Händler auf Polymarket preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 66 % ein, dass Donald Trump vor Ende seiner Amtszeit erneut ein Amtsenthebungsverfahren droht – während seine Zustimmungswerte nahe den Tiefstständen seiner Präsidentschaft liegen.
Die wichtigsten Punkte
- Trumps Zustimmung verharrt nahe den Tiefstständen seiner zweiten Amtszeit, eine aktuelle Umfrage sieht ihn bei 37 % Zustimmung und 59 % Ablehnung.
- Polymarket beziffert die Wahrscheinlichkeit eines Impeachments im Repräsentantenhaus bis Januar 2029 auf 66 %, aber nur auf 3 % bis Ende 2026.
- Die Diskrepanz hängt fast vollständig an den Zwischenwahlen im November, bei denen den Demokraten ein Vorteil beim Kampf um das Repräsentantenhaus zugeschrieben wird.
Trumps Zustimmung rutscht erneut ab
Eine Umfrage von Economist/YouGov vom 10. bis 13. Juli zeigt, dass 37 % der US-Bürger den Präsidenten unterstützen, während 59 % ihn ablehnen. Bereits wenige Tage zuvor hatte eine andere Erhebung seine Netto-Zustimmung auf minus 26 fallen lassen – ein Wert auf dem Niveau der schwächsten Phasen beider Amtszeiten.
In den Umfragedurchschnitten wirkt das Bild etwas weniger düster.
Das Aggregat des Silver Bulletin pendelte sich am 14. Juli bei rund minus 17 ein – leicht über dem Tief des Frühjahrs. Die Diskrepanz legt nahe, dass das Etikett „Rekordtief“ vor allem von besonders schlechten Einzelumfragen lebt, weniger von der breiten Datenlage.
Die Prognosemärkte zeichnen derweil ein zweigleisiges Bild dessen, was diese Schwäche politisch nach sich ziehen könnte.
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Kalshi spiegelt die Spaltung
Auf dem kurzfristigen Kontrakt bewerten Polymarket-Händler nur eine 3-%-Chance, dass das Repräsentantenhaus Trump noch vor Ende 2026 anklagt. Der länger laufende Kontrakt bis Januar 2029 liegt dagegen deutlich höher – bei 66 %.
Kalshi zeichnet ein ähnliches Bild.
Der dort gehandelte Impeachment-Kontrakt ist im Frühjahr auf knapp 70 % geklettert – ein Höchststand für diesen Markt. Das Muster spiegelt im Kern eine zentrale Wette wider: ein demokratisch dominiertes Repräsentantenhaus nach den Zwischenwahlen.
Der Grund ist eher arithmetisch als dramatisch.
Die Republikaner halten das Repräsentantenhaus nur mit knapper Mehrheit, die Demokraten liegen lediglich um wenige Sitze zurück. Die in diesem Jahr von einzelnen Demokraten eingebrachten Anklageartikel sind stecken geblieben, einige wurden in parteiübergreifenden Abstimmungen abgeschmettert.
Zwischenwahlen als Schlüsselfaktor
Alles hängt am November.
Prognostiker sehen die Demokraten im Vorteil, das Repräsentantenhaus zurückzuerobern; ein Modell kommt auf rund 71 % Wahrscheinlichkeit. Ein solcher Machtwechsel würde den Demokraten im Alleingang die Stimmen verschaffen, um Anklageartikel einzubringen – ohne eine einzige republikanische Stimme zu benötigen.
Trump zieht dieselben Schlüsse.
Er hat die Republikaner gewarnt, dass eine Niederlage bei den Zwischenwahlen ihn den Kopf kosten könnte: Man werde einen Anlass finden – und er werde impeacht werden.
Eine Verurteilung wäre jedoch die deutlich höhere Hürde. Für eine Amtsenthebung sind zwei Drittel der Senatsstimmen nötig – ein Quorum, das noch kein Präsident erreicht hat.
Der Hintergrund ist bekannt: Trump bringt bereits zwei Impeachments aus seiner ersten Amtszeit mit – 2019 wegen Drucks auf die Ukraine zur Untersuchung eines Rivalen und 2021 wegen des Sturms auf das Kapitol. In beiden Fällen sprach ihn der Senat frei.
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