde über 65 Milliarden, die den annualisierten Umsatz nahe 47 Milliarden US-Dollar trieb.

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OpenAI dürfte mit einer Bewertung von über 1 Billion US-Dollar folgen, erwägt jedoch, seinen Börsengang nach den turbulenten Kursschwankungen von SpaceX auf 2027 zu verschieben, die die Banken verunsichert haben. Die Aktie kletterte kurzzeitig auf über 225 US-Dollar, bevor sie wieder in Richtung 150 US-Dollar fiel.

Die Wall Street wägt das Risiko ab

Finanzstratege Ed Yardeni nannte die kombinierte Belastung für verfügbares Kapital „beherrschbar“ und verwies darauf, dass die drei Börsengänge zusammen etwa 0,4 Prozent der investierbaren Aktienmärkte ausmachen – bei rund 8 Billionen US-Dollar, die in Geldmarktfonds parken. Kommentator Mark Hulbert verwies auf Forschungen, wonach jeder aus Aktien abgezogene Dollar die gesamte Marktkapitalisierung um fünf Dollar schrumpfen lassen kann – was auf einen Rückgang um eine Billion hindeutet, falls alle drei Unternehmen binnen eines Jahres an die Börse gehen; dennoch verzichtete er auf eine Crash-Prognose. Nicht alle sind überzeugt, dass diese Rechnung aufgeht.

Separate Untersuchungen früherer IPO-Wellen haben hohe Emissionsvolumina mit schwächeren Aktienrenditen im Folgejahr verknüpft – ein Muster, das einige Analysten nun erneut erwarten.

Beide Unternehmen sind so strukturiert, dass sie die Voraussetzungen erfüllen, um nach dem Listing im Schnellverfahren in wichtige Aktienindizes aufgenommen zu werden – ein Status, den sich SpaceX binnen rund zwei Wochen nach seinem Debüt sichern konnte, dank einer im Frühjahr beschlossenen Regeländerung. Das zwingt Indexfonds zum raschen Einstieg – unabhängig von der Bewertung.

Fondsmanager finanzieren neue Positionen typischerweise durch Verkäufe bestehender Titel statt durch frisches Kapital, und KI-Infrastrukturwerte haben diesen Druck im Juni bereits zu spüren bekommen. Die Nasdaq rutschte in einer einzigen Sitzung um mehr als vier Prozent ab – ihr schlechtester Tag seit über einem Jahr –, als Investoren Chip- und Cloud-Aktien vor der SpaceX-Preisfestsetzung abbauten. Kryptomärkte gerieten ebenfalls unter Druck, und Bitcoin (BTC) stürzte ab, während Spotfonds Abflüsse in Milliardenhöhe im Monatsverlauf verzeichneten.

Die SpaceX-Aktie schwankt seit ihrem Debüt Mitte Juni stark, sprang zeitweise über 225 US-Dollar und fiel dann wieder in Richtung 150 US-Dollar, als Technologiewerte im Sommer insgesamt ins Wanken gerieten. Diese Volatilität liefert nun die Benchmark, die beide Rivalen genau studieren werden, bevor sie ihre eigenen Konditionen festzurren.

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