Samsung verhandelt über ein Investment in dreistelliger Millionenhöhe in das französische KI-Startup Mistral. Die neue Finanzierungsrunde könnte das Unternehmen dabei mit knapp 20 Milliarden Euro bewerten.
Zentrale Punkte:
- Samsung prüft eine Beteiligung an Mistral, die das KI-Labor mit rund 20 Milliarden Euro bewerten würde.
- Kursiert wird eine Summe von mehreren hundert Millionen Euro bis hin zu etwa 1 Milliarde Euro.
- Mistrals Bewertung würde sich damit gegenüber den 11,7 Milliarden Euro vor weniger als einem Jahr nahezu verdoppeln.
Samsung erwägt Einstieg bei Mistral
Erste Hinweise auf die Gespräche tauchten am Mittwoch auf, Nachrichtenagenturen gaben die Meldung rasch an die Märkte weiter. Samsung könnte einen Scheck über mehrere hundert Millionen Euro ausstellen, einige Berichte sehen die Summe näher an 1 Milliarde Euro. Weder Samsung noch Mistral haben die Gespräche bestätigt; beide Unternehmen lehnten auf Anfragen von Journalisten eine Stellungnahme ab.
Die Runde stützt sich allerdings nicht auf einen einzelnen Ankerinvestor. Mistral wirbt insgesamt mehrere Milliarden Euro neues Kapital zu einer 20-Milliarden-Bewertung ein. Der schwedische Investor EQT ist über seinen Scaleup Europe Fund im Gespräch, flankiert von einer wachsenden Zahl strategischer und staatlicher Investoren, die sich um den Deal gruppieren.
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Speichergeschäft treibt Samsungs KI-Wette
Für Samsung folgt die Logik des Deals weniger industriepolitischen Motiven aus Europa als vielmehr dem eigenen Speichergeschäft. Der Konzern liefert einen Großteil der High-Bandwidth-Speicherchips, mit denen große KI-Modelle trainiert und betrieben werden. Ein Einstieg in ein Spitzenlabor würde Samsung in der Wertschöpfungskette ein Stück weiter nach oben in Richtung Software rücken. Zugleich wäre dies Samsungs erste direkte Wette auf ein Foundation-Model-Labor außerhalb von Google, dessen Gemini-Modelle derzeit die Galaxy-AI-Funktionen des Konzerns antreiben.
Auch Mistral hat gute Gründe, einen Chip-Hersteller im Cap Table zu begrüßen. Vorstandschef Arthur Mensch hat den Einsatz von Spezialchips ins Spiel gebracht, um die Abhängigkeit des Labs von Nvidia zu verringern. Ein strategischer Partner mit eigener Speicherproduktion ist ein attraktiver Name, zumal das Startup bereits Konzerne wie Airbus und BMW zu seinen Kunden zählt.
Auffällig ist auch das Timing: Die Gespräche werden bekannt, nur einen Tag nachdem Samsung seine Robotikprojekte in einer neuen, direkt vom CEO geführten Sparte gebündelt hat.
Mistrals Bewertung verdoppelt sich im Eiltempo
Die Verhandlungen fallen in eine Phase, in der Europa händeringend nach einem eigenen Gegenpol zu den führenden US-KI-Anbietern sucht.
Mistral bleibt zwar deutlich hinter OpenAI und Anthropic zurück, die jeweils in dreistelliger Milliardenhöhe bewertet werden. Die Marke von 20 Milliarden Euro spiegelt daher eher die regionale Nachfrage nach einem europäischen Champion wider als eine Gleichwertigkeit bei Technologie und Umsatz.
Ein jüngster US-Schritt, den Zugang ausländischer Kunden zu den Spitzenmodellen von Anthropic zu bremsen, hat den Druck zusätzlich erhöht. Regierungen in der EU beginnen, ihre Beschaffung verstärkt auf heimische Anbieter auszurichten.
Mistral hat das vergangene Jahr genutzt, genau die Investorenbasis aufzubauen, die zu einem Souveränitätsnarrativ passt: Im September sammelte das Unternehmen 1,7 Milliarden Euro bei einer Bewertung von 11,7 Milliarden Euro ein, angeführt vom Halbleiterfertigungs-Zulieferer ASML.
In dieser Woche hat Microsoft zugesagt, weitere Milliarden bereitzustellen, um Mistrals Modelle in seiner Cloud zu betreiben. Eine frühere Kreditlinie finanziert zudem den Aufbau von Rechenzentren in Paris und Schweden.
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