Sam Altman räumt ein: KI-Verbreitung bleibt hinter seinen Erwartungen von 2023 zurück

Slower AI adoption forces Sam Altman to rethink the pace of economic disruption (Image: Shutterstock)
Slower AI adoption forces Sam Altman to rethink the pace of economic disruption (Image: Shutterstock)

OpenAI-Chef Sam Altman gesteht ein, die Geschwindigkeit unterschätzt zu haben, mit der Künstliche Intelligenz die Wirtschaft umkrempeln würde – obwohl OpenAI im zweiten Quartal einen Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar meldet.

Zentrale Punkte:

  • OpenAI meldet 6,7 Milliarden Dollar Umsatz im zweiten Quartal, während Altman einräumt, dass sich KI langsamer durchsetzt als von ihm erwartet.
  • Altman macht wirtschaftliche Trägheit und eingespielte Arbeitsweisen für die verzögerte Disruption verantwortlich – trotz rasch wachsender KI-Fähigkeiten.
  • Er rechnet damit, dass menschliche Interaktion wertvoll bleibt, auch wenn immer mehr Arbeit digitalisiert und automatisiert wird.

Altmans KI-Zeitplan

Das Wall Street Journal berichtete vergangene Woche, OpenAI habe im Quartal bis Ende Juni 6,7 Milliarden Dollar umgesetzt – ein Plus von 17,5 % gegenüber 5,7 Milliarden Dollar im ersten Quartal. Der operative Verlust legte gleichzeitig um 32,3 % auf 12,3 Milliarden Dollar zu.

In einem Gespräch mit dem freien Journalisten David Senra sagte Altman, er habe erwartet, dass GPT‑4 Softwarefirmen „sofort zur Disposition stellt“ und deutlich schnellere wirtschaftliche Verwerfungen auslöst. Das sei nicht eingetreten.

Die Wirtschaft habe „ein enormes Maß an Trägheit“, so Altman. Menschen blieben bei vertrauten Unternehmen, Werkzeugen und Routinen – selbst wenn leistungsfähigere KI-Produkte verfügbar seien. Diese Widerstände bezeichnete er als grundsätzlich positiv, weil sie den Übergang abfedern könnten, räumte aber ein: „Wir waren alle zu optimistisch bei den Zeitplänen.“

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Die Lücke bei der OpenAI-Nutzung

Laut Altman zeigt sich die Kluft zwischen technischen Möglichkeiten und tatsächlicher Nutzung im Büroalltag: Menschen springen weiterhin zwischen Anwendungen, scrollen durch E-Mails und kopieren Informationen hin und her. Diese Routinen hielten sich, obwohl OpenAI Werkzeuge bereitstelle, die Teile dieser Abläufe automatisieren oder deutlich vereinfachen könnten.

Zugleich übte er Kritik an der öffentlichen Kommunikation der KI-Branche. Zu oft habe sie sich auf Katastrophenszenarien und den Abbau von Arbeitsplätzen konzentriert, ohne den praktischen Nutzen ausreichend zu erklären oder deutlich zu machen, wie sich Risiken begrenzen lassen.

Die Debatte blende häufig aus, wie KI Menschen mehr Handlungsspielraum und persönliche Freiheit verschaffen könne, argumentierte Altman.

Er geht weiter davon aus, dass KI-Systeme sich rasant verbessern werden. Gleichzeitig glaubt er nicht, dass bessere Automatisierung den Wert menschlicher Interbindungen verdrängen wird. Menschen würden weiterhin den Kontakt zu anderen Menschen suchen – selbst wenn KI bessere Inhalte produzieren, anspruchsvollere Gespräche führen oder Aufgaben effizienter erledigen könne.

Auch die eigene Unternehmensgeschichte stützt dieses Bild des langsameren Wandels: OpenAI, 2016 gegründet, habe rund viereinhalb Jahre gebraucht, bevor es zum entscheidenden Durchbruch kam, so Altman. Selbst nach dem Start von ChatGPT hätten einige Mitarbeitende gezweifelt, dass das Wachstum anhalten würde, während Investor Peter Thiel Altman drängte, den Chatbot als neues Interface ähnlich der Google-Suche in den Mittelpunkt zu stellen.

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Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

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