TikTok-Verbot auf Bundesgeräten endet – US-Justiz sieht Gesetz von 2022 nicht mehr anwendbar

TikTok-Verbot auf Bundesgeräten endet – US-Justiz sieht Gesetz von 2022 nicht mehr anwendbar

Das US-Justizministerium hat entschieden, dass Bundesangestellte TikTok wieder auf dienstlichen Geräten installieren dürfen. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass das Verbot aus dem Jahr 2022 nicht mehr greift, seit ByteDance seinen Anteil auf 19,9 % reduziert hat.

Zentrale Punkte:

  • Das Office of Legal Counsel des Justizministeriums sieht das Bundesgeräte-Verbot von 2022 nicht mehr auf die aktuelle US-Version von TikTok anwendbar.
  • Amerikanische und internationale Investoren halten 80,1 % an TikTok USDS, ByteDance die restlichen 19,9 %.
  • Einzelne Behörden können die App aus Gründen des Personal- und Arbeitsmanagements weiterhin eigenständig sperren.

Kehrtwende beim TikTok-Verbot auf Bundesgeräten

Das Office of Legal Counsel des Ministeriums hat am Freitag ein zwölfseitiges Gutachten veröffentlicht, das die Nutzung der App auf Bundesgeräten wieder zulässt. In dem an den stellvertretenden Rechtsberater des Präsidenten gerichteten Schreiben heißt es, der Kongress habe „nur die Version von TikTok verboten, die dieselben problematischen Eigentümerstrukturen aufweist“. Das Gesetz von 2022 hatte Behörden der Exekutive verpflichtet, die App von ihren Geräten zu entfernen; erfasst waren auch Nachfolgedienste im Eigentum von ByteDance.

TikTok firmiert in den USA nun unter TikTok USDS, einem Joint Venture, das nach Abschluss eines Veräußerungsdeals im Januar gegründet wurde – ein halbes Jahr vor dem neuen Gutachten. Amerikanische und globale Investoren kontrollieren 80,1 % des Unternehmens, ByteDance hält den Rest.

Einzelne Bundesbehörden können Installationen auf ihren eigenen Geräten weiterhin aus Gründen des Workforce-Managements untersagen, etwa um die Produktivität der Beschäftigten zu sichern.

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ByteDance-Beteiligung und Oracle-Cloud

Das Gutachten geht explizit auf den verbleibenden Anteil von ByteDance ein und kommt zu dem Ergebnis, dass die Minderheitsbeteiligung „praktisch keinen Unterschied“ für die Sicherheit mache. Oracle, einer der drei Hauptinvestoren des Joint Ventures, speichert die Daten US-amerikanischer Nutzer in seiner eigenen Cloud-Infrastruktur in den Vereinigten Staaten. Das Joint Venture hat zudem zugesagt, den Empfehlungsalgorithmus von TikTok auf Basis von US-Daten neu zu trainieren und Oracle eine laufende Überprüfung des Quellcodes zu ermöglichen.

Dennoch bleiben Zweifel. Abgeordnete drängen das Joint Venture, nachzuweisen, dass die neue Struktur die Bedenken hinter dem ursprünglichen Verbot tatsächlich ausräumt. Zwei Investoren von Alphabet und Meta verklagen zudem die Bundesregierung mit der Begründung, der Deal verstoße gegen die Vorgaben des Veräußerungsgesetzes.

Die Regierung hat das Gericht aufgefordert, die Klage abzuweisen, das Verfahren läuft jedoch weiter. TikTok verweist darauf, dass das Joint Venture US-Nutzer mit strengeren Cybersicherheits- und Datenschutzvorgaben schützen werde. Das Weiße Haus verwies Nachfragen zur neuen Rechtsauffassung an das Justizministerium.

Der Kongress hatte TikTok Ende 2022 auf Bundesgeräten verboten, nachdem der damalige FBI-Direktor Chris Wray gewarnt hatte, China könne über ByteDance Nutzerdaten abgreifen. 2024 folgte ein „Veräußern-oder-Verbieten“-Gesetz, das der Supreme Court bestätigte. Donald Trump verzichtete jedoch darauf, diese Regel durchzusetzen, während der Eigentumsdeal für die App – inzwischen von rund 200 Millionen Amerikanern genutzt – verhandelt wurde.

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