Pavel Durov kündigt an, dass Telegram im Sommer eine native, nicht verwahrte Gram-Wallet in jede Version seiner App integrieren will – mit gebührenfreien, sofortigen Transfers für bis zu eine Milliarde Nutzer.
Wichtigste Fakten:
Durov spricht von der größten Einführung einer Self-Custody-Kryptowallet in der Geschichte. Telegram nennt bislang keinen exakten Termin und veröffentlicht noch keine technische Dokumentation. Gram notierte am Dienstag bei rund 1,45 US‑Dollar – deutlich unter dem Mai-Hoch.
Durov verspricht native Gram-Wallet in jeder Telegram-App
Durov veröffentlichte seine Pläne auf seinem persönlichen Telegram-Kanal. Er beschreibt das kommende Release als die größte Einführung einer Self-Custody-Kryptowallet in der Geschichte und verspricht kostenlose Sofort-Transfers. Einen konkreten Starttermin über den Hinweis „im Sommer“ hinaus sowie technische Details bleibt er schuldig.
Die Formulierung ist für Nutzer relevant, die bereits Krypto im Messenger halten. Eine Non-Custody-Wallet speichert die privaten Schlüssel auf dem Endgerät des Nutzers. Damit kann kein Unternehmen das Guthaben einfrieren, beschlagnahmen oder durch Fehler verlieren. Umgekehrt bedeutet dies: Wer seine Wiederherstellungsphrase vergisst, verliert den Zugriff unwiderruflich.
Telegram bietet heute schon Wallet-Funktionen an, allerdings laufen diese in einer Mini-App, die von The Open Platform entwickelt wurde – nicht von Telegram selbst. Mehr als 150 Millionen Menschen haben diesen Dienst bereits aktiviert. Er teilt sich in ein verwahrtes Konto und eine Self-Custody-Option namens TON Space auf.
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Telegram-Wallet zwischen Verwahrung und Regulierung
Die Produktarchitektur wurde bereits früher von der Regulierung geprägt. Im Juli 2025 brachte Telegram in den USA über MoonPay eine separate Non-Custody-Wallet auf den Markt, während die verwahrte Version dort bewusst zurückgehalten wurde – denn Custody-Dienste lösen deutlich strengere Lizenzpflichten aus. Eine Wallet direkt in der Telegram-App würde sowohl die Mini-App-Schicht als auch externe Partner überflüssig machen.
Auch der Zugang erwies sich als fragil: Die Domain t.me von Telegram war am 13. Juli vorübergehend nicht erreichbar, nachdem die Registry die Adresse auf „Hold“ gesetzt hatte. Damit brach der wichtigste Einstiegspfad in die Wallet- und Mini-App-Dienste des Unternehmens weg.
Gram-Kurs bleibt hinter Durovs MTONGA-Fahrplan zurück
Gram notierte am Dienstag bei rund 1,45 US‑Dollar und kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von knapp 3,96 Milliarden US‑Dollar. Analysten weisen seit Längerem auf die Diskrepanz zwischen der riesigen Telegram-Nutzerschaft und der vergleichsweise geringen On-Chain-Aktivität hin: Aktive Blockchain-Wallets machen nur einen Bruchteil der User-Basis aus – ein Engpass, der alle Krypto-Initiativen von Telegram seit 2023 begleitet.
Genau diese Lücke soll der Wallet-Vorstoß schließen.
Durov benannte Toncoin im Juni in Gram um – eine Änderung, die in einer Community-Abstimmung mit 81,22 % Zustimmung durchgesetzt wurde und am 15. Juni in Kraft trat. Frühere Maßnahmen seines „Make TON Great Again“-Programms senkten zudem die Netzwerkgebühren auf ein Sechstel und machten Telegram zum größten Validator der Chain. Dennoch notiert die Coin weiterhin deutlich unter ihrem Mai-Hoch von knapp 3 US‑Dollar.
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