Telegram hat seine native Gram-Wallet für eine begrenzte Zahl von Nutzerkonten freigeschaltet. In den kommenden Wochen soll der Zugang schrittweise auf mehr als 1 Milliarde Nutzer ausgedehnt werden.
Zentrale Punkte:
- Telegram hat seine nicht‑verwahrende Gram-Wallet am Montag für eine ausgewählte Nutzergruppe geöffnet; ein breiterer Zugang folgt in den nächsten Wochen.
- Validatoren haben den Smart Contract der Wallet genehmigt, sodass künftige Upgrades keine Migration in neue Verträge erfordern.
- Der bisherige Verwahrdienst „Wallet in Telegram“ firmiert zu „Walt“ um und verliert seine Standardposition in der App.
Start des Gram-Wallet-Rollouts
Gründer Pavel Durov kündigte die begrenzte Freigabe am Montag an. Das Produkt sei marktreif, der Zugang werde nun innerhalb der nächsten Wochen auf die mehr als eine Milliarde Nutzer des Messengers ausgerollt. Er dankte den Netzwerk‑Validatoren, die den Smart Contract hinter der Wallet abgesegnet haben – aus seiner Sicht ein Schlüssel dafür, dass spätere Upgrades reibungslos eingespielt werden können.
Diese Genehmigung ist entscheidend, weil Telegram damit Updates ausrollen kann, ohne Nutzer zum Transfer ihrer Mittel in einen neuen Vertrag zu zwingen. Durov wertet das als eine von mehreren Maßnahmen, die Selbstverwahrung für den Massenmarkt praktikabler machen sollen. Der Zugang wird stufenweise geöffnet, nicht über einen einmaligen „Big Bang“. Zudem hat Telegram die neue Wallet in den Einstellungen zur Standardoption gemacht und damit eine jahrelang etablierte Voreinstellung in der App abgelöst.
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Walt-Rebranding spaltet das Krypto-Angebot von Telegram
Der bisherige Verwahrdienst „Wallet in Telegram“ tritt künftig unter dem Namen Walt auf und rückt in den Hintergrund der App – der Zugriff erfolgt künftig über die Suchfunktion. Die Gram-Wallet übernimmt Zahlungen, Transfers und den Kauf von Telegram‑Collectibles wie Geschenken, Benutzernamen und Telefonnummern. Walt ist dagegen für Handel, Investments und die Verwaltung von Beständen auf mehreren Blockchains zuständig.
Andrew Rogozov, Gründer und CEO von The Open Platform, erklärte, der Dienst sei ursprünglich als einfacher Einstiegskanal zum Kauf des Netzwerktokens gestartet und habe sich in vier Jahren zu einer vollwertigen Krypto‑Plattform innerhalb des Messengers entwickelt. Walt unterstützt inzwischen mehr als 300 Vermögenswerte auf vier Blockchains und ermöglicht den Handel in über 200 dieser Assets – ergänzt um tokenisierte Aktien und Edelmetalle.
Beide Wallets bleiben technisch verbunden: Walt speist Multichain‑Einzahlungen in die Gram‑Wallet ein.
Die Dimension des Projekts sorgt seit Juli für Diskussionen unter Analysten. Noch nie ist eine nicht‑verwahrende Wallet mit einem Distributionskanal von einer Milliarde Nutzern gestartet. Die entscheidende Frage lautet, wie viele dieser Nutzer die Funktion tatsächlich aktiv einschalten – und sie nicht nur passiv erhalten.
Grams Rückkehr zu Telegram
Durov hatte die native Wallet erstmals im Juli in Aussicht gestellt und damals vom „größten Rollout einer nicht‑verwahrenden Krypto-Wallet in der Geschichte“ gesprochen. Der Start schließt einen Kreis, der vor acht Jahren begonnen hatte.
Telegram nahm 2018 in einer privaten Platzierung 1,7 Milliarden US‑Dollar für einen Token ein, der ebenfalls Gram heißen sollte, gab das Projekt jedoch auf, nachdem die US‑Börsenaufsicht SEC wegen des Verkaufs Klage eingereicht hatte.
2020 einigte sich das Unternehmen mit der SEC, zahlte 1,2 Milliarden US‑Dollar an Investoren zurück und leistete zusätzlich eine zivilrechtliche Strafzahlung von 18,5 Millionen US‑Dollar. Unabhängige Entwickler hielten die Blockchain unter dem Namen Toncoin am Laufen, bis Durov in diesem Jahr wieder die Führung übernahm, im Frühjahr zum größten Validator des Netzwerks aufstieg und die Transaktionsgebühren senkte. Eine Community‑Abstimmung im Juni stellte schließlich den Namen Gram wieder her.
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