Uber hat am Mittwoch rund 10 % der Stellen im Kundenservice gestrichen und die Entlassungen direkt mit seiner breit angelegten KI-Offensive begründet.
Wichtigste Punkte:
- Uber baut rund 10 % der Jobs in „Community Operations“ ab – der Einheit für Support von Fahrgästen, Fahrern und Kurieren.
- Remote-Beschäftigte im betroffenen Bereich müssen laut Rückkehr-ins-Büro-Vorgabe künftig in einem Hub-Büro arbeiten.
- Es ist bereits die zweite Entlassungsrunde bei Uber binnen weniger als zwei Monaten.
Uber-Entlassungen treffen Community Operations
Uber hat die Einschnitte am Mittwoch bestätigt und spricht davon, Abläufe zu verschlanken, die Präsenz-Zusammenarbeit zu stärken und weiter konsequent auf KI zu setzen.
Wie viele Mitarbeitende konkret betroffen sind, ließ der Konzern offen. Uber hat die Größe seiner weltweiten Support-Organisation nie offengelegt. Das Team bearbeitet Beschwerden, Onboarding-Anfragen und Sicherheitsmeldungen in mehr als 70 Ländern und für rund 202 Millionen monatlich aktive Nutzer.
In einem internen Memo verwies Megha Yethatika, Vizepräsidentin für Global Community Operations, darauf, dass ihr Bereich bereits spürbare Fortschritte mit KI gemacht habe.
Die Gesamtorganisation sei jedoch zu komplex und in Silos organisiert; diese zersplitterte Struktur erschwere es, neue KI-Werkzeuge im großen Maßstab produktiv einzusetzen.
Remote-Beschäftigte in der betroffenen Einheit wurden zudem angewiesen, an einen definierten Hub-Standort umzuziehen – im Einklang mit der konzernweiten Präsenzpflicht.
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Uber macht KI erstmals offiziell für Stellenabbau verantwortlich
Es ist das erste Mal, dass Uber öffentlich einen direkten Zusammenhang zwischen KI-Einsatz und Stellenstreichungen herstellt – ein Tabubruch, den viele Großunternehmen bislang meiden. Bisher hatte Uber lediglich erklärt, der verstärkte interne Einsatz von KI werde das Tempo bei Neueinstellungen dämpfen, ohne frühere Kürzungen explizit auf KI zurückzuführen.
Laut dem Tracker Layoffs.fyi wurden in diesem Jahr weltweit bereits 116.739 Stellen in der Tech-Branche gestrichen, davon rund 28.900 allein im Mai. Unter den Unternehmen, die Personal abgebaut haben, sind Meta, Cisco, PayPal und Coinbase.
Uber rekrutiert dennoch weiter: Mehr als 500 offene Stellen sind ausgeschrieben, darunter auch Engineering-Positionen für die eigenen Robotaxi-Programme.
Hohe KI-Investitionen gingen den Kürzungen voraus
Ubers Hunger nach KI war schon vor den aktuellen Entlassungen teuer.
Der Chief Technology Officer erklärte im April, das Unternehmen habe sein Jahresbudget für KI binnen vier Monaten aufgebraucht. Das Management deckelte daraufhin die Ausgaben für agentenbasierte Coding-Tools auf 1.500 US-Dollar pro Mitarbeiter und Monat.
Im Juni strich Uber zudem 23 % der Stellen in der Personalabteilung – insgesamt weniger als 1 % der weltweit rund 34.000 Beschäftigten. Damals betonte das Unternehmen, KI sei nicht der Auslöser; es handle sich um eine von der Führung initiierte Neuaufstellung.
Chief Operating Officer Andrew Macdonald sagte in einem Podcast im Mai, es sei weiterhin schwierig, eine klare Linie zwischen dem Einsatz von KI und den konkreten Produktfunktionen zu ziehen, die für Kunden entstehen sollen.
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