Der starke Rückgang des Engagements von Hedgefonds in US‑Spot‑Bitcoin-ETFs (BTC) wird laut Marktteilnehmern vor allem durch das Auflösen von Arbitragegeschäften und eine breitere makroökonomische Risikoreduzierung getrieben – nicht durch einen Verlust an langfristigem Vertrauen in die Anlageklasse. Sie sehen in der Verschiebung vielmehr einen Übergang hin zu einer stabileren institutionellen Eigentümerbasis.
Die aggregierten Allokationen der größten Hedgefonds-Inhaber gingen zwischen dem dritten und vierten Quartal 2025 um 28 % zurück, wie Daten von CF Benchmarks zeigen. Gleichzeitig fiel Bitcoin fast 50 % von seinem Oktober-Hoch, und der vormals lukrative Basis-Trade, der einen Großteil des Zuflusses von „Fast Money“ getragen hatte, verlor seine Profitabilität.
Analysten argumentieren jedoch, dass die Schlagzeilen über Abflüsse eine tiefere strukturelle Rotation überdecken.
Ein großer Teil des Kapitals, das nun die Produkte verlässt, war ursprünglich eingestiegen, um die Carry aus der Spanne zwischen Spot‑Bitcoin und CME‑Futures zu vereinnahmen – nicht um eine gerichtete Meinung zum Preis auszudrücken.
Da sich diese Prämie verengte, verschwand die ökonomische Begründung für das Halten der Positionen. Das führte zu systematischen Reduktionen, die mit zunehmender Zolunsicherheit und einem restriktiveren Zinsumfeld zusammenfielen.
Basis-Trade-Auflösung trieb taktische Verkäufe
Im Gespräch mit Yellow.com erklärte Daniel Bara, Direktor der Olympus Association, dass die Mechanik des Trades erkläre, warum die Rücknahmen dramatischer wirken als die tatsächliche Veränderung der Stimmung.
„Der Großteil des Hedgefonds-Kapitals in diesen ETFs war für einen ganz bestimmten Trade dort“, sagte er und merkte an, dass ein großer Teil der institutionellen Inhaber Market Maker und Arbitrage-Desks mit neutralen Strategien gewesen seien.
Da ETFs als hochliquide Instrumente fungieren, gehören sie außerdem typischerweise zu den ersten Positionen, die gekürzt werden, wenn Fonds schnell Liquidität beschaffen müssen.
Insofern spiegelt der Verkauf eher ein Portfoliorisikomanagement wider als eine Neubewertung der Rolle von Bitcoin in institutionellen Allokationen.
Andere Analysten beschreiben die Entwicklung als klassischen Deleveraging‑Zyklus.
Thomas Drury, Mitgründer und Senior Trading Analyst bei The Investors Centre, sagte, dass gehebelte und Relative‑Value‑Trades typischerweise als erste abgebaut werden, wenn sich die Liquidität verknappt. Die Verschiebung „signalisiert keinen Verlust der strukturellen institutionellen Unterstützung für Bitcoin als legitime Anlageklasse“.
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Rotation hin zu „stickigerem“ Kapital
Gleichzeitig bauen Investoren mit längerem Horizont ihre Positionen weiter aus.
Anlageberater steigerten ihre Bestände während des gesamten Jahres 2025, während staatliche Vermögensfonds in der Schwächephase Engagement aufbauten. Das deutet darauf hin, dass die Eigentümerstruktur weniger von kurzfristigen taktischen Strömen abhängt.
Pavel Efremov, Direktor bei FinchTrade, sagte, die Divergenz stärke das Fundament des Marktes.
„Die Fonds, die geblieben sind, sind langfristige Allokatoren mit einer echten Überzeugung in digitale Assets. Diejenigen, die gegangen sind, waren größtenteils nur für den Trade da, nicht für die These“, sagte er und beschrieb die aktuelle Struktur als kleiner, aber sauberer und weniger gehebelt.
Die Verschiebung fällt zudem mit einem breiteren Wandel zusammen, wie das traditionelle Finanzsystem den Sektor betrachtet.
Einige Institutionen gewichten innerhalb der digitalen Assets um, statt komplett auszusteigen – ein Zeichen dafür, dass Krypto zunehmend als diversifizierte Allokation und nicht mehr nur als einzelne High‑Beta‑Position betrachtet wird.
Makro-Regime bestimmt weiter die kurzfristigen Flüsse
Das Timing des Rückzugs der Hedgefonds verdeutlicht die Sensitivität von Krypto gegenüber den globalen Liquiditätsbedingungen.
Brian Huang, Mitgründer von Glider, sagte, dass höhere Volatilität und konkurrierende Chancen in Rohstoffen, ausländischen Aktien und Edelmetallen Kapital von digitalen Assets abgezogen haben. Diese gehören in Risiko‑Off‑Phasen oft zu den ersten Engagements, die reduziert werden.
Zyklische Dynamiken prägen ebenfalls die Positionierung.
Utkarsh Ahuja, Gründer und Managing Partner bei Moon Pursuit Capital, sagte, Fonds hielten sich derzeit zurück, da sie eine verlängerte Konsolidierungsphase erwarteten. Viele dürften zurückkehren, sobald klarere Makrosignale und verbesserte Liquidität ein attraktiveres Einstiegsfenster bieten.
Seitwärtsbewegung, bis neue Nachfrage entsteht
Kurzfristig könnte der Rückgang der Teilnahme von „Fast Money“ dazu führen, dass Bitcoin in definierten Handelsspannen bleibt und kurzfristige Volatilität bei negativen Auslösern verstärkt wird.
Alex Tsepaev, Chief Strategy Officer der B2PRIME Group, sagte, das Fehlen einer wichtigen Gruppe aktiver Käufer nehme zwar eine entscheidende Quelle marginaler Nachfrage aus dem Markt, ändere aber den längerfristigen Ausblick nicht, da Fonds schnell zurückkehren könnten, sobald sich die Marktbedingungen stabilisieren.
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