Regierung Trump steht Berichten zufolge kurz vor einem Abkommen zu freiwilligen KI-Standards mit großen Technologieunternehmen, während Washington seinen Fokus auf Risiken durch Frontier-Modelle schärft.
Zentrale Punkte:
- Das gemeldete Abkommen würde Standards für Frontier-KI-Modelle festlegen, mit Cybersicherheitsfähigkeiten im Mittelpunkt.
- Die Financial Times berichtete, dass CAISI und die NSA voraussichtlich zentrale Rollen spielen werden, sobald die Standards formalisiert sind.
- Die Gespräche folgen auf den jüngsten US-Druck auf Anthropic und eine Abkehr vom anfangs eher zurückhaltenden Kurs der Administration.
Trumps KI-Standards
Die Financial Times berichtete, dass die Regierung Trump die Standards „schon nächste Woche“ ankündigen könnte, unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.
Das Abkommen wäre freiwillig und würde mehrere große US-Unternehmen im Bereich Frontier-KI einbeziehen. Es dürfte sich auf Modellfähigkeiten konzentrieren, die sich auf Cybersicherheit auswirken könnten – inzwischen ein zentraler Bestandteil von Washingtons KI-Risikostrategie.
Eine von der FT zitierte Person sagte, das Center for AI Standards and Innovation, das dem Handelsministerium unterstellt ist, und die National Security Agency, die dem Pentagon untersteht, würden nach der Formalisierung bei der Ausgestaltung der Standards helfen.
Aus dem Bericht ging nicht klar hervor, welche Unternehmen unterschreiben würden. Genannt wurden Anthropic, OpenAI, Amazon, Microsoft und Google, jedoch nicht Meta, das in früheren Berichten als Vorbehalt galt.
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Druck auf Anthropic
Das erwartete Abkommen folgt auf eine deutliche Änderung im Aufsichtsansatz der Administration gegenüber KI.
Zu Beginn der zweiten Regierung Trump signalisierte J.D. Vance einen eher zurückhaltenden Ansatz bei der KI-Regulierung. Dieser Kurs hat sich seitdem verengt – mit Maßnahmen des Weißen Hauses gegen Anthropic, einer neuen Durchführungsverordnung zu KI und den nun gemeldeten Standardgesprächen.
Am 12. Juni erließ die US-Regierung eine Exportkontroll-Anordnung an Anthropic, die ihr zuletzt öffentlich veröffentlichtes Modell für den Rest des Juni deaktivierte. OpenAI soll Berichten zufolge seine neuesten Modelle zurückgehalten haben, offenbar um eine ähnliche Störung zu vermeiden.
Die Durchführungsverordnung sieht einen geheimen Benchmarking-Prozess vor, um fortgeschrittene Cyber-Fähigkeiten in KI-Modellen zu bewerten. Sie weist die Behörden außerdem an festzulegen, wann ein Modell als „gedecktes Frontier-Modell“ behandelt werden soll. Diese Struktur würde der Öffentlichkeit die volle Einsicht in die Tests an Frontier-KI-Systemen verwehren. Dennoch könnten gemeinsam eingeführte Schutzmaßnahmen mehrerer Unternehmen Teile der Standards im Laufe der Zeit sichtbar machen.
Die Gespräche bauen auf einer breiteren Verschiebung in Washingtons KI-Politik auf. Ein freiwilliges Abkommen würde nicht alle Regulierungsfragen klären, den Unternehmen aber nach Wochen der Unsicherheit einen klareren Prozess geben.
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