Daten aus Prognosemärkten deuten darauf hin, dass Kevin Warsh derzeit einen knappen Vorsprung vor Kevin Hassett im Rennen um den Posten des nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank. hat.
Was geschehen ist
Auf Polymarket preisen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 40 % ein, dass Warsh nominiert wird, was veränderte Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der geldpolitischen Ausrichtung nach dem Ende der Amtszeit von Jerome Powell im Mai 2026 widerspiegelt.
Die laufenden Kontrakte von Polymarket zeigen für Warsh eine leicht höhere implizite Wahrscheinlichkeit als für Hassett, der von Wettenden eine Unterstützung von 38 % erhält. Das steht im Einklang mit anderen Prognoseplattformen wie Kalshi, die Warsh ebenfalls zuletzt über Hassett eingeordnet haben.
Diese Märkte bündeln Wetten der Teilnehmer auf reale Ergebnisse mit Geldeinsatz und bieten damit eine Momentaufnahme der kollektiven Stimmung zur wichtigsten geldpolitischen Personalie in Washington.
Profile: Hintergrund von Warsh und Hassett
Kevin Warsh ist ehemaliges Mitglied des Board of Governors der Federal Reserve, dem er von 2006 bis 2011 angehörte.
Seine Amtszeit fiel in die globale Finanzkrise, und zuvor arbeitete er als Wirtschaftsberater in der Regierung von George W. Bush sowie als Wall-Street-Banker bei Morgan Stanley.
Warshs Erfahrungsschwerpunkte liegen in Finanzmärkten, Bankenregulierung und Makroökonomie.
Er hat die Politik der Fed unter Powell öffentlich kritisiert und Änderungen in der Durchführung der Geldpolitik gefordert.
Warsh ist derzeit Fellow an der Hoover Institution der Stanford University, wo er seine Forschung zu Wirtschaftspolitik und Zentralbankwesen fortsetzt.
Kevin Hassett ist Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats des Weißen Hauses in der aktuellen Regierung.
Er hat einen Doktortitel in Volkswirtschaftslehre und war zuvor Vorsitzender des Council of Economic Advisers unter der Trump-Regierung.
Hassetts Laufbahn umfasst akademische Positionen und Arbeit in der Politikabteilung des Federal Reserve Board in den 1990er-Jahren, gefolgt von Leitungsfunktionen in konservativen Forschungsinstitutionen.
Hassetts Status als Trump-naher Berater und seine akademischen Referenzen haben ihn zu einem Favoriten für den Spitzenposten der Fed gemacht.
Berichten zufolge gilt er weithin als qualifiziert für den Job und hat in jüngsten Interviews ausdrücklich betont, dass die Meinung des Präsidenten Zinsscheidungen nicht vorgeben würde, sondern dass er sein eigenes Urteil in der Geldpolitik fällen werde.
Geldpolitischer Ansatz und Markteinschätzung
Ökonomen unterscheiden die beiden Kandidaten vor allem anhand ihrer Ansichten zu Zinssätzen und der Unabhängigkeit der Zentralbank.
Warsh wird allgemein als inflationskritischer und konservativer eingeschätzt und legt größeren Wert auf die Glaubwürdigkeit der Notenbank sowie zurückhaltende Anleihekäufe, auch wenn sowohl er als auch Hassett im Vergleich zur aktuellen Politik eher niedrigere Zinsen bevorzugen.
Hassett hingegen hat öffentlich die Auffassung vertreten, dass es noch erheblichen Spielraum für weitere Zinssenkungen gebe – eine Position, die Marktteilnehmer als „dovish“ interpretieren und die potenziell risikoreiche Anlagen stützt.
Solche Erwartungen haben zur jüngsten Preisbildung an Aktien- und Rentenmärkten im Hinblick auf die künftige Fed-Politik beigetragen. Reuters
Warum das für Kryptomärkte wichtig ist
Kryptomärkte reagieren sensibel auf makroökonomische Rahmenbedingungen, insbesondere auf Veränderungen in Zinserwartungen und Liquidität.
Ein Fed-Chef, der als eher geneigt zu aggressiven Zinssenkungen wahrgenommen wird, könnte die Kapitalkosten und die Bewertung von Risikoanlagen verändern – einschließlich Bitcoin (BTC) und wichtiger Altcoins –, da niedrigere Zinsen tendenziell nicht verzinste Anlagen relativ attraktiver machen. Crypto.com
Prognosemärkte selbst können die kurzfristige Risikostimmung beeinflussen: Die Positionierungen der Wettenden auf Warsh und Hassett spiegeln wider, wie Händler künftige Fülle oder Knappheit von Liquidität – einen zentralen Treiber der Volatilität an Kryptomärkten – einpreisen.
Da makroökonomische Narrative bei der Preisbildung digitaler Assets an Bedeutung gewinnen, könnte die Entscheidung über die Fed-Führung für die Struktur der Kryptomärkte insgesamt größere Auswirkungen haben als einzelne regulatorische Ankündigungen.
Kontext und Kritik
Die Debatte um die Auswahl des Fed-Chefs hat auch Fragen nach der institutionellen Unabhängigkeit aufgeworfen.
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren hat öffentlich Bedenken geäußert, dass Kandidaten mit enger Bindung an den Präsidenten die Autonomie der Fed, insbesondere bei Zinsentscheidungen und der Durchsetzung von Regulierung, gefährden könnten.
Trotz dieser Kritik deutet die Preisbildung an den Prognosemärkten darauf hin, dass die Teilnehmer vor allem darauf achten, wie der jeweilige geldpolitische Ansatz der Kandidaten – und nicht allein ihre politische Nähe – die Marktergebnisse beeinflussen dürfte.
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