Apple dürfte auf einem Event am 28. Oktober in Los Angeles sein erstes MacBook Pro mit Touchscreen und OLED-Display vorstellen. Den Termin hat der Konzern am Montag bestätigt.
Wichtigste Fakten:
- Das neu gestaltete Notebook soll ein OLED-Touchdisplay mit Dynamic Island und ein leichteres Gehäuse kombinieren.
- Erwartet werden bekannte M5-Pro- und M5-Max-Chips – bei einem Preis oberhalb der aktuellen Modellreihen.
- Im Handel könnten die Geräte ab dem 6. November stehen, also rund eine Woche nach der Präsentation.
Apple-Event in Los Angeles
Apples Marketingchef Greg Joswiak hat die Veranstaltung am Montag in einem Social-Media-Post angeteasert – mit den Worten: „Can't wait to pro and tell next week.“ Parallel verschickte Einladungen baten Journalistinnen und Journalisten, in Los Angeles an „a special Apple Experience“ teilzunehmen (Details).
Das Treffen um 10 Uhr Ortszeit (Pacific) ist Apples drittes Produkt-Event, seit John Ternus Tim Cook als CEO abgelöst hat. Konkrete Produkte werden im Vorfeld nicht genannt, eine klassische Keynote ist nicht geplant. Stattdessen dürfte Apple per Pressemitteilungen und Videos launchen, während eingeladene Medienvertreter die Geräte vor Ort ausprobieren – ähnlich wie bei der Smart-Home-Präsentation Anfang des Monats.
Neben dem Flaggschiff-Notebook werden ein neues Einstiegsmodell des 14‑Zoll‑MacBook Pro, ein iMac mit M6‑Chip sowie ein iPad mini mit OLED-Display erwartet.
Bloomberg-Reporter Mark Gurman berichtete vergangene Woche, die neuen Laptops könnten am Freitag, dem 6. November, in den Verkauf gehen. Er verknüpft das Datum mit einem umfassenden Overnight-Umbau in Apple Stores am 5. November. Vorbestellungen könnten bereits am Tag der Vorstellung starten.
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Design des Touchscreen-MacBook
Die überarbeiteten 14‑ und 16‑Zoll‑Modelle sollen laut Berichten weiterhin auf den M5 Pro und M5 Max setzen, die bereits in den aktuellen MacBook-Pros stecken – ein Chip-Generationssprung bleibt damit aus. Der große Innovationssprung findet beim Display statt.
Erwartet wird ein sogenanntes Tandem-OLED-Panel, bei dem zwei Leuchtschichten übereinanderliegen, um Helligkeit und Kontrast deutlich zu steigern. Es würde damit die bisher in den Pro-Modellen verbauten Mini‑LED‑Displays ablösen.
Statt der seit 2021 genutzten Display-Notch soll ein kleines Kamera-Loch mit Dynamic Island – der pillenförmigen Statusanzeige vom iPhone – zum Einsatz kommen. Gurman geht zudem von einem „deutlich leichteren“ Gerät aus.
Apple habe „das Innenleben grundlegend überarbeitet, Bauteile verkleinert und Komponenten neu angeordnet, damit sich der Rechner wesentlich leichter tragen lässt“, schrieb er in seinem Newsletter Anfang des Monats.
Tastatur und Trackpad bleiben an Bord. Laut früheren Gurman-Recherchen soll ein Tipp auf ein Menüleisten-Element dessen Bedienelemente kurzzeitig vergrößern, während andere Berührungen Kontextmenüs in Fingernähe öffnen. Geplant sind außerdem Touch-Gesten wie Scrollen und Pinch‑to‑Zoom.
Code in macOS 27 zeigt, dass Safari bereits auf Fingerbedienung angepasst wird; Apple testet die neuen Laptops mit macOS 27.2, das am Montag als Release Candidate für Entwickler erschienen ist. Gurman berichtet zudem von einem verstärkten Scharnier, um ein Nachwippen des Displays zu vermeiden.
Einschätzungen von Reitzes und Gurman
Melius Research-Analyst Ben Reitzes riet Anlegerinnen und Anlegern in einer Notiz vom Montag, im Herbst mit neuen Macs „einschließlich eines Touchscreen-Notebooks“ zu rechnen (Hintergrund).
Preise hat Apple noch nicht genannt. Die OLED-Modelle sollen die bestehenden Mini‑LED‑MacBook‑Pros nicht ersetzen, sondern darüber angesiedelt werden. Gurman hatte bereits im vergangenen Jahr berichtet, die Geräte dürften einige Hundert Dollar über den aktuellen Varianten liegen. Das Marktforschungsinstitut Omdia erwartet, dass Apple die bisherigen Mini‑LED‑Panels bis mindestens 2028 weiter verbauen wird.
Zwischenzeitlich brachte Gurman „MacBook Ultra“ als möglichen Namen ins Spiel, nahm den Vorschlag aber wieder zurück. Der Slogan „Pro and tell“ deutet nun darauf hin, dass Apple beim bekannten Namen MacBook Pro bleibt. Analyst Ming-Chi Kuo hält es für wahrscheinlich, dass bei Erfolg des neuen Modells weitere MacBook-Varianten Touch-Funktionalität erhalten.
Das Gerät wäre der erste Touch-Mac von Apple überhaupt – und die erste umfassende Neugestaltung des MacBook Pro seit Einführung der M1‑Pro- und M1‑Max‑Modelle im Jahr 2021.
Über mehr als ein Jahrzehnt hatte sich Apple gegen Touch-Bedienung am Mac gesperrt. 2010 bezeichnete Steve Jobs vertikale Touchscreens als „ergonomisch katastrophal“. Am nächsten kam Apple der Idee mit der Touch Bar, einem schmalen Touch-Streifen oberhalb der Tastatur, der 2016 im MacBook Pro debütierte und ab dem Redesign 2021 schrittweise wieder verschwand.
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