Standard Chartered streicht bis 2030 7.000 Stellen, da KI übernimmt

Standard Chartered streicht bis 2030 7.000 Stellen, da KI übernimmt

Standard Chartered wird bis 2030 mehr als 7.000 Konzernstellen streichen, da die Bank verstärkt auf Automatisierung und künstliche Intelligenz setzt, um ihre Abläufe umfassend zu erneuern.

Strategiewechsel in Hongkong

Der in Großbritannien ansässige Kreditgeber stellte den Plan am Dienstag bei einer Investorenveranstaltung in Hongkong vor, wo Vorstandschef Bill Winters die Ziele zusammen mit ambitionierteren Profitabilitätsvorgaben umriss.

Standard Chartered wird bis 2030 mehr als 15 % seiner Funktionen im Konzernbereich abbauen, was über 7.000 Stellen von einer weltweiten Belegschaft von rund 80.000 entspricht. Die Bank beschäftigte laut Investorenangaben mit Stand Juni 2025 rund 51.000 Mitarbeiter im Bereich Support-Services.

Winters stellte den Schritt als strategische Neuausrichtung und nicht als reine Sparmaßnahme dar und sagte vor Reportern, die Bank ersetze „in einigen Fällen geringwertigeres Humankapital“.

Einige betroffene Mitarbeiter sollen umgeschult und in andere Funktionen versetzt werden.

Die Bank unterhält große Backoffice-Zentren in Indien, China, Malaysia und Polen, nannte jedoch keine Details dazu, wo die Stellenstreichungen konkret anfallen werden.

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Schärfere Renditeziele

Der Kreditgeber erhöhte zudem sein Ziel für die Eigenkapitalrendite (Return on Tangible Equity) auf mehr als 15 % bis 2028 und rund 18 % bis 2030, nach zuvor über 12 % für 2026. Der Ertrag pro Mitarbeiter soll bis 2028 um etwa 20 % steigen, bei einer Kosten-Ertrags-Relation von 57 %.

Jefferies-Analyst Joseph Dickerson bezeichnete die Ziele als „konservativ angesetzt“ und sieht Spielraum für ein Wachstum des Gewinns im mittleren Zehnerprozentbereich sowie eine mögliche Übererfüllung der Prognosen. In Hongkong gelistete Aktien legten nach der Ankündigung um 2,3 % zu.

Der Kurswechsel signalisiert, dass KI bei einer der aktivsten internationalen Banken Asiens die Pilotphase hinter sich gelassen hat.

Winters will die Bank „fokussierter, schlanker und effizienter“ ausrichten, wobei Technologie nun im Zentrum dieses Versprechens steht. Anleger scheinen davon überzeugt zu sein.

KI setzt Banken unter Druck

Standard Chartered reiht sich in eine wachsende Liste von Finanzinstituten ein, die Personal abbauen, während KI immer mehr Backoffice-Arbeit übernimmt. Singapurs DBS sagte im Februar, man rechne damit, in den kommenden drei Jahren etwa 4.000 befristete und temporäre Stellen abzubauen. Meta kündigte im April Pläne an, rund 8.000 Mitarbeiter oder 10 % der Belegschaft zu streichen. Amazon begann im Januar mit dem Abbau von mehr als 30.000 Stellen, während Oracle über 10.000 Stellen kappte.

Winters steht seit 2015 an der Spitze von Standard Chartered und hat in den vergangenen Jahren die auf Asien und Afrika fokussierte Präsenz des Instituts umgebaut. Die Bank erreichte ihre mittelfristigen Ziele für 2026 ein Jahr früher, erzielte 2024 Rekordeinnahmen von 19,7 Milliarden US-Dollar und erhöhte die Dividende um 37 %. Der am Dienstag vorgestellte Plan führt diese Wende fort und setzt verstärkt auf Automatisierung.

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