SpaceX-Insider dürfen seit Donnerstag bis zu 911,5 Millionen Aktien im Wert von rund 100 Milliarden Dollar verkaufen – der frei handelbare Anteil an Elon Musks frisch gelistetem Unternehmen mehr als verdoppelt sich damit.
Die wichtigsten Punkte:
- Bis zu 911,5 Millionen Aktien wurden zum Verkauf freigegeben, der frei handelbare Anteil steigt von 4,9 % auf 11,8 % der ausstehenden Papiere.
- Ein weiteres Paket von 455,8 Millionen Aktien bleibt gesperrt, weil der Kurs unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar notiert.
- Die Aktie tendierte am Donnerstag zum Handelsstart kaum verändert, nachdem sie am Vortag mehr als 50 % unter ihr Juni-Hoch gefallen war.
Bedingungen des SpaceX-Lockups
Die Verkaufsbeschränkungen liefen aus am zweiten vollständigen Handelstag nach der Veröffentlichung der ersten Quartalszahlen des Raketen- und Satellitenbetreibers als börsennotierte Gesellschaft.
Das freigegebene Paket umfasst bis zu 20 % der jeweils zulässigen Insiderbestände und erhöht den Streubesitz von 4,9 % auf 11,8 % der ausstehenden Aktien.
Insgesamt liegt die frei handelbare Menge damit 43 % über den 638,9 Millionen Papieren, die im Juni beim Börsengang platziert wurden.
Ein weiteres Aktienpaket von 455,8 Millionen Papieren bleibt vorerst eingefroren, weil der Kurs unter der Marke von 135 Dollar liegt, die beim Rekord-Börsengang als Emissionspreis festgelegt wurde. Der Prospekt sieht eine stufenweise Freigabe in neun Tranchen vor, anstatt eines klassischen 180-Tage-Klippenmodells. Bis Anfang Dezember könnten so insgesamt rund 5,33 Milliarden Aktien verkaufsfähig sein.
Musk, der reichste Mensch der Welt, hält mehr als 6 Milliarden SpaceX-Aktien und darf diese laut Unterlagen erst ab Juni 2027 veräußern.
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Analysten zu Angebotsschock und Verkaufsdruck
Mizuho-Analyst Brett Linzey betont in einer Analyse, dass Verkaufsberechtigung nicht automatisch zusätzliches Angebot bedeutet – die komplette Tranche werde kaum geschlossen in den Markt gegeben. Ron Epstein von Bank of America wertet das Ende der Lockup-Frist als kurzfristigen technischen Belastungsfaktor und nicht als Urteil über das Geschäftsmodell.
Für frühe Investoren geht es nun um eine echte Weichenstellung. Jessie Bates III, Safety der Atlanta Falcons, investierte 2022 rund 150.000 Dollar bei einer SpaceX-Bewertung von 127 Milliarden Dollar; sein Berater brachte ihn außerdem bei OpenAI und Anthropic unter.
Über einen Sprecher ließ Bates mitteilen, dass er seine komplette SpaceX-Position verkaufen will – sie ist beim aktuellen Unternehmenswert von 1,43 Billionen Dollar mehr als 1,5 Millionen Dollar wert.
Leerverkäufer haben derweil bereits Positionen im Umfang von 35 % des frei handelbaren Volumens aufgebaut. In der ersten halben Handelsstunde am Donnerstag wechselten fast 93 Millionen Aktien den Besitzer – rund 40 % des gesamten Vortagesumsatzes. Finanzberater Evan Mills, der SpaceX-Mitarbeiter betreut, sprach von der „ersten realen Chance“, aus Buchgewinnen verfügbares Vermögen zu machen.
Die SpaceX-Aktie seit dem Börsengang im Juni
SpaceX ging im Juni an die Nasdaq – zum Ausgabepreis von 135 Dollar. Am 16. Juni markierte die Aktie mit 225,64 Dollar ein Rekordhoch. Am Mittwoch schloss das Papier bei 108,27 Dollar – mehr als 50 % unter dem Höchststand und der zweitstärkste Tagesverlust seit Listing. Auslöser war ein Zahlenwerk mit 7,8 Milliarden Dollar Quartalsumsatz bei Investitionsausgaben von 18,37 Milliarden Dollar.
Am Donnerstagvormittag notierte die Aktie annähernd unverändert. Mit Blick auf die Indexwelt könnte das Gewicht von SpaceX im Nasdaq 100 bei der turnusmäßigen Überprüfung im September deutlich über die aktuelle Marke von rund 1 % steigen.
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